10 Gründe … warum wir (nicht) Europameister werden

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Kleidet sich besser als Fatih Terim: Joachim Löw

Basel - Holt Deutschland den Titel? Es spricht so einiges dafür - und so einiges dagegen.

Zehn Gründe, warum Deutschland Europameister wird:

- Weil der türkische Torwart Rüstü Reçber so viele Fliegen fängt, dass die einfache graue Stubenfliege in der Schweiz bereits unmittelbar vor dem Aussterben steht.

- Weil es am Dienstag auf dem Zettel stand, den wir in unserem Glücksdöner gefunden haben: „Zwei krasse Erfolge stehen bevor. Isch schwör!“

- Weil wir es vor dem Türkei-Spiel alle im Gefühl haben: „Heute iz mir so nach Gewinnen!“ Und weil Django sonst ins Asül muss.

- Weil es nach dem deutschen 4:0 in der 89. Minute auch für die Türkei schön langsam eng wird. Und weil wir nach dem 3:4 in der neunten Minute der Nachspielzeit höchstens noch zwei Minuten um unseren Sieg bangen müssen.

- Weil wir für Mittwoch und für Sonntag zwei ganz große Fußball-Spektakel bestellt haben – „Mit Scharf“ und „Mit Alles“!

- Weil Schweinis Sarah viel schöner ist als Gülcan, und weil es nach unserem EM-Triumph vielleicht eine Traum-Hochzeit gibt.

- Weil Jogi Löws Hemd immer noch besser aussieht als das von Fatih Terim. Ist aber alles relativ. Jedenfalls weint Fatih, der alte Pascha, heute nach seiner Mami.

- Weil es nicht geht, dass unser Döner-Mann und unser Gemüse-Mann eine Woche lang vor lauter Feiern nicht mehr arbeiten und auf Fußball-Europameister umschulen. Wir müssten elend verhungern – noch schlimmer als 2006, als wir uns nach dem WM-Halbfinale nicht mehr zum Italiener getraut haben!

- Weil man sich am Ende auf unseren Finalgegner Spanien doch verlassen kann. Raus mit Euch, aber Dalí! Genau genommen kommen uns Villa, Torres & Co. jetzt schon panisch vor.

- Weil nach dem Viertelfinale die gelben Karten gestrichen wurden und Michael Ballack deshalb im Finale mitspielen darf.

