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Köln-Trainer Baumgart versuchte, Randalierer zu stoppen - und muss Krawalle von oben mit ansehen

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Von: Tim Althoff

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Die Kölner Krawallmacher liefen vor den Auseinandersetzungen an der Loge vorbei, der gesperrte Trainer Baumgart konnte letztlich nur zusehen.
Die Kölner Krawallmacher liefen vor den Auseinandersetzungen an der Loge vorbei, der gesperrte Trainer Baumgart konnte letztlich nur zusehen. © dpa

Vor der Conference-League-Partie des 1. FC Köln in Nizza gab es wilde Ausschreitungen. Trainer Steffen Baumgart versuchte sogar, die Unruhestifter zu stoppen.

Update vom 9. September: Etwa eine Dreiviertelstunde vor Beginn des Conference-League-Auftakts des 1. FC Köln in Nizza sorgten die Fanlager beider Seiten für Gewaltszenen. Einige Kölner drangen in den Heimbereich vor und attackierten die Heimfans mit Bengalos, Sitzschalen und anderen Gegenständen. Auf dem Weg zur Schlägerei kamen die vermummten Krawallmacher auch an FC-Trainer Steffen Baumgart vorbei, der aufgrund seiner Sperre auf der Loge Platz nehmen musste.

Der Kölner Trainer versuchte noch auf die Ultras einzuwirken, die hatten ihr Ziel - den Heimbereich - jedoch vor Augen und ließen sich auch durch den Erfolgscoach ihres Teams nicht aufhalten. Geschäftsführer Christian Keller meinte gegenüber Bild: „Für Steffen war das auch keine schöne Situation. Es ist zum Teil ja direkt vor ihm passiert.“ Auch Baumgarts Frau und eine seiner Töchter mussten die Szenen von oben mit ansehen. Der sichtlich bestürzte Baumgart bat nach dem Spiel (Endstand 1:1) darum, sich nicht zu den Geschehnissen äußern zu müssen.

Steffen Baumgart und seine Frau Katja mussten die Randale vor dem Conference-League-Spiel von der Loge aus ansehen.
Steffen Baumgart und seine Frau Katja mussten die Randale vor dem Conference-League-Spiel von der Loge aus ansehen. © Ralf Treese/imago

Europa League und Conference League: Insgesamt acht deutsche Teams vertreten die Bundesliga in Europa

Erstmeldung vom 8. September:
Nizza ‒ Nie zuvor gingen acht Bundesliga-Teams gleichzeitig im internationalen Wettbewerb an den Start. Neben fünf Mannschaften in der Champions League, treten mit Union Berlin und dem SC Freiburg zwei Klubs in der Europa League an und der 1. FC Köln qualifizierte sich in den Playoffs für die UEFA Conference League. Die beiden Schwester-Wettbewerbe der Königsklasse werden zeitgleich am Donnerstag absolviert.

Union Berlin trifft in der EL zuerst auf den belgischen Traditionsklub Royale Union Saint-Gilloise, anschließend warten Braga und Malmö FF. Die Mannschaft von Trainer Urs Fischer wird sich in der aktuellen Verfassung vor keinem Gegner fürchten müssen. In der Bundesliga legten die Eisernen mit elf Punkten aus fünf Spielen einen hervorragenden Start hin, zuletzt stolperten sogar der FC Bayern mit einem Unentschieden an der Alten Försterei.

