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Adi Katzenmeier – der Mann mit den heilenden Händen hört auf

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Schweini, Adi und Poldi auf der Berliner Fanmeile am 30. Juni 2008.
Schweini, Adi und Poldi auf der Berliner Fanmeile am 30. Juni 2008. © dpa

Berlin - Eine Legende geht: DFB-Physiotherapeut Adolf Adi Katzenmeier wird beim Länderspiel gegen England am Mittwoch in Berlin seine Laufbahn nach fast einem halben Jahrhundert offiziell beenden.

Katzenmeier, der am Samstag seinen 74. Geburtstag feiert, arbeitete insgesamt 45 Jahre für den DFB, davon 34 Jahre als Physiotherapeut der Nationalmannschaft.

„Für mich war es immer eine große Freude, mit den Spielern zusammenzuarbeiten. Ich gehe mit einem lachenden und einem weinenden Auge: weinend, weil ich die Spieler verliere, lachend, weil meine Praxis auf dem DFB-Gelände ist und so der Kontakt nicht abreißt“, sagt Katzenmeier, der im Mannschaftsbus am Mittwoch auf dem Weg ins Stadion das letzte Mal neben Lukas Podolski Platz nehmen wird: „Ihm werde ich deshalb mit Sicherheit besonders fehlen.“

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Auch sein größter Fürsprecher wird sich am Mittwoch im Olympiastadion von seinem Sitz erheben, wenn Adi endgültig Adieu sagt: Franz Beckenbauer hatte den „Frankfurter Bub“, der auf Geheiß von Sepp Herberger ab 1963 zunächst die Junioren-Teams, die Amateur- und Olympia-Auswahl und die B-Nationalmannschaft betreute, vor Beginn der WM 1974 bei der A-Nationalmannschaft als zweiten Mann hinter Erich Deuser durchgedrückt und Katzenmeiers DFB-Karriere damit forciert.

„Adi war einer, der den Spielern, und nicht nur ihnen, Tag und Nacht selbstlos zur Verfügung stand. Ich kenne ihn seit 1965, und seit 1974 war er ja immer dabei. Als Spieler war er für mich schon sehr wichtig. Als ich Teamchef wurde, war er aber noch wichtiger für mich, weil es da um die Mannschaft ging, um die Stimmung und die Strömungen in ihr. Die medizinische Abteilung und speziell der Adi wussten und erfuhren alles, doch sie haben nie jemanden verraten“, erinnert sich der Kaiser an die gemeinsame Zeit. Für Katzenmeier war Beckenbauer nicht nur Fürsprecher, sondern vor allem Freund. „Franz Beckenbauer hat mich in jungen Jahren immer bestärkt. Zu ihm habe ich ein Riesenverhältnis. Er hat mich damals vor der WM 1974 vorgeschlagen, nachdem ich ihn mal bei einem Jugendturnier massiert hatte. Franz hat mir den Weg beim DFB geebnet“, erklärte Katzenmeier, der insgesamt an sieben Weltmeisterschaften und acht Europameisterschaften teilnahm.

Seinen 74. Geburtstag am Samstag wird Katzenmeier im kleinen Kreis mit Ehefrau Sylvia und Sohn Marcel in Frankfurt feiern, die große Sause findet dann am Mittwoch in Berlin statt.

„Sentimental werde ich aber auch in den letzten Minuten beim England-Spiel nicht werden. Ich nehme die Dinge so, wie sie sind. Auch wenn ich weiß, dass der Anruf des DFB damals wie der Beginn eines zweiten Lebens war“, sagte Katzenmeier, der seit 1963 in mehr als 1000 Länderspielen die Muskeln der DFB-Spieler bearbeitet hat.

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Quelle: tz

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