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Unglaubliche Szenen beim Afrika-Cup! Schiedsrichter pfeift zweimal zu früh ab - dann wird es richtig kurios

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Von: Christoph Klaucke

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Schiedsrichter Janny Sikazwe sorgte für Verwirrung beim Afrika-Cup.
Schiedsrichter Janny Sikazwe sorgte für Verwirrung beim Afrika-Cup. © Imago

Beim Afrika-Cup in Kamerun spielen sich unfassbare Szenen ab. Der Schiedsrichter pfeift die Partie zwischen Tunesien und Mali gleich zweimal zu früh ab.

Limbe -  Laut Sepp Herberger und Regelwerk dauert ein Fußballspiel 90 Minuten. Mindestens. Doch die Geschichte hat uns gelehrt, dass das leider nicht immer der Fall ist. Schon öfter haben es Schiedsrichter mit der Uhr nicht so genau genommen und vorzeitig zum Halbzeit- oder Schlusspfiff geblasen.

Auch beim Afrika-Cup in Kamerun laufen die Uhren offenbar anders: Schiedsrichter Janny Sikazwe aus Sambia brachte es tatsächlich fertig, das Gruppenspiel zwischen Tunesien und Mali (0:1) am Mittwoch gleich zweimal zu früh abzupfeifen.

Afrika-Cup: Schiedsrichter Sikazwe pfeift gleich zweimal zu früh ab

Schon nach 85:06 Minuten hatte Sikazwe genug von der Partie in Limbe gesehen und pfiff ab. Die Spieler überzeugten ihn jedoch davon, dass er einen Fehler gemacht habe. Nach 89:45 Minuten war dann aber endgültig Feierabend. Diesmal war die gesamte tunesische Delegation wütend, Trainer Mondher Kebaier fuchtelte hektisch mit seiner Uhr vor der Nase der Offiziellen herum. Das Schiedsrichterteam musste angesichts des Zorns der „Adler von Karthago“ unter dem Schutz von Sicherheitskräften das Spielfeld verlassen.

Der zweite überpünktliche Abpfiff lässt umso mehr an der Umdrehungsgeschwindigkeit der unparteiischen Uhr zweifeln, als dass Malis Mittelfeldspieler El Bilal Touré in der 87. Minute die Rote Karte gesehen hatte und das Spiel wegen des Videobeweises lange unterbrochen war. Der Platzverweis war übrigens ebenso umstritten wie die beiden Handelfmeter des Spiels. Den ersten nutzte Malis Ibrahima Koné (48. Minute) zum Siegtor, den zweiten verschoss der Tunesier Wahbi Khazri (77.). 

Afrika-Cup: Schiedsrichter pfeift zweimal zu früh ab - Tunesier toben vor Wut

Doch das sollte es immer noch nicht gewesen sein. Als Malis Trainer Mohamed Magassouba gerade in der Pressekonferenz saß, wurde er von Offiziellen informiert, dass die restlichen Minuten doch noch gespielt werden sollen.

Die Die Malier mit den Bundesligaprofis Amadou Haidara von RB Leipzig und Diadie Samassekou von Hoffenheim und Sikazwe versammelten sich also wieder auf dem Platz, doch die Tunesier mit dem Kölner Ellyes Skhiri kamen schlicht nicht, was auf einen Protest hindeuten könnte. Nach kurzer Wartezeit pfiff Sikazwe endgültig ab. Und Magassouba begab sich entnervt zurück zur Pressekonferenz.

"In 30 Jahren in diesem Geschäft habe ich so etwas noch nie gesehen", wetterte Tunesien-Coach Kebaier: "Seine Entscheidung ist unerklärlich. Wir werden sehen, was jetzt passiert." Als das Kommando kam, auf den Platz zurückzukehren, seien seine Spieler "bereits in den Eisbädern" gewesen.

Video: Enthusiasmus in Corona-Zeiten: Gastgeber Kameruns Auftaktspiel im Afrika-Cup

Schiedsrichter Sikazwe bei WM 2018 im Einsatz - Korruptionsverdacht in Champions League

Sikazwe ist zum fünften Mal für die Afrika-Meisterschaft nominiert, auch bei der WM 2018 war er dabei, leitete in Russland zwei Vorrundenspiele. Es ist nicht das erste Mal, dass er im Mittelpunkt einer Kontroverse steht. Sikazwe war einmal nach einem Spiel der afrikanischen Champions League wegen „Korruptionsverdachts“ gesperrt worden, wie es in der damaligen Mitteilung des Kontinentalverbandes CAF hieß. Die Suspendierung wurde jedoch aufgrund fehlender Beweise wieder aufgehoben.

In Deutschland sorgte in den 70er Jahren ein zu früher Pfiff für Belustigung. Kult-Schiedsrichter Wolf-Dieter Ahlenfelder bat im Bundesligaspiel zwischen Werder Bremen und Hannover schon nach 32 Minuten zur Pause. Wie sich später herausstellen sollte, war der Unparteiische betrunken gewesen. (ck/dpa/sid)

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