Angst im Revier: Schalke kämpft um Existenz

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Arena auf Schalke.

Düsseldorf - Spielerverkäufe in der Winterpause, Entlassungen von Mitarbeitern, Auslagerung von Tochterunternehmen - der FC Schalke 04 sucht fieberhaft einen Ausweg aus der schweren Finanzkrise.

“Ich bin nach wie vor die Ruhe selbst. Wir müssen weiter arbeiten und gewinnen“, begegnet Schalkes Aufsichtsratschef Clemens Tönnies den fast täglich neuen Hiobsbotschaften. Nach jüngsten Berichten sollen die “Königsblauen“ mit 137 Millionen Euro Schulden in den tiefroten Bereich gerutscht sein und zudem weitere 100 Millionen Euro an Verbindlichkeiten haben. Laut Verein handelt es sich bei den veröffentlichten Zahlen nicht um neue Schulden, sondern um einen Teil der Tilgung der Arena KG für das Stadion.

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Bayer Leverkusen - Borussia Dortmund: Der Tabellenführer aus Leverkusen trat in der ausverkauften BayArena gegen den BVB an. Es war auch das Treffen der Zwillinge Sven (BVB) und Lars Bender (Bayer 04). © dpa
 
Die Gäste gingen durch Lucas Barrios (Mitte) früh in Führung. Die "Werkself" musste damit den ersten Gegentreffer nach 377 Minuten hinnehmen. © dpa
 
Bayer zeigte sich davon sichtlich beeindruckt. Für eine geraume Zeit ging die Ordnung im Leverkusener Spiel verloren. © dpa
 
In der 65. Minute traf dann aber Friedrich nach einer Ecke von Tranquillo Barnetta per Kopf zum 1:1. © dpa
 
Die Freude und Erleichterung war groß. Doch zu mehr reichte es nicht mehr. Es blieb beim Unentschieden. © dpa
 
FC Bayern - Eintracht Frankfurt: Nach der 1:2-Niederlage unter der Woche bei Girondins Bordeaux stand der Rekordmeister mit Trainer Louis van Gaal gegen die Frankfurter Eintracht stark unter Druck. © dpa
 
Erst nach gut 20 Minuten wurde das Spiel der überlegenen Bayern zwingender. Gegen die äußerst defensiv eingestellte Eintracht ergaben sich einige gute Möglichkeiten. Mit der Verwertung haperte es aber wieder einmal. © dpa
 
Mit der ersten richtigen Torchance schockten dann die Frankfurter die Bayern. Alex Maier schoss die Eintracht in Führung. © dpa
 
Doch durch einen Fehler von Torhüter Oka Nikolov erzielte der eingewechselte Arien Robben den Ausgleich... © dpa
 
... ehe Abwehrchef Daniel van Buyten die Bayern kurz vor Schluss zum 2:1-Sieg köpfte. © dpa
 
Borussia Mönchengladbach - 1. FC Köln: Besonderes Augenmerk lag auf dem rheinischen Derby. Aus Sicherheitsgründen wurde in der Stadt und im Stadion kein Alkohol ausgeschenkt. © dpa
 
Im Stadion blieb es friedlich, nur eine Rauchbombe wurde während der Partie gezündet. © dpa
 
Im Borussia-Park waren die Gastgeber in der Anfangsphase zwar bemüht, das Spiel unter Kontrolle zu bekommen, doch die Verunsicherung war den "Fohlen" anzumerken. Trotz optischer Überlegenheit in den ersten 20 Minuten erspielten sich die Gladbacher in dieser Phase keine Torchance. © dpa
 
In einer abwechslungsreichen Partie schaffte es keine der Mannschaften den Ball im gegnerischen Netz unterzubringen. © dpa
 
Auch Nationalspieler Lukas Podolski konnte kein Tor erzielen. © dpa
 
Hannover 96 - VfB Stuttgart: Ebenso wie der FC Bayern verlor auch der VfB Stuttgart unter der Woche sein Spiel in der Champions League. Hier ist VfB-Trainer Markus Babbel (r.) im Gespräch mit Hannover-Coach Andreas Bergmann. © dpa
 
Doch nach 30 Minuten lagen die Schwaben wieder zurück. © dpa
 
Didier Ya Konan brachte 96 mit seinem Tor in Front. Doch das Tor hätte nicht zählen dürfen, der Schütze stand im Abseits. © dpa
 
Stuttgart drückte vor allem in der zweiten Hälfte auf den Audgleich. © dpa
 
Doch der VfB hatte kein Glück. Zweimal rettet sogar das Aluminium für die Hannoveraner. 96 gewann damit erstmals seit 20 Jahren wieder ein Heimspiel gegen Stuttgart. © dpa
 
1899 Hoffenheim - 1. FC Nürnberg: Der Club hatte sich nach dem 3:0 gegen Hertha BSC viel vorgenommen. Die Zuschauer in der ausverkauften Rhein-Neckar-Arena sahen in der Anfangsphase eine ausgeglichene Partie auf mäßigem Niveau mit offensiven Gästen. © dpa
 
