Der Chef der UEFA im Porträt

UEFA-Präsident Aleksander Ceferin: Seine Karriere und Stationen

Aleksander Ceferin, UEFA-Präsident, nimmt an der Pressekonferenz nach der Sitzung des Exekutivkomitees teil
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Die Wahl von Aleksander Ceferin zum UEFA-Präsidenten war für viele eine Überraschung

Seit September 2016 ist Aleksander Ceferin der erste Mann in der UEFA. Der Slowene ist seit 2005 in der nationalen Fußballwelt aktiv. Der Jurist war zuvor für Rechtsfragen der UEFA zuständig.

  • Aleksander Ceferin war von 2011 bis 2016 in der UEFA-Rechtskommission hinter den Kulissen tätig.
  • Am 14. September 2016 wählte die UEFA ihn für die Fachwelt überraschend zum UEFA-Präsidenten.
  • Im Februar 2019 wurde er für eine zweite Amtszeit wiedergewählt.

Nyon, Schweiz – Die Wahl von Aleksander Ceferin zum UEFA-Präsidenten war im Herbst 2016 für viele eine Überraschung. Bis zu diesem Zeitpunkt galt der gebürtige Slowene als unbeschriebenes Blatt. Ceferin ist seit 2011 für die UEFA (Union of European Football Associations, offiziell: Union des Associations Européennes de Football) tätig. Vor dieser Zeit vertrat er als Rechtsanwalt bereits vor allem Sportler und Vereine.

Aleksander Ceferin: Lebenslauf und Eckdaten

Aleksander Ceferin wurde am 13. Oktober 1967 in Ljubljana im heutigen Slowenien geboren, einem Teil der ehemaligen Sozialistischen Föderativen Republik Jugoslawien. Er schloss ein Jurastudium an der Universität Ljubljana erfolgreich ab und arbeitete ab 1991 in der Rechtsanwaltskanzlei seiner Familie mit. Diese übernahm er einige Jahre später vollständig.

Bereits während seiner Tätigkeit als Rechtsanwalt stieg Aleksander Ceferin in die Fußballbranche ein. Er vertrat vor allem Spieler und Vereine. Eine der ersten Stationen als Verbandsmitglied nahm Ceferin im Jahr 2005 ein. In diesem Jahr übernahm er den Vorstand eines regionalen Fußballclubs: Bis 2006 saß er im Exekutivkomitee des Amateurvereins FC Ljubljana Lawyers. Von 2006 bis 2011 war Ceferin Mitglied des Fußballvereins NK Olimpija Ljubljana. Der Club spielt in der höchsten Spielklasse Sloveniens, der Slovenska Nogometna Liga, sowie in der EUFA-Europa-League (Stand Januar 2021).

Aleksander Ceferin: Privatleben

Aleksander Ceferin ist verheiratet und hat drei Kinder. Dem Sport ist er nicht nur in seiner Funktion als UEFA-Präsident verbunden. Ceferin spielt Fußball und Futsal (Hallenfußball), ist beziehungsweise war aktiv in Karate und im Motorsport. Ceferin spricht sechs Sprachen: neben Slowenisch auch Englisch, Italienisch, Serbisch, Kroatisch und Bosnisch.

Aleksander Ceferin: Der Weg in die UEFA

Im Jahr 2011 trat Aleksander Ceferin seine Position als Präsident des Slowenischen Fußballverbands an. Im selben Jahr nahm er eine erste Rolle bei der UEFA ein: Er war zunächst dritter, ab 2016 zweiter Vorsitzender in der Rechtskommission.

Wenige Monate nach seinem Aufstieg als zweiter Vorsitzender wurde Ceferin mit 42 Ja-Stimmen zum siebten Präsidenten des europäischen Fußballverbands gewählt. Sein Gegenkandidat, der niederländische Sportfunktionär Michael van Praag, erhielt 13 Stimmen. Durch diese Position wurde er automatisch zum Vizepräsidenten der FIFA (Fédération Internationale de Football Association, der internationale Fußballverband).

Die Wahl von Ceferin zum UEFA-Präsidenten wurde unter anderem vom DFB (Deutscher Fußball Bund) sowie vom ehemaligen UEFA-Generalsekretär und späteren FIFA-Präsidenten Gianni Infantino unterstützt.

Aleksander Ceferin: Seine Rolle als UEFA-Präsident

Aleksander Ceferin sah sich als UEFA-Präsident einer Reihe von Aufgaben gegenüber. So stieß er mehrere Reformen an:

  • zeitliche Obergrenze der UEFA-Präsidentschaft
  • zeitliche Obergrenze von Ämtern im UEFA-Exekutivkomitee
  • verschärfte Maßnamen zum „Financial Fairplay“ (FFP), Regelungen sportlicher, finanzieller, rechtlicher und infrastruktureller Kriterien der UEFA-Clubs

Nach dem Willen von Ceferin soll die Fußball-Europameisterschaft zukünftig mit 24 Mannschaften statt 16 Mannschaften stattfinden. Überlegungen, sie nach dem Vorbild der Weltmeisterschaft mit 40 Nationen austragen zu lassen, steht er kritisch gegenüber.

Kritik erntete der UEFA-Präsident für seinen Vorschlag, das UEFA-Champions-League-Finale auch außerhalb Europas stattfinden zu lassen. Unter anderem äußerte sich der von Geschäftsführer Borussia Dortmund, Hans-Joachim Watzke, negativ gegenüber den Plänen.

Aleksander Ceferin selber formulierte Kritik gegenüber dem Weltfußballverband FIFA. Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie sah dieser vor, Verbände, Vereine und Spieler finanziell zu entschädigen. Ceferin forderte für dieses Vorgehen strikte Regeln sowie hohe Transparenz. Es sollte nicht der FIFA allein überlassen werden, wohin die Gelder fließen.

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