Für Rainer Koch ist ein Abbruch der Drittliga-Saison ein Ding der Unmöglichkeit

DFB erwägt Drittliga-Fortsetzung an neutralen Spielorten

In der 1. und 2. Bundesliga rollt der Ball wieder ab dem 16.05. Wie es mit der 3. Liga aussieht, steht weiterhin in den Sternen. Nun erwägt man eine Drittliga-Fortsetzung an neutralen Spielorten.

UnterhachingNach der Genehmigung für die Bundesligen hofft der Deutsche Fußball-Bund (DFB) auf eine baldige Fortsetzung der 3. Liga. DFB-Vizepräsident Rainer Koch berichtete im Bayrischen Fernsehen, dass sich der Verband bereits an Innenminister Horst Seehofer und Gesundheitsminister Jens Spahn gewandt habe. „Es sind eigentlich die gleichen Konzepte, die für die Bundesliga, für die 2. Liga bestehen und für die 3. Liga und die Frauen-Bundesliga. Das ist auch Profisport“, sagte Koch. Die 3. Liga sei wirtschaftlich in einer sehr schwierigen Sandwich-Position, da die ganz großen Fernseheinnahmen wie in den Bundesligen nicht erzielt werden können.

Für Rainer Koch ist der Saisonabbruch in der 3. Liga keine Option

Dennoch sieht Koch in einem Abbruch keine Lösung. „Diejenigen, die jetzt den Abbruch der 3. Liga fordern, die sollen mal sagen, wie sie sich das mit der neuen Saison vorstellen. Denn wir haben die Situation, dass bis Ende August nicht mit Zuschauern gespielt werden kann.“

Die fünf bayerischen Drittligisten SpVgg Unterhaching, FC Ingolstadt, TSV 1860 München, FC Bayern II und Würzburger Kickers zählen zur Mehrheitsfraktion der Vereine, die die Saison fortsetzen wollen. „Wir können doch nicht warten bis September oder Oktober, um die neue Saison zu beginnen“, sagte Koch (61), der auch Präsident des Bayerischen Fußball-Verbandes ist. „Wer jetzt die Saison in der 3. Liga abbricht, muss eigentlich zugleich auch fordern, dass er frühestens im September oder Oktober wieder spielen kann. Das ist doch ein Ding der Unmöglichkeit“, sagte der Jurist.

DFB denkt über neutrale Spielorte nach

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) zieht für den Neustart der 3. Liga offenbar auch neutrale Spielorte in Betracht. Nach einem Bericht des „Kicker“ will der Drittliga-Ausschuss bei Präsidium und Vorstand des Verbandes einen entsprechenden Antrag einreichen. Damit will man Szenarien vorbeugen, sollte in bestimmten Stadien aufgrund behördlicher Entscheidungen nicht gespielt werden dürfen. Die 3. Liga soll am 26. Mai fortgesetzt werden. In Sachen-Anhalt dürfen der Hallesche FC und der 1. FC Magdeburg allerdings bis zum 27. Mai nicht spielen.

Der Antrag sieht laut des Berichts vor, dass Spielausschussleiter Manfred Schnieders einen neutralen Spielort festlegen kann. Das zwölfköpfige Gremium, dem unter anderem Magdeburgs Manager Mario Kallnik angehört, soll sich mit einer Gegenstimme auf den Schritt verständigt haben. Es soll zudem der Möglichkeit vorbeugen, dass eine Kommune wegen zu vieler Neuinfektionen die Restriktionen verschärft und Stadien sperrt. Das DFB-Präsidium hat seine nächste Sitzung am heutigen Montag. Dort könnte der Neustart beschlossen werden, wenn die Politik dies genehmigt.  

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