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Rettig: "Ich hatte 1860 höher eingeschätzt"

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Andreas Rettig (l.) mit FCA-Coach Jos Luhukay © sampics

Augsburg - FCA-Manager Andreas Rettig spricht im tz-Derby-Interview über Moritz Leitner und wirft die Frage auf, ob sich die Löwen im Sommer womöglich einen Wettbewerbsvorteil verschafft haben.

Nach dem 2:1 der Löwen im Hinspiel lagen 1860 und der FC Augsburg mit jeweils zehn Punkten auf Rang sieben und acht, inzwischen sind die Verhältnisse klar.

Der FCA spielt um den Aufstieg, Sechzig um die Ehre. Vor dem Duell am Freitag sprach die tz mit Augsburgs Manager ­Andreas Rettig über Leitner, Lauth und – nicht vorhandenes – Geld.

Herr Rettig, warum haben Sie Moritz Leitner einen Maulkorb verpassen lassen?

Rettig: Maulkorb klingt mir zu negativ. Richtig ist, dass wir bei Moritz und seinem Berater den Wunsch hinterlegt haben, sich vor dem Derby nicht mehr öffentlich zu äußern. Ich habe die Sorge, dass Moritz’ Worte missverständlich transportiert und interpretiert werden könnten. Wir wollen ihn nicht in eine blöde Situation bringen.

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Pfiffe wird’s auch so geben.

Rettig: Ich hoffe auf Fairness. Wir hatten uns ja schon im Sommer um Moritz bemüht, als er noch aktiv in der A-Jugend gespielt hat. Damals hat er ein klares Bekenntnis für 1860 abgegeben.

Aber im Winter ging’s schnell.

Rettig: Wir sind erst wieder aktiv geworden, als klar war, dass er nach Dortmund geht und als er danach bei 1860 kaum noch Einsatzzeiten bekommen hat. Bei uns hat er in fünf Spielen mehr gespielt als bei 1860 in den letzten zehn Spielen. Ohne die Zustimmung der Löwen wäre der Transfer jedoch nicht möglich gewesen.

Der FCA hat die Löwen abgehängt. Augsburger Stärke oder Giesinger Unvermögen?

Rettig: Ich hatte die Löwen schon höher eingeschätzt, aber die Saison ist ja noch nicht zu Ende. Außerdem orientieren wir uns nicht an anderen Mannschaften, sondern wir schauen, dass wir den Platz verteidigen, auf dem wir jetzt stehen.

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Investor Walther Seinsch steigt zum Saisonende aus. Ist der FCA zum Aufstieg verdammt?

Rettig: Wir hängen nicht am Tropf von Herrn Seinsch. Wir haben ihm das Stadion zu verdanken und er ist der Vater des Erfolges, aber hier bricht nichts zusammen, wenn es mit dem Aufstieg nicht klappen sollte. Wir haben 42 von 48 vermarktbaren Logen verkauft, der Business-Bereich läuft hervorragend. Wir machen uns unabhängig. Und das war ja immer der Plan.

Bei 1860 wurde in der jüngeren Vergangenheit anders verfahren.

Rettig: Mehr auszugeben als einzunehmen hat auf Dauer noch nirgends funktioniert. Ich bin ein entschiedener Gegner dieser Hasardeursmentalität. Das gilt für Wirtschaft, Sport und Politik.

Bei 1860 war es vor allem der Fall Savio Nsereko, der Sie irritiert hat.

Rettig: Dass 1860 unser Angebot bei Nsereko im Sommer überboten hat, hat mich bei den veröffentlichten Zahlen zur wirtschaftlichen Situation sehr verwundert. Es stört mich, wenn man sich einen Wettbewerbsvorteil verschafft, ohne die Substanz dafür zu haben.

Hat der FC Ausgburg die Substanz für Benny Lauth?

Rettig: Wenn ich sage, er ist interessant, dann wäre das unseriös, weil wir weder mit ihm noch mit seinem Berater hierüber gesprochen haben. Andersrum wäre es genauso unsinnig, da würde sich Benny Lauth zu Recht fragen, was ich mir einbilde.

Ihr Tipp für Freitag?

Rettig: Wir haben was gutzumachen. Das 1:2 in Augsburg war schmerzhaft und leider auch noch verdient.

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