DFB-Spieler spielte lang im Ausland

Bundesliga-Star war vor kurzem noch EM-Kandidat - jetzt wechselt er in die Wüste

Amin Younes spielte im März diesen Jahres dreimal für die Nationalmannschaft.
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Amin Younes spielte im März diesen Jahres dreimal für die Nationalmannschaft.

Bei den EM-Quali-Spielen im März spielte er noch für das DFB-Team. Nun wechselt er wohl im besten Fußballeralter in die Wüste.

Frankfurt - Als nach dem 0:6-Debakel gegen Spanien im Rahmen der EM-Qualifikationsspiele im März das erste Casting zur Europameisterschaft* stattfand, nahm Jogi Löw einige Überraschungs-Kandidaten* in der Kader auf. Einer von ihnen war Amin Younes, der seit Ende 2017 erstmals wieder in die Nationalmannschaft berufen wurde. Nun steht der erst 28-jährige Frankfurter kurz vor einem Wechsel in eine sportlich unattraktive Liga.

Transfermarkt: Nationalspieler wechselt offenbar in die Wüste - er spielte dieses Jahr noch unter Löw

Zwar ist der gebürtige Düsseldorfer noch bis Ende Juni 2022 vom Serie-A-Klub SSC Neapel an Eintracht Frankfurt* ausgeliehen, jedoch würde er den Bundesligisten gerne im Sommer verlassen. Das Ziel ist Medienberichten zufolge der saudi-arabische Erstligist Al-Shabab Riad. Beim Vizemeister der Professional League wäre Younes einer von fünf erlaubten ausländischen Profis, der ehemalige Premier-League-Spieler Odion Ighalo sowie der langjährige La-Liga-Star Éver Banega stehen ebenfalls im Kader.

In Frankfurt akzeptiert man Younes‘ Entscheidung scheinbar, auch der neue Eintracht-Trainer Oliver Glasner rechnet mit einem Wechsel seines Mittelfeldspielers. Es sei „durchaus vorstellbar, dass in den nächsten Tagen eine Einigung erzielt wird“, meinte der Coach am Donnerstag vor der Partie gegen den FC Augsburg*. Der achtfache Nationalspieler habe sich im Bezug auf den angestrebten Transfer „klar geäußert - auch mir gegenüber“, so Glasner. Der Abgang scheint also nur noch eine Frage der Zeit zu sein.

Amin Younes: Nach Auslands-Wechseln innerhalb Europas wechselt der DFB-Spieler wohl nach Saudi-Arabien

Nach der 2:5-Pleite gegen Borussia Dortmund zum Auftakt der Saison könnte Glasner mit weiteren Abgängen rechnen, auch der Schweizer Steven Zuber könnte den Verein noch verlassen. Außer Amin Younes sei jedoch noch keiner beim Trainer gewesen, „der gesagt hat, ich will nicht mehr für die Eintracht spielen“.

Der Wechsel in die sportlich gesehen recht einflusslose saudi-arabische Liga ist ein Wendepunkt in der Karriere des 45-fachen DFB-Juniorennationalspielers. Seine erfolgreichste Zeit bei Ajax Amsterdam endete 2018 in einer Suspendierung, nachdem Younes eine Einwechslung verweigert hatte. Nach seinem Wechsel nach Neapel im darauffolgenden Sommer war er meist nur Ersatz und kämpfte mit Verletzungen, bei seiner Leihe nach Frankfurt blühte er kürzlich auf. Der Lohn war die Nominierung durch Jogi Löw, allerdings reichte es für Younes nicht für eine EM-Teilnahme.

Die jüngste Entwicklung des Deutsch-Libanesen hatte man offenbar auch in Saudi-Arabien bemerkt, wo sich Younes nun im fußballerischen Niemandsland wohl auf einen hoch dotierten Vertrag freuen kann. Seine Nationalmannschafts*-Karriere dürfte mit dem Wechsel jedoch endgültig beendet sein. (ajr) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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