Der Unterbau der Bundesliga

2. Bundesliga: Geschichte, Vereine, Aufsteiger, Absteiger - alle Infos

Rekordtorschütze der 2. Liga: Dieter Schatzschneider, hier im Trikot von Hannover 96
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Rekordtorschütze der 2. Liga: Dieter Schatzschneider, hier im Trikot von Hannover 96

In der 2. Bundesliga spielen 18 Vereine, bis zu drei steigen auf und ab. Doch das war nicht immer so: Die Liga hat sich in ihrer Geschichte mehrfach verändert.

  • Die 2. Bundesliga wurde 1974 eingeführt – damals noch in zwei Staffeln.
  • Eingleisig wurde sie 1981, seit 1994 spielen 18 Vereine in der zweiten Liga.
  • Zwei Aufsteiger gehen in die Bundesliga, dank der Relegation kann ein dritter dazukommen.

Im Jahr 1963 wurde die Bundesliga gegründet. Zu dieser Zeit bildeten fünf Regionalligen den Unterbau der neuen höchsten Spielklasse. Um die Lücke zwischen der professionellen Bundesliga und den darunter befindlichen Amateurklassen zu schließen, installierte der DFB in der Saison 1974/1975 die 2. Bundesliga

Zu Beginn ihrer Geschichte war sie in eine Nord- und eine Südstaffel aufgeteilt. Die Sieger beider Staffeln waren die direkten Aufsteiger in die Bundesliga, die beiden Zweitplatzierten bestritten eine Relegation um den dritten Aufstiegsplatz. Die drei Absteiger aus der Bundesliga wurden je nach Lage der Nord- oder der Südstaffel zugeordnet. In der ersten Spielzeit 1974/1975 gewann Hannover 96 im Norden und der Karlsruher SC im Süden. Die Hannoveraner nahmen damit nach der ersten Saison den Spitzenplatz in der ewigen Tabelle ein. Die Top-Torschützen der Premierensaison waren Volker Graul von Arminia Bielefeld mit 30 und Bernd Hoffmann vom Karlsruher SC mit 25 Treffern. Montagsspiele gab es in der Anfangszeit der 2. Bundesliga noch nicht.

2. Bundesliga: Alle Klubs in einer Staffel

Ab 1974 waren in den beiden Staffeln der 2. Bundesliga jeweils 20 Klubs vertreten. Mit den Absteigern aus der Bundesliga und den Aufsteigern aus den drittklassigen Ober- und Verbandsligen wurde versucht, in jeder Saison diese Zahl beizubehalten. Das gelang jedoch nicht immer. So spielten 1979/1980 erstmals in der Geschichte der 2. Bundesliga 21 Vereine in der Südstaffel. Ein Jahr später gehörten wieder 20 Teams zum Süden, dafür traten im Norden gleich 22 Klubs an. Zum Top-Torschützen in der Historie der 2. Bundesliga machte sich Horst Hrubesch, der 1977/1978 insgesamt 40 Treffer für Rot-Weiß Essen erzielte – so viele wie kein Spieler vor und nach ihm. Zur Saison 1981/1982 führte der DFB die eingleisige 2. Bundesliga ein, jedoch noch immer keine Montagsspiele. 

Der DFB setzte die Liga aus den 20 Klubs zusammen, die in den drei Jahren zuvor die besten sportlichen Leistungen vollbracht hatten und in Stadien mit mindestens 15.000 Plätzen und einer Flutlichtanlage spielten. Bis 1981 war Arminia Bielefeld drei Mal in die Bundesliga aufgestiegen (1970, 1978 und 1980) und nahm somit einen hohen Platz in der ewigen Tabelle der 2. Bundesliga ein.

2. Bundesliga: Die Einführung der Relegation

Als die 2. Bundesliga erstmals in ihrer Geschichte aus nur einer Staffel bestand, ging der FC Schalke 04 in der Saison 1981/1982 als Sieger hervor. Somit waren die Gelsenkirchener und die zweitplatzierten Berliner von Hertha BSC die direkten Aufsteiger in die Bundesliga. Um den letzten freien Platz in der obersten Spielklasse duellierten sich die Kickers Offenbach und der 16. der Bundesliga, Bayer 04 Leverkusen. Dank zweier Siege in der Relegation sicherten die Leverkusener den Verbleib in der Bundesliga

Am anderen Ende der Zweitliga-Tabelle mussten vier Teams als Absteiger den Gang in die Oberliga antreten. Die Top-Torschützen der ersten eingleisigen Saison der 2. Bundesliga waren Rudi Völler mit 37 Treffern für den TSV 1860 München und Dieter Schatzschneider mit 34 Toren für Hannover 96. Bis zur Wiedervereinigung 1990 führten die Stuttgarter Kickers die ewige Tabelle der 2. Bundesliga an. Bis es zur Einführung der Montagsspiele kam, sollte es noch einige Jahre dauern.

2. Bundesliga: Die Aufnahme der DDR-Klubs

In der Saison 1991/1992 wurden die Klubs der ehemaligen DDR in das gesamtdeutsche Ligasystem eingegliedert. Um in der 2. Bundesliga Platz zu schaffen, wurde sie aufgestockt. Erstmals in ihrer Geschichte bestand sie aus 24 Teams, darunter sechs aus dem Osten der Republik. Die Liga wurde in zwei Staffeln mit je zwölf Klubs aufgeteilt. Der Sieger jeder Staffel wurde zum Aufsteiger in die Bundesliga, die beiden schlechtesten Teams standen als Absteiger in die Oberliga fest. 

