Verfassungsgerichtshof erklärt Pflege-Volksbegehren für unzulässig - das ist die Begründung

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Aachen und Co.: Ran an die Pokal-Millionen

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Aachen-Coach Peter Hyballa

Frankfurt/Main - Für die “Kleinen“ geht's im Pokal ums große Geld. Mit einem Sieg im Viertelfinale könnten sich die klammen Zweitligisten sanieren. Dreimal heißt es am Mittwoch “zweite gegen erste Liga“.

In Aachen wissen sie, wie es geht: Zweimal schon hat die Alemannia im DFB-Pokal den Fußball-Giganten Bayern München aus dem Wettbewerb geworfen. Nach 2004 und 2006 soll am Mittwoch die dritte Sensation folgen - dann würden mindestens weitere zwei Millionen Euro in die leeren Kassen fließen. Denn die Aachener sind finanziell ebenso angeschlagen wie Energie Cottbus und der MSV Duisburg, die gegen 1899 Hoffenheim und den 1. FC Kaiserslautern antreten.

“Finanziell geht Aachen am Stock“, weiß Trainer Peter Hyballa. “Das Geld, das wir durch den Pokal einnehmen, ist für uns überlebenswichtig.“ Mit 32 300 Zuschauern ist der neue Tivoli im Spiel gegen den Rekordmeister (20.30 Uhr/ARD) ausverkauft. Hier hatten zuletzt schon Mainz 05 und Eintracht Frankfurt das Nachsehen.

Die DFB-Pokal-Sieger seit 1985

26. Mai 1985: Bayer 05 Uerdingen schlägt den FC Bayern München 2:1. Hier die Uerdinger Wolfgang (r.) und Friedhelm Funkel. © Bongarts/Getty Images
3. Mai 1986: FC Bayern München schlägt den VfB Stuttgart 5:2. Mit dabei waren die Spieler Dieter Hoeneß und Lothar Matthäus (v. l.) sowie Trainer Udo Lattek (r.). © Bongarts/Getty Images
20. Juni 1987: Der Hamburger SV schlägt die Stuttgarter Kickers 3:1 © Bongarts/Getty Images
28. Mai 1988: Eintracht Frankfurt schlägt den VfL Bochum 1:0 © Bongarts/Getty Images
24. Juni 1989: Borussia Dortmund schlägt Werder Bremen 4:1 © Bongarts/Getty Images
19. Mai 1990: 1. FC Kaiserslautern schlägt  Werder Bremen 3:2 © Bongarts/Getty Images
22. Juni 1991: Werder Bremen schlägt den 1. FC Köln 4:3 nach Elfmeterschießen © Bongarts/Getty Images
23. Mai 1992: Hannover 96 schlägt Borussia Mönchengladbach 4:3 nach Elfmeterschießen © Bongarts/Getty Images
12. Juni 1993: Bayer 04 Leverkusen schlägt Hertha BSC Berlin Amateure 1:0 © Bongarts/Getty Images
14. Mai 1994: Werder Bremen schlägt Rot-Weiß Essen 3:1 © Bongarts/Getty Images
24. Juni 1995: Borussia Mönchengladbach schlägt VfL Wolfsburg 3:0 © Bongarts/Getty Images
25. Mai 1996: 1. FC Kaiserslautern schlägt den Karlsruher SC 1:0 © Bongarts/Getty Images
14. Juni 1997: VfB Stuttgart schlägt den FC Energie Cottbus 2:0 © Bongarts/Getty Images
16. Mai 1998: FC Bayern München schlägt MSV Duisburg 2:1 © Bongarts/Getty Images
12. Juni 1999: Werder Bremen schlägt FC Bayern München 6:5 nach Elfmeterschießen © Bongarts/Getty Images
6. Mai 2000: Der FC Bayern München schlägt Werder Bremen 3:0 © Bongarts/Getty Images
26. Mai 2001: Der FC Schalke 04 schlägt 1. FC Union Berlin 2:0 © Bongarts/Getty Images
11. Mai 2002: Der FC Schalke 04 schlägt Bayer 04 Leverkusen 4:2 © Bongarts/Getty Images
31. Mai 2003: Der FC Bayern München schlägt den 1. FC Kaiserslautern 3:1 © Bongarts/Getty Images
29. Mai 2004: Werder Bremen schlägt Alemannia Aachen 3:2 © Bongarts/Getty Images
28. Mai 2005: Der FC Bayern München schlägt FC Schalke 04 2:1 © Bongarts/Getty Images
29. April 2006: Der FC Bayern München schlägt Eintracht Frankfurt 1:0 © Bongarts/Getty Images
26. Mai 2007: Der 1. FC Nürnberg schlägt den VfB Stuttgart 3:2 nach Verlängerung © Bongarts/Getty Images
19. April 2008: Der FC Bayern München schlägt Borussia Dortmund 2:1 nach Verlängerung © Bongarts/Getty Images
30. Mai 2009: Werder Bremen schlägt Bayer Leverkusen 1:0 © dpa
15. Mai 2010: Der FC Bayern München schlägt Werder Bremen mit 4:0 © dpa
21. Mai 2011: FC Schalke 04 schlägt MSV Duisburg 5:0. © dpa
12. Mai 2012: Borussia Dortmund schlägt den FC Bayern München mit 5:2. © dpa
1. Juni 2013: Der FC Bayern München besiegt den VfB Stuttgart mit 3:2 (1:0) © dpa
17. Mai 2014: Der FC Bayern München schlägt Borussia Dortmund mit 0:2 (0:0) in der Verlängerung © dpa

