Würzburger Kickers in Personalnot

Verrückte Welt in der 2. Liga! Ersatztorwart muss im Sturm spielen - Trainer tobt vor Wut

Würzburg-Coach Bernhard Trares an der Seitenlinie.
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Würzburg-Coach Bernhard Trares kommt sich vor wie im Zirkus.

In der 2. Bundesliga kam es zu einem echten Kuriosum. Weil den Würzburger Kickers die Spieler ausgingen, musste am Ende der Ersatzkeeper im Sturm auflaufen.

  • In der zweiten Liga wurde es am Samstag richtig verrückt.
  • Die Würzburger Kickers mussten einen Torwart als Feldspieler aufbieten.
  • Trainer Bernhard Trares ist außer sich.

Würzburg - Wieder mal zu wenig Spieler, also muss der Torwart im Feld ran: Im Amateurfußball ein durchaus gängiger Vorgang. Aber bei den Profis? Man sollte meinen, so etwas sei in der 2. Bundesliga undenkbar. Doch Corona macht‘s möglich - bei den Würzburger Kickers ist genau dieser Fall nun eingetreten.

2. Liga: Würzburger Kickers müssen mit Ersatzkeeper Verstappen im Sturm auflaufen

Doch der Reihe nach. Die letzte Partie der Kickers gegen den FC St. Pauli fiel aus, weil es einen positiven Corona-Test im Funktionsteam gab. Das Gesundheitsamt hatte Quarantäne angeordnet. Inzwischen wurden vier Profis wieder aus der Isolation entlassen, damit kommt das Team auf die Mindestanzahl von Spielern - also musste Würzburg am Samstag gegen den SV Darmstadt antreten.

Trainer Bernhard Trares ist ob der skurrilen Umstände außer sich. „Das ist kein Sport, sondern Politik“, poltert er. „Ich muss mich sehr zurückhalten, dass ich nicht platze.“ Die personelle Lage ist tatsächlich sehr eng. Trares trat gegen Darmstadt mit einer absoluten Not-Elf an. Die Krönung: Ersatztorwart Eric Verstappen wurde in der Schlussphase eingewechselt und lief tatsächlich im Sturm auf. Die Partie ging wenig überraschend mit 0:2 verloren.

2. Liga: Würzburger Kickers verlieren mit Rumpfelf gegen den SV Darmstadt

Die Rumpftruppe mit neun neuen Spielern in der Startelf schlug sich dennoch respektabel. Die beiden Tore fielen erst in der zweiten Halbzeit. Die DFL bestand auf die Durchführung des Spiels - alle Vereine hatten vor Saisonbeginn einem entsprechenden Protokoll zugestimmt.

Vor dem Spiel meinte Trares: „Es wird kein reguläres Spiel. Ich appelliere an die Vernunft der verantwortlichen Leute“. Er appellierte vergebens. In Würzburg ist die Lage sowieso schon prekär. Die Kickers stehen auf dem letzten Tabellenplatz der 2. Liga und drohen, den Anschluss zu verlieren. Der Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz beträgt schon acht Punkte. (epp)

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