Vom Radlertrinker bis zum Wiesnprofi

Amateurfußballer und das Oktoberfest: Diese sieben Typen gibt es

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Die Spieler des SV Waldperlach auf der Wiesn 2017. 

Auf dem größten Volksfest der Welt trifft man nicht nur bierselige Australier, Schürzen jagende Italiener und „Zugroaste“ in billigen Lederhosen - sondern auch unzählige Münchner Amateurfußballer. 

„Dieses Handy und dieses iPhone ist ein totaler Scheiß für die Spieler“, sagt Bayern-Präsident Uli Hoeneß. Ein lustiger Wiesn-Besuch mit der Mannschaft, bei dem einer beim Besuch eines Fahrgeschäfts auch mal „hintenrüberkotzt“ ist heute für die Profis nicht mehr möglich, bemängelt der Präsident des FC Bayern München. 

Wiesn-Verbot für Fußballer? Für die oberbayerischen Amateurkicker undenkbar! Zwischen dem größten Volksfest der Welt  und den Fußballern in und um München besteht eine innige Liebesbeziehung. Einige laufen zur Wiesnzeit zur Höchstform auf - bei anderen enden wochenlange Siegesserien zuverlässig zur großen Sause auf der Theresienwiese.

Wir stellen die sieben Wiesn-Typen vor, die es in jeder Mannschaft gibt:

1) Der Wiesn-Profi:

Er kennt nur Vollgas - auf und neben dem Platz. Während der Wiesnzeit läuft er zur Höchstform auf. Der Wiesn-Profi muss sich nicht erst in einen Rausch spielen, sondern hat diesen schon zu Spielbeginn. In den Wiesn-Wochen gelingt ihm einfach alles: Im Zelt kann er beim Anbandeln überzeugen, auf dem Feld versucht er sich an Fallrückziehern und Hackentricks. Sein einziges Problem: An seine besten Aktionen kann er sich nicht erinnern.

2) Der „Verletzte“:

Da ist es wieder, das Zwicken in der Wade. Der Wiesn-Verletzte spürt es zuverlässig im letzten Training vor Beginn des Oktoberfests. Er ist hoch motiviert, mit seiner Mannschaft eine gute Saison zu spielen und gibt immer alles für den Erfolg seines Teams. Für ein Punktspiel würde er sogar die Hochzeit seines Bruders absagen. Nur während der fünften Jahreszeit findet man ihn auf der Bierbank statt auf dem Trainingsplatz. Nach Wiesn-Ende folgt in der Regel die Wunderheilung. Auf Nachfragen zu einem Zusammenhang zwischen seiner Verletzung und dem Wiesn-Beginn reagiert er entrüstet.

3) Der Kartensammler:

Enger Verwandter des Wiesn-Verletzten ist der Kartensammler: Eine Notbremse zur rechten Zeit ermöglicht es ihm, sich während des Volksfests nicht mit Nebensächlichkeiten wie Punktspielen abzugeben. Wichtig ist auch hier die richtige Dosierung: Ein Brutalo-Foul könnte eine zu lange Sperre nach sich ziehen. Gibt es hingegen nur Gelb-Rot (unterhalb der Regionalliga zieht eine Ampelkarte keine Sperre nach sich), geht der Plan schief. In diesem Fall muss der Kartensammler auf Plan B zurückgreifen (siehe: Der Wiesn-Verletzte).

4) Der Radlertrinker

Nichts Halbes und nichts Ganzes - der Radlertrinker ist die falsche Neun unter den Wiesnbesuchern. Er möchte die Wiesn zwar genießen, aber ist krampfhaft bemüht, sich vor Spiel- und Trainingstagen nicht zu sehr die Lichter auszuschießen. Von seinen Teamkollegen erntet er dafür meist Hohn und Spott. 

5) Der „Saufen fürs Teambuilding“-Typ:

Gemeinsamer Bierkonsum schweißt zusammen. Davon ist der Teambuilding-Experte felsenfest überzeugt. „Früher waren wir vor allem deswegen so ein geiler Haufen, weil wir immer zusammen gesoffen haben“, erklärt er jedem, der ihm über den Weg läuft. Unermüdlich versucht er seine Teamkollegen zum geschlossenen Wiesnbesuch zu motivieren. Dafür schreckt er vor nichts zurück: Er schlägt Spielverlegungen vor, um die Wiesn-Wochenenden frei zu haben und fordert vom Coach, das Training durch gemeinsame Besuche im Bierzelt zu ersetzen. Er ist sich sicher: „Ein gemeinsamer Wiesnbesuch bringt mehr fürs Teambuilding als Rafting, Hochseilgarten und Kegeln zusammen.“

6) Der Wiesn-Hasser:

Zu viele Touristen, zu voll, zu schlecht eingeschenktes Bier. Das sind die beliebtesten Kritikpunkte des Wiesn-Hassers. Er bleibt lieber im Vereinsheim sitzen, als sich raus auf die Theresienwiese zu quälen. Über den Enthusiasmus seiner Teamkollegen kann er nur den Kopf schütteln. 

7) Der Halb-Profi:

Für das Oktoberfest hat er nichts übrig. Er bereitet sich akribisch auf jedes Training und Spiel vor. Übermäßiger Bierkonsum könnte sein Leistungsvermögen einschränken, weswegen er grundsätzlich darauf verzichtet. „CR7 trinkt auch keinen Alkohol“, erklärt er auf Rückfragen bierernst. Sein Traum: Die Schwäche der anderen nutzen, um sich durch seinen enormen Trainingseinsatz in die Mannschaft zu spielen. Die Realität sieht oft anders aus.

von Tobias Empl

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