Solch eine Blamage will der FC Bayern unbedingt verhindern: “Wir müssen das schaffen“, fordert Trainer Louis van Gaal - auch ohne den zum AC Mailand gewechselten Kapitän Mark van Bommel. Spielen wird dagegen Arjen Robben, der wegen eines Infekts am Dienstag nicht mit der Mannschaft trainierte. Die Abwehrspezialisten Daniel van Buyten und Diego Contento fallen dagegen aus. Doch egal in welcher Besetzung: “Die Bayern sind keine Außerirdischen“, sagt Hyballa, der vor der Münchener Millionentruppe nicht in Ehrfurcht erstarren will.

“Arm gegen Reich“ ist auch das Motto der Partie zwischen Energie Cottbus und 1899 Hoffenheim (19.00 Uhr/Sky). Während für die Cottbuser wohl selbst der griechische Stürmer Pentelis Kapetanos zu teuer ist, wollen die Kraichgauer vor der Partie noch den Transfer von Liverpools Ryan Babel für etwa sieben Millionen Euro über die Bühne bringen. “Wir setzen alle Hebel in Bewegung, dass er gegen Cottbus spielen kann“, sagte 1899-Trainer Marco Pezzaiuoli. Der niederländische Nationalspieler soll noch nachfliegen.

Immerhin zwei Millionen Euro hat Energie im laufenden Pokalwettbewerb schon eingenommen - und dabei Freiburg und Wolfsburg ausgeschaltet. Der Sprung ins Halbfinale würde auf einen Schlag nochmals die gleiche Summe bringen. Weil jeder Euro zählt, ärgert sich Präsident Ulrich Lepsch, dass das Stadion der Freundschaft nicht ausverkauft ist: “Wir sind unter den besten acht Teams in Deutschland, da müsste die Hütte eigentlich voll sein.“ Gut 15 000 Fans werden erwartet, mehr als 22 000 hätten Platz.

Geld mit dem Stadion konnte der MSV Duisburg schon lange vor dem Duell gegen den 1. FC Kaiserslautern (19.00 Uhr/Sky live) machen. Im Sommer verkaufte der Verein den Namen seiner Arena - wohl auch, weil die finanzielle Lage sonst bedrohlich geworden wäre. Trotzdem wird es ohne weitere Pokal-Millionen kaum möglich sein, den von den Wolverhampton Wanderers ausgeliehen Torjäger Stefan Maierhofer langfristig zu binden.

Die 1,5 Millionen Euro Ablöse könnte der MSV wohl nur aufbringen, wenn er nach dem 1. FC Köln auch die Lauterer aus dem Wettbewerb wirft. Trainer Milan Sasic geht optimistisch in die Partie gegen seinen Ex-Club, der ihn 2009 rausgeworfen hatte: “Wir haben uns dieses Spiel verdient. Und wir wollen nicht, dass es unser Endspiel ist. So ein Match setzt übermenschliche Kräfte frei.“

Eher unterirdisch sieht es dagegen in der Kasse von Erstligist FCK aus - die Pfälzer haben aber mit Stürmer Srdjan Lakic eine doppelte Lebensversicherung: Mit 18 Toren in 20 Pflichtspielen ist der Kroate einer der wichtigsten Akteure bei den Lauterern - und dadurch heiß begehrt. Angeblich soll der VfL Wolfsburg mit seiner prall gefüllten Kasse Interesse an dem Angreifer haben. “Wenn morgen einer kommt mit 10 Millionen, dann kann man nichts ausschließen“, sagte Manager Stefan Kuntz. Die finanziellen Löcher würde der aber lieber mit Pokal- statt Transfer-Millionen stopfen.

dpa

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