Das türkische Team in der Einzelanalyse: Konfuse Abwehr, zerzauster Angriff

Das türkische Team in der Einzelanalyse: Konfuse Abwehr, zerzauster Angriff © 
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Die Personalnot bei den Türken wird immer schlimmer. Gegen Deutschland sind mit Volkan (Foto) nach seiner roten Karte sowie nach ihrer jeweils zweiten gelben Karte Emre Asik, Arda Turan und Tuncay Sanli vier Spieler gesperrt. © dpa
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Dazu kommen schlimmstenfalls mit Emre Güngör (Muskelfaserriss), Servet Cetin (Innenbandprobleme), Emre Belözoglu (Wade), Tümer Metin (Leiste) und Nihat (Ödem, Foto) noch fünf Verletzte. Zumindest die drei Erstgenannten könnten noch rechtzeitig fit werden. Ansonsten bleiben Trainer Fatih Terim aber nur zwölf Feldspieler und zwei Torhüter, die wir Ihnen hier vorstellen: © dpa
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Rüstü Recber (35, Besiktas): Sollte das Gnadengesuch der Türken für ihren rotgesperrten Stammtorwart Volkan von der Uefa am Montag abgeschmettert werden, muss gegen Deutschland wieder der Oldie von Besiktas zwischen die Pfosten. Eine klare Schwächung. Bei hohen Bällen wirkt Rüstü ähnlich hilflos wie Portugals Keeper Ricardo. Ein echtes Ass ist er nur beim Elfmeterschießen. © dpa
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Tolga Zengin (24, Trabzonspor): Er ist eigentlich dritter Torhüter. Wegen der akuten Personalnot zieht Trainer Fatih Terim aber sogar in Erwägung, ihn zum Feldspieler umzufunktionieren. © dpa
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Mehmet Topal (22, Galatasaray): Der Schlacks mit der Gelfrisur ist ein harter aber fairer Zweikämpfer. Könnte von der Sechs auf die rechte Abwehrseite rücken und zum Haupt-Gegenspieler von Podolski werden. © dpa
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Gökhan Zan (26, Besiktas): Kopfballstark, technisch beschlagen. Er wird Klose das Leben schwer machen. © dpa
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Ugur Boral (26, Fenerbahce): Der etatmäßige Mittelfeldmann ist eine Abwehr-Alternative für den gelbgesperrten Emre Asik. Ob er seine Fehler im Stellungsspiel abstellen kann? © dpa
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Hakan Balta (25, Galatasaray): Der gebürtige Berliner bringt alles mit – außer einem guten Nervenkostüm. Für Bastian Schweinsteiger könnten Hakans Konzentrationsschwächen zur Chance werden. © dpa
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Sabri Sarioglu (23, Galatasaray): Ein echter Wirbelwind. Brillante Technik, scharfe Flanken. Im Abschluss allerdings harmlos. © dpa
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Hamit Altintop (25, FC Bayern): Konstantester Türke bisher. Seine Impulse drehten die Partie gegen Tschechien. Gegen Deutschland will Hamit in der Offensive Akzente setzen. © dpa
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Gökdeniz (28, Rubin Kasan): Spielt beim aktuellen russischen Tabellenführer. Licht und Schatten wechseln beständig. © dpa
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Marco Aurelio (30, Fenerbahce): Der eingebürgerte Brasilianer ist der Ruhepol des Teams. Glänzt mit Übersicht und Technik. © dpa
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Kazim Kazim (21, Fenerbahce): In London geboren, spricht kaum türkisch. Gegen Kroatien fehlte ihm die Bindung zum Team. Viele sinnlose Einzelaktionen. © dpa
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Semih Sentürk (25, Fenerbahce): Torschützenkönig der Süper Lig. Sein Tor rettete die Türken gegen Kroatien ins Elferschießen. © dpa
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Ayhan Akman (31, Galatasaray): Der Mittelfeldspieler durfte bisher nur im Training ran und saß 360 Minuten auf der Reservebank. Zumindest als Einwechselspieler wird Coach Fatih Terim nun wohl notgedrungen auf ihn zurückgreifen müssen. © dpa
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Mevlüt Erdinc (21, FC Sochaux): Der Stürmer wäre erster Kandidat für eine Einwechslung. © dpa
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Welcher Autokorso setzt sich nach Abpfiff am Mittwoch in Bewegung und hupt, was das Zeug hält, über den Finaleinzug: der deutsche ... © dpa
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... oder der türkische? © dpa

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Zehn Gründe, warum Deutschland nicht Europameister wird:

- Weil nach dem Viertelfinale die gelben Karten gestrichen wurden und Michael Ballack deshalb im Finale mitspielen darf.

- Weil Fatih Terim der türkische Sepp Herberger ist: „Das Spiel beginnt nach 90 Minuten. Und dann geht’s rund, mit dem Ball.“

- Weil unsere türkischen Freunde längst wissen, was sie nach dem Halbfinal-Sieg zu uns sagen: „Was guckst du, wenn wir in der 143. Minute das 1:0 schießen?“

- Weil Christoph Metzelder und Per Mertesacker so langsam sind, als ob sie einen Trabzonspor hätten. Pardon, einen Trab-Sponsor.

- Weil die Jubel-Kanzlerin heute und am Sonntag auf der Tribüne sitzt und Schweini immer ganz verunsichert ist, wenn er sich zwischen seinen zwei Lieblingsfrauen entscheiden muss. Schweini kann’s nur ohne Angie!

- Weil alle bayerischen Türkinnen jetzt schon den Jubel nach dem Finaleinzug üben: „Mo, schee!“

- Weil es fürs Halbfinale keinen passenderen „Man Of The Match“ gibt als den türkischen Stürmerstar Semih Sentürk. Oder haben Sie schon mal was vom Poldih-Finale gehört, oder vom Schweinih-Finale?

- Weil wir dem großartigen Hamit Altintop den EM-Titel auch irgendwie gönnen würden. Und weil es heute in Basel regnen soll – da blüht der türkische Monsun-Fußballer bekanntlich auf wie ein Blumensamen nach dem Gießen.

- Weil nach dem Halbfinale auf jeden Fall die Mütter aller Autocorsos stattfinden – und weil Deutschland, falls wir das Halbfinale doch gewinnen, einfach zu schwach wäre, um am Sonntag gleich nochmal zu feiern.

- Weil wir im Finale vielleicht doch nicht gegen Spanien spielen, sondern gegen die Russen, die jetzt schon über unsere Probleme auf der linken Seite spotten: Kalinka. Und weil wir uns die Gaspreiserhöhungen nach einem deutschen Finalsieg gar nicht leisten könnten.

J. Heinrich

Quelle: tz

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