Alle lieben Leitner - und Leitner den FCA

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Moritz Leitner (Mitte) feierte ein glänzendes Debüt beim FCA

München - Der FC Augsburg hat ein neues Traumpaar: Moritz Leitner und Michael Thurk. Alle lieben den Ex-Löwen - und Leitner den FC Augsburg, wie das Interview mit tz-online.de zeigt.

Beim 2:0-Sieg im Derby gegen den FC Ingolstadt trugen beide nicht nur die gleichen signalorangen Schuhe, sondern harmonierten auch spielerisch. "Er hat sich fast blind mit Michael Thurk verstanden", lobte Trainer Jos Luhukay, der ansonsten ungern einzelne Spieler hervorhebt.

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Doch bei diesem Traumdebüt konnte er nicht anders. Hinter Sturm-Routinier Thurk riss Leitner mit frechen Aktionen immer wieder Räume auf und das Spiel an sich - ballverliebt, aber nicht selbstverliebt. "Er hatte immer ein Auge für seine Mitspieler, um sie in Szene zu setzen", schwärmt Luhukay: "Der erste Eindruck ist total positiv. Ich bin mehr als zufrieden."

Das zeigte der Niederländer dem 18-Jährigen dann auch. Als die 20.600 Zuschauer in der impuls arena den ehemaligen Löwennachwuchsspieler bei der Auswechslung in der 80. Minute hochleben ließen, empfing ihn der Trainer an der Seitenlinie mit einer innigen Umarmung.

Zuvor hatte der Winterneuzugang das entscheidende 2:0 von Stephan Hain mit einem Zuckerpass aufgelegt. "Große Klasse", schwärmt Luhukay. "Das war ein super Einstand", lobt Vollstrecker Hain: "Moritz ist selbstbewusst aufgetreten und hatte viele Super-Aktionen." Und Leitwolf Thurk sagt: "Wir sind froh, ihn jetzt bei uns zu haben." Alle lieben Leitner – und Leitner den FCA, wie das Interview mit tz-online.de zeigt.

Herr Leitner, wie gefällt es Ihnen beim FCA?

Moritz Leitner: Die Mannschaft ist super. Sie hat mich super aufgenommen. Man hat gemerkt, dass ich kein Außenseiter war und sie mich eingebaut haben. Von den Typen ist das einfach eine Klassetruppe. Da fällt es relativ leicht mitzuspielen. Das war einfach nur cool! So stellt man sich das erste Spiel vor – perfekt!

Haben Sie damit gerechnet, gleich von Beginn an spielen zu dürfen?

Leitner: Nein, aber ich habe es gehofft. Ich habe mich natürlich gefreut, als ich meinen Namen auf dem Plakat (mit der Aufstellung, Anm. d. Red.) gelesen habe.

Ihr Ex- Trainer Reiner Maurer hat ja vermutet, dass Sie beim FCA weniger spielen werden als beim TSV 1860 ...

Leitner: Das wird man sehen, schauen wir mal (grinst).

Haben Sie am 13. Januar, als es um die Lizenz ging, den Löwen noch mal die Daumen gedrückt?

Leitner: Klar, ich habe 13 Jahre lang für die Löwen gespielt. Ich habe die Nachricht gehört. Das ist schön. Ich wünsche ihnen nur das Beste, ich wünsche ihnen nichts Schlechtes. Ein kleines Ohr habe ich schon noch dort.

Wie ist Ihre neue Rolle beim FCA?

Leitner: Bei ein paar Situationen muss ich außen sein, sagt der Trainer, aber ansonsten habe ich meine Freiheiten. Normal bin ich eher in der Zentrale. Mal außen, mal innen, das macht einen kreativen Spieler aus. Ich mache das nach Gefühl.

Wie läuft das Zusammenspiel mit Michael Thurk?

Leitner: Er ist ein super Typ und ein super Spieler. Es macht einfach Spaß, mit ihm Fußball zu spielen. Das ist geil! Ich kann hier noch von vielen Spielern was lernen.

Die Fans haben Sie bei der Auswechslung gefeiert. Wie war das?

Leitner: Es ist ein schönes Gefühl, die Fans zufriedenzustellen. Das fand ich gut.

Wie sind Sie mit der Kritik an Ihrem Wechsel umgegangen?

Leitner: Für mich ist 60 abgeschlossen. Ich mag darüber nicht mehr reden. Ich bin jetzt in Augsburg, freue mich darüber und will hier jedes Spiel gewinnen. Das ist mein neues Ziel.

Sie haben seit gut einem Monat Ihren Führerschein. Pendeln Sie jetzt?

Leitner: Ich habe ein Hotel hier und suche mir jetzt eine Wohnung. Ich werde nicht jeden Tag pendeln.

Was sagen Ihre Münchner Spezln dazu, dass Sie gehen?

Leitner: Was sollen Sie schon sagen? Viel Glück ham's mer gwunschn (grinst).

Wenn es weiter so gut klappt: Könnten Sie sich vorstellen, im Fall des Aufstiegs ein weiteres Jahr in Augsburg zu spielen?

Leitner: Das ist noch offen. Ich denke jetzt von Spiel zu Spiel. Und wenn es dann so weit ist, dann schauen wir weiter ...

Mit einem halben Bein sind Sie schon in Dortmund. Wie verfolgen Sie den Höhenflug des BVB?

Leitner: Wenn es zeitlich geht, schaue ich mir das ein oder andere Spiel an. Aber ansonsten konzentriere ich mich auf meine Spiele.

Wie haben Sie den 3:1-Sieg gegen Leverkusen am Freitag erlebt?

Leitner: Das war natürlich geil, Dortmund spielt super. Aber unsere drei Punkte gegen Ingolstadt sind mir persönlich wichtiger.

Interview: Tobias Kimmel

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