Auch in der Saison 1992/1993 waren 24 Teams in der 2. Bundesliga vertreten, allerdings spielten alle in einer einzigen Staffel. Somit musste jede Mannschaft 46 Partien bestreiten, dennoch gab es keine Montagsspiele. Die Top-Torschützen dieses Mammut-Programms waren Siegfried Reich vom VfL Wolfsburg mit 27 und Theo Gries von Hertha BSC mit 23 Treffern. Der Zweitliga-Meister der Saison, der SC Freiburg, schaffte seinerseits den Sprung an die Spitze der ewigen Tabelle.

2. Bundesliga: Von 24 auf 18 Teams

Um die Anzahl der Teams in der 2. Bundesliga wieder auf 20 zu reduzieren, gab es 1992/1993 die meisten Absteiger in ihrer Geschichte. Ganze sieben Teams mussten den Gang in die Oberliga antreten. Ein Jahr später sollte die Zahl der Klubs ein weiteres Mal verkleinert werden, nämlich auf 18. Neben den drei Aufsteigern in die Bundesliga verließen auch fünf Absteiger die Liga. Somit war die Saison 1994/1995 die erste, in der die 2. Bundesliga mit 18 Vereinen spielte. 

Auch sonst gab es einige Veränderungen in der zweithöchsten deutschen Spielklasse. Im Jahr 1993 fand das erste Montagsspiel statt, mit dem die Aufmerksamkeit für die Liga erhöht werden sollte. Außerdem wurde zur Spielzeit 1995/1996 die Drei-Punkte-Regel in Deutschland eingeführt, die selbstverständlich auch für die 2. Bundesliga galt. Am Ende der Saison 1999/2000 führte Fortuna Köln die ewige Tabelle vor den Stuttgarter Kickers an. Die Top-Torschützen der eingleisigen 2. Bundesliga waren Sven Demandt mit 119 Treffern in 290 Spielen und Theo Gries mit 111 Toren in 270 Partien.

2. Bundesliga: Attraktivitätsgewinn dank großer Klubs

Dass verschiedene Traditionsklubs wie Eintracht Frankfurt, Borussia Mönchengladbach und der 1. FC Köln in den 1990er-Jahren aus der Bundesliga in die 2. Bundesliga abgestiegen waren, erhöhte die Attraktivität der zweithöchsten Spielklasse enorm. Die wöchentlichen Montagsspiele wurden zum Alleinstellungsmerkmal der zweiten Liga, die Zuschauerzahlen in den Stadien stiegen ständig. Eine Rekordmarke in der Geschichte der 2. Bundesliga waren die 75.000 Besucher, die in der Saison 1996/1997 das Spiel zwischen Hertha BSC und dem 1. FC Kaiserslautern im Berliner Olympiastadion anschauten. 

Als Aufsteiger schafften die Lauterer ein Jahr später das Kunststück, Deutscher Meister zu werden. Ab 2009 wurden die 1991 abgeschafften Relegationsspiele wieder eingeführt. Neben dem Aufstieg in die Bundesliga wird so auch ein eventueller Absteiger in die 3. Liga ermittelt. Im Sommer 2010 führte Alemannia Aachen die ewige Tabelle der 2. Bundesliga an. Bei den Top-Torschützen in der Liga-Historie gab es hingegen keine Veränderung: Noch immer führte Sven Demandt vor Theo Gries.

2. Bundesliga: Die Rekordhalter

In der Spielzeit 2010/2011 wurde ein neuer Zuschauerrekord in der 2. Bundesliga aufgestellt. Bei der Partie zwischen Hertha BSC und dem FC Augsburg waren 77.116 Personen im Berliner Olympiastadion zugegen. Bis zum Sommer 2019 schaffte es der 1. FC Nürnberg acht Mal, zum Aufsteiger in die Bundesliga zu werden. Arminia Bielefeld zog im Sommer 2020 mit dem achten Aufstieg gleich.

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Die Nürnberger sind allerdings alleiniger Rekordhalter, was die Abstiege aus der Bundesliga angeht. Bis 2019 mussten es die Franken neun Mal hinnehmen, als Absteiger zurück in die 2. Bundesliga zu gehen. Die Top-Torschützen in der Geschichte der eingleisigen 2. Bundesliga sind Sven Demandt mit 121 Toren und Simon Terodde mit 118 Treffern. Nimmt man jedoch die zweigleisige Liga vor 1981 hinzu, dann ist Dieter Schatzschneider mit 154 Treffern der Rekordhalter. Die ewige Tabelle der 2. Bundesliga führen folgende Vereine an:

  • SpVgg Greuther Fürth: 1.603 Punkte
  • Alemannia Aachen: 1.481 Punkte
  • FC St. Pauli: 1.459 Punkte
  • Fortuna Köln: 1.376 Punkte
  • Hannover 96: 1.367 Punkte

Ab der Saison 2021/2022 gibt es übrigens keine Montagsspiele in der 2. Bundesliga mehr.

Von Alexander Kords

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