Weinzierl sieht FCA im Vorteil

"Kennen uns im Abstiegskampf besser aus"

+
Markus Weinzierl geht mit dem FCA selbstbewusst in die Partie gegen Hoffenheim.

Sinsheim/Augsburg - Es geht um alles oder nichts: Das Duell zwischen dem FC Augsburg und 1899 Hoffenheim ist eine Art „Endspiel“ um den Relegationsplatz in der Fußball-Bundesliga.

Der direkte Klassenerhalt befindet sich in weiter Ferne. Vielleicht auch deshalb setzt Marco Kurz in anderen Bereichen auf kurze Wege. Der Trainer des abstiegsgefährdeten Fußball-Bundesligisten 1899 Hoffenheim nächtigt seit seinem Amtsantritt in einem bescheiden ausgestatteten Zimmer auf dem Trainingsgelände in Zuzenhausen. Die Devise lautet: Volle Kraft gegen den Abstieg, keine Chance der Schlafmützigkeit.

Kein Wunder, dass Kurz gerade vor dem „Endspiel“ beim Verfolger FC Augsburg am Samstag (15.30 Uhr/Sky und Liga total) auch von seinen Profis absolute Wachsamkeit fordert. „Augsburg will uns den Platz in der Bundesliga streitig machen. Als Profi muss ich deshalb alles abrufen, um der bessere Spieler zu sein. Diese Einstellung muss ich haben“, sagte der 43-Jährige vor dem Duell des Vorletzten Augsburg mit dem einen Punkt besseren Drittletzten Hoffenheim.

Trotz der prekärsten Situation seit dem Aufstieg 2008 weiß Kurz nur zu gut, dass Bammel der schlechteste Ratgeber ist. „Ich habe Angst, wenn meine Kinder krank werden, aber nicht vor einem wichtigen Spiel“, erklärte der 1899-Coach und schob bestimmend nach: „Angst hat im Fußball nichts zu suchen.“

Markige Sprüche aber schon. Erst recht vor solch einem Schlüsselspiel. Der Verlierer dürfte das rettende Ufer endgültig aus den Augen verloren haben. „Das wird eine Schlacht. Da muss man schon beim Warmlaufen Schienbeinschützer tragen“, sagte Hoffenheims Manager Andreas Müller, der eine Lanze für Kurz brach: „Unter der Woche wird alles akribisch erarbeitet. Aber die Spieler müssen es auch umsetzen.“ Kapitän Andreas Beck lobte die „sehr klare Ansprache“ des Trainers, für den zwischen „Wohnung“ und Arbeitsplatz wenige Meter liegen.

Allerdings wird sich die Unterstützung für die Kraichgauer am Samstag wie so oft bei Auswärtsspielen in Grenzen halten: Nur 600 Hoffenheimer wollen die Reise in den Südwesten Bayerns mitmachen. Die Krise hat allenthalben für Ernüchterung gesorgt. Der Herbstmeister von 2008 hat nur einen Sieg aus den zurückliegenden zwölf Spielen geholt. Besonders das Offensivspiel des Tabellen-16. konnte der im Dezember 2012 als Hoffnungsträger verpflichtete Kurz noch nicht entscheidend beleben. Weder Eren Derdiyok noch Igor de Camargo oder Joselu stachen in vorderster Front. Unter Kurz holten die Hoffenheimer in fünf Spielen vier Punkte - und schossen dabei nur drei Tore. „Jetzt“, mahnte Müller nicht zum ersten Mal, „ist die Mannschaft in der Pflicht.“