BegegnungWettbewerbAnstoßStadion
Union Berlin - Saint-GilloiseUEFA Europa League8. September, 18.45 UhrStadion an der Alten Försterei, Berlin
OGC Nizza - 1. FC KölnUEFA Conference League8. September, 18.45 UhrAllianz Riviera, Nizza
SC Freiburg - Qarabag FKUEFA Europa League8. September, 21.00 UhrEuropa-Park-Stadion, Freiburg

„Außergewöhnlicher“ SC Freiburg immer noch mit Respekt vor dem Abstiegskampf

Getoppt wird die Punkteausbeute nur noch von Borussia Dortmund und dem SC Freiburg, der ebenfalls in die europäische Saison startet. Auftaktgegner im Europa-Park-Stadion ist Qarabağ FK aus Aserbaidschan. Außerdem finden sich der FC Nantes und Olympiakos Piräus in der Gruppe G wieder. Wie Union konnte auch der SCF die starke Vorsaison zur neuen Runde bestätigen. Die Breisgauer verbringen die Europapokal-Woche auf der Tabellenspitze, vier Siege aus den ersten fünf Spielen stehen bislang zu Buche.

„Dass wir Europapokal spielen, ist außergewöhnlich. Und in einer Saison, in der wir Europapokal spielen, gilt es, den SC Freiburg in der Bundesliga zu halten. Jetzt freuen wir uns auf das Europapokal-Spiel“, so Trainer Christian Streich nach dem „glücklichen“ Auswärtssieg gegen Bayer Leverkusen. Die eingefahrenen zwölf Punkte werden helfen, einen äußerst unwahrscheinlichen Freiburger Abstieg zu verhindern.

1. FC Köln reist mit viel Fan-Euphorie ins französische Nizza

Auch der 1. FC Köln machte sich vor der Saison Sorgen, durch die Doppelbelastung mit dem Europapokal auf den Abstiegsrängen zu landen. Die Mannschaft von Steffen Baumgart knüpft jedoch ebenfalls an die letzte Saison an und steht mit neun Punkten auf einem guten sechsten Rang. Die Euphorie ist groß, das zeigten die Fans schon in den erfolgreichen Qualifikations-Playoffs gegen den FC Fehervar.

Jetzt darf der Anhang ins französische Nizza zum Auftakt der Gruppenphase reisen, 8.000 Fans konnten sich Karten im Gästebereich sichern, im Stadion werden sogar 10.000 Kölner erwartet. OGC Nizza, das von Lucien Favre trainiert wird, ist wohl der gefährlichste Gegner in der Gruppe D, mit einem Kader, der dem des FC auf dem Papier überlegen sein dürfte. Mit Partizan Belgrad und dem 1. FC Slovacko aus Tschechien treffen in den nächsten Wochen und Monaten machbare Gegner auf die Geißböcke.

Welches Spiel der Europa und Conference League wird heute live im TV gezeigt?

RTL hält wie schon im vergangenen Jahr die Übertragungsrechte an der Europa League und der Conference League. Jeden Spieltag wird der Kölner Privatsender eine Partie der drei deutschen Klubs live im TV zeigen, die anderen sind lediglich im Stream zu sehen. In dieser Woche wird die Begegnung zwischen dem SC Freiburg und Qarabag ab 20.15 Uhr live gezeigt. Anstoß ist um 21.00 Uhr.

Moderatorin Laura Papendick wird am Spielfeldrand die Vorberichte aus dem Europa-Park-Stadion übernehmen und gemeinsam mit den Experten Lothar Matthäus und Karl-Heinz Riedle zum Spiel hinführen. Marco Hagemann wird mit Steffen Freund kommentieren.

Wer überträgt die Spiele von Union Berlin und dem 1. FC Köln heute live im Stream?

BegegnungTVLive-Stream
Union Berlin - Saint-Gilloise-RTL+
OGC Nizza - 1. FC Köln-RTL+
SC Freiburg - Qarabag FKRTLRTL+

Wer die Begegnungen von Union Berlin und dem 1. FC Köln live schauen möchte, wird mit einem Stream vorliebnehmen müssen. Die Spiele werden auf RTL+ gezeigt. Um auf den Streamingdienst zugreifen zu können, wird ein kostenpflichtiges Abonnement benötigt, das monatlich oder jährlich gekündigt werden kann. Beide Spiele sind als Einzelspiel verfügbar. Ab 18:15 Uhr wird außerdem eine Konferenz mit allen Parallelspielen angeboten.

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