Löw ließ ihn draußen, Hitzlsperger überzeugte

Adler: Stammplatzgarantie von Löw

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Die Chance genutzt: René Adler wird im Tor bleiben

Dortmund - Wo andere zittern, fängt für ihn der Spaß erst an. „Ich liebe solche Spiele, wenn am Ende noch mal alles auf dein Tor zuläuft.“

Das sind die Worte von René Adler (23), der neuen deutschen Nr. 1 nach seinem Debüt gegen Russland, vor 65 000 Zuschauern. Es war die Reifeprüfung – und er hat sie fehlerlos bestanden.

Am Samstag erlebte das Dortmunder WM-Stadion die Geburtsstunde der nächsten deutschen Torwart-Generation im DFB-Dress. René Adler wird, wenn er von Verletzungen verschont bleibt, lange das deutsche Tor hüten. „Was René bei seinem Debüt geleistet hat, ist sensationell. Er hat Souveränität ausgestrahlt, gute Bälle gefangen und die Abstöße immer sehr genau gespielt. Es ist gut zu wissen, so einen Torwart hinter sich zu haben“, beschreibt Bastian Schweinsteiger die Leistung des Mannes von Leverkusen.

Deutschland gegen Russland: Jogis Jungs in der Einzelkritik

Deutschland gegen Russland: Jogis Jungs in der Einzelkritik © 
Starkes Debüt nach Anfangs-Nervosität: Das Gegentor konnte der 23-Jährige nicht verhindern, danach Rettungstat gegen Semak (55.). Wurde dann noch zum erhofften Rückhalt. Vorerst die Nummer 1. Note 2. © dpa
Der Berliner war erst schwer beschäftigt mit dem schnellen Schirkow, später mit Arschawin. Konnte sie nicht immer stoppen. Note 3,5. © dpa
Im 50. Länderspiel im Glück: Fast wäre sein Fehler kurz vor Schluss bestraft worden (88.). Meist Sieger gegen Pogrebnjak. Note 4. © dpa
Hellwach und engagiert, resolut in den Zweikämpfen. Pech beim Kopfball (33.). Rehabilitierte sich für die Patzer in Finnland. Note 3. © dpa
Der Fehler beim 1:2 warf einen Schatten auf eine ansonsten starke Leistung: Hinten und vorne viel unterwegs - ein Aktivposten. Note 2,5. © dpa
Bekam den Vorzug gegenüber Frings - und nutzte die Chance: Wich keinem Zweikampf aus, leitete zudem das erste Tor ein. Note 3. © dpa
Der Kapitän marschierte vorneweg und unterstrich seinen Führungsanspruch. Sehr präsent auf dem Platz - auch in der Spitze: Starker Volleyschuss (8.), Krönung das 39. Tor im 88. Länderspiel. Note 2,5. © dpa
Vom EM-Touristen zur Stammkraft: Wegbereiter zum 2:0, ballsicher, zielstrebig, schussstark: Pech beim Lattentreffer (62.). Note 2. © dpa
Startete gut. Sein überlegtes Zuspiel bei Ballacks Tor war eine Augenweide. Ließ später nach und verlor zu viele Bälle. Note 4. © dpa
Auch ohne Treffer wertvoller Teamworker in vorderster Front. Bereitete das Podolski-Tor vor. Rieb sich bis zur Auswechslung auf. Note 3,5. © dpa
Da war er wieder, der “Deutschland-Poldi“: Erzwang das 1:0, sein 31. Tor im 58. Länderspiel. Beweglich und schussstark, zwang Torhüter Akinfejew zweimal aus der Distanz zu Paraden (34./42.). Note 2. © dpa
Kam kurz vor Schluss für den starken Trochowski. Sollte mit seiner Kampfkraft die Russen stoppen und den Sieg mit verteidigen. Ohne Bewertung. © dpa
Kam für Klose (71.): Konnte sich in der Spitze nicht entscheidend in Szene setzen. Blieb ohne Torgefahr. Ohne Bewertung. © dpa
Simon Rolfes kam in der Nachspielzeit für Hitzlsperger (90.+3), ohne Bewertung. © dpa

„Er hat das fortgeführt, was er in den letzten Tagen ausgestrahlt hat. Ruhe, Souveränität, Sicherheit, Selbstbewusstsein. Er hat ohne Fehler gespielt“, konstatiert auch Bundestrainer Jogi Löw. Und als Dankeschön gab ihm Löw nach der Partie eine Einsatzgarantie für das Spiel am Mittwoch gegen Wales und das Freundschaftsspiel im November gegen England.

Die Mitspieler schwärmten. „René hat gerade in der zweiten Halbzeit viel Ruhe ausgestrahlt, war immer zur Stelle, auch bei hohen Bällen. Ein sehr, sehr gutes Debüt von ihm“, so Michael Ballack. Weitere Kostproben? Bitteschön: „René hat uns vor dem Ausgleich gerettet. Ich hoffe, dass ich noch sehr viele Länderspiele mit ihm spielen kann“, sagt Lukas Podolski. Und Miro Klose attestiert: „René hat seine Chance am Samstag 100-prozentig genutzt.“

Adler selbst bleibt bescheiden – und kann sein Glück kaum fassen: „Ich habe versucht, jede Sekunde aufzusaugen.“ Er wird noch viel mehr Sekunden genießen dürfen.

Die Spieler der Saison: Sechs Bayern unter den Top Ten

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756 Fußballer aus den ersten vier deutschen Fußball-Ligen haben entschieden: Franck Ribéry ist "Spieler der Saison 2007/2008". Auf den Franzosen entfielen 37,3 Prozent der abgegebenen Stimmen. Sehen Sie hier die Top Ten. © dpa
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Platz 2: Luca Toni (FC Bayern München, 19,3 Prozent) © Fishing4
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Platz 3: Diego (Werder Bremen, 7,1 Prozent) © Fishing4
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Platz 4: Oliver Kahn (FC Bayern München, 3,7 Prozent) © sampics
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Platz 5: René Adler (Bayer Leverkusen, 4,5 Prozent) © dpa
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Platz 6: Mario Gomez (VfB Stuttgart, 2,9 Prozent) © dpa
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Platz 7: Martin Demichelis (FC Bayern München, 2,3 Prozent) © Fishing4
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Platz 8: Lukas Podolski (FC Bayern München, 1,3 Prozent) © dpa
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Platz 9: Philipp Lahm (FC Bayern München, 1,1 Prozent) © dpa
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Platz 9 mit gleicher Prozentzahl: Simon Rolfes (Bayer Leverkusen, 1,1 Prozent) © dpa
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Platz 9 mit gleicher Prozentzahl: Stanislav Sestak (VfL Bochum, 1,1 Prozent) © dpa

Quelle: tz

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