Alle Bundesliga-Trikots, die Sponsoren und wie viel sie bezahlen

Bayern München: Telekom, Vertrag bis 2013, bis zu 25,0 Millionen Euro © dpa
VfL Wolfsburg: VW, unbefristet, mindestens 20,0 Millionen Euro © Getty
Schalke 04: Gazprom, Vertrag bis 2017, bis zu 18,0 Millionen Euro © Getty
Borussia Dortmund: Evonik, Vertrag bis 2013, bis zu 15,0 Millionen Euro © Getty
Hamburger SV: Emirates, Vertrag bis 2015, bis zu 8,5 Millionen Euro © Getty
Werder Bremen: Werder Bremen wirbt in den kommenden zwei Jahren für den Geflügelhersteller Wiesenhof und kassiert acht Millionen Euro pro Saison. © Getty
Bayer Leverkusen: Sunpower, Vertrag bis 2016, 6,0 Millionen Euro © Getty
VfB Stuttgart: Mercedes-Bank, Vertrag bis 2014, 6,0 Millionen Euro © Getty
Eintracht Frankfurt: Krombacher, Vertrag bis 2018, 5,5 Millionen Euro (Der Vertrag von Eintracht Frankfurt mit Krombacher läuft zwar bis 2018. Nach einem Jahr als Trikotsponsor wird die Brauerei ab dem zweiten Vertragsjahr aber zum Premiumsponsor) © Getty
1899 Hoffenheim: Suntech, Vertrag bis 2014, 4,5 Millionen Euro © Getty
Borussia M'Gladbach: Postbank, Vertrag bis 2013, 4,5 Millionen Euro © Getty
Hannover 96: Tui, Vertrag bis 2014, 4,0 © dpa
1. FC Nürnberg: NKD, geschätzte 3,5 bis 4 Millionen Euro © dpa
FSV Mainz 05: Entega, Vertrag bis 2017, 4,0 Millionen Euro © dpa
Fortuna Düsseldorf: o.tel.o, Vertrag bis 2013, 2,8 Millionen Euro © dpa
SC Freiburg: Ehrmann, Vertrag bis 2014, 2,5 Millionen Euro © Getty
SpVgg Greuther Fürth: Ergo Vers., Vertrag bis 2018, 2,2 Millionen Euro © dpa
FC Augsburg: AL-KO, Vertrag bis 2013, 1,5 Millionen Euro © dpa

Augsburgs Trainer Markus Weinzierl indes gibt sich auch angesichts von zuletzt nur einer Niederlage in sechs Partien selbstbewusst. „Wir kennen uns im Kampf gegen den Abstieg besser aus“, sagte der 38-Jährige. FCA-Manager Stefan Reuter spricht von einem Duell mit Endspielcharakter, „weil wir in unserer Situation nur noch sogenannte Endspiele haben“. Der Rückstand der Augsburger auf das rettende Ufer beträgt vor dem 23. Spieltag bereits zehn Punkte.

In Hoffenheim konnten sie zur Wochenmitte zumindest ein wenig durchatmen. Mäzen Dietmar Hopp widersprach den Gerüchten über seinen Ausstieg im Fall des Abstiegs. „Wer weiß, was in Hoffenheim entstanden ist, kann gar nicht auf solch abstruse Ideen kommen. Selbst wenn Hoffenheim absteigt, was ich nicht glaube, wird es mit großem Elan und Begeisterung weitergehen - auch andere sind schon ab- und wieder aufgestiegen“, sagte der 72 Jahre alte Milliardär der Bild-Zeitung. Hopp hat seit 1989 insgesamt 350 Millionen Euro in den Verein investiert.

SID

Auch interessant

Meistgelesen

Achtelfinale bei Sky und DAZN: Wo laufen die deutschen Champions-League-Spiele live?
Achtelfinale bei Sky und DAZN: Wo laufen die deutschen Champions-League-Spiele live?
Fußball heute live: Diese Spiele laufen live im TV und im Live-Stream
Fußball heute live: Diese Spiele laufen live im TV und im Live-Stream
EM 2020: Das ist der offizielle Spielplan - DFB-Elf erwischt Todes-Gruppe
EM 2020: Das ist der offizielle Spielplan - DFB-Elf erwischt Todes-Gruppe
Champions-League-Rechte: Rummenigge über größten Verlierer Sky - „Jetzt stehen sie nackt da“
Champions-League-Rechte: Rummenigge über größten Verlierer Sky - „Jetzt stehen sie nackt da“

Kommentare