Doch in der 34. Minute zog Christian Eichner aus 35 Metern ab... © dpa
 
... und traf in den Torwinkel der Gäste. Er markierte damit seinen ersten Treffer im Trikot der Hoffenheimer. © dpa
 
Die Freude bei den Hoffenheimern war natürlich groß. Sieben Minuten zuvor hatten sie noch Glück gehabt, als Schiedsrichter Michael Weiner (Giesen) nach einem Zweikampf zwischen Josip Simunic und "Club"-Stürmer Albert Bunjaku nicht auf Strafstoß für Nürnberg entschied. © dpa
 
Vedad Ibisevic erhöhte nur vier Minuten später auf 2:0. © dpa
 
Franco Zuculini (64.) traf für die zuhause weiter ungeschlagenen Hoffenheimer zum 3:0-Endstand. © dpa
 
FSV Mainz 05 - SC Freiburg: Das Duell zwischen den Aufsteigern wurde von Freiburgs Trainer Dutt zu einem richtungsweisenden Spiel erklärt. © dpa
 
Doch er hatte das sicher anders geplant. Andreas Ivanschitz brachte Mainz mit einem sehenswerten Heber in Führung (24.). © dpa
 
Die Breisgauer waren insgesamt die bessere Mannschaft, konnte dies jedoch nicht in Tore ummünzen. Auch nach dem Wechsel erspielten sich die Freiburger die besseren Chancen. Nach einem Schuss von Felix Bastians musste Ivanschitz auf der Linie klären (48.). © dpa
 
Quasi im Gegenzug glänzte der 26-jährige Österreicher mit einem Pass auf Hoogland, der mit einem Schuss aus halbrechter Position auf 2:0 erhöhte (50.). © dpa
 
Kapitän Tim Hoogland (50.) besiegelte den vierten Sieg der Mainzer im fünften Heimspiel der Saison. Freiburg kassierte seine dritte Niederlage in Serie und rutschte Richtung Abstiegszone ab. © dpa
Hertha BSC - VfL Wolfsburg: Die Berliner kassierten zuletzt acht Pflichtspiel-Niederlagen in Folge, und dann kam auch noch der Deutsche Meister VfL Wolfsburg in die Hauptstadt ... © dpa
Die Berliner zeigten sich aber im Vergleich zu den vergangenen Partien stark verbessert. © dpa
Die Wolfsburger dagegen wirkten müde und lethargisch. © dpa
Auch Stürmer Obafemi Martins (r.), der für den im Urlaub weilenden Grafite stürmte, konnte sich nicht durchsetzen. © dpa
Am Ende endete das Spiel 0:0, doch Hertha-Trainer Friedhelm Funkel wäre ein Sieg natürlich lieber gewesen. © dpa
VfL Bochum - Werder Bremen: Das Spiel begann mit einem Paukenschlag. Bereits in der 1. Minute erzielte Sestak das 1:0 für die Bochumer. © dpa
Die Bremer wirkten zunächst geschockt, erholten sich aber schnell von dem frühen Rückstand. © dpa
Schon in der 9. Minute traf Hunt auf Vorlage von Claudio Pizarro zum Ausgleich. © dpa
Kurz darauf erzielte Marko Marin sein erstes Bundesliga-Tor für Werder und freute sich entsprechend. © dpa
Am Ende sah Bundestrainer Jogi Löw einen souveränen 4:1-Erfolg für Werder. Der vierte Bundesligasieg in Folge für die Bremer. © dpa
Schalke 04 - Hamburger SV: Großes Thema vor dem Topspiel zwischen Schalke und dem HSV war die angeblich angespannte Finanzlage bei den „Knappen“. Hat Schalke wirklich über 100 Millionen Euro Schulden? © dpa
Sportlich entwickelte sich zwischen beiden Teams eine absolute Spitzenpartie. Zur Pause führten die Gäste durch Tore von Berg und Trochowksi mit 2:0. © dpa
Doch die Schalker gaben nicht auf und kamen durch Kuranyi zum Anschlusstreffer. Dann sah Hamburges Rozenhal wegen einer Notbremse die Rote Karte und der junge Schalker Schmitz köpfte das 2:2. © dpa
Hamburg schlug aber zurück und kam zehn Minuten vor Schluss, wiederum durch Berg, zum 3:2. © dpa
Kevin Kuranyi sicherte mit seinem Kopfballtreffer in der 90. Minute wenigstens noch einen Punkt für die „Königsblauen“. © dpa

Hinter den Kulissen werden eindringlich Geldbeschaffungsmaßnahmen diskutiert. Vor allem lukrative Millionen-Transfers von Torhüter Manuel Neuer und Verteidiger Rafinha scheinen nun doch ein Thema zu werden, auch wenn dies öffentlich immer wieder dementiert wird. Ein Verkauf des begehrten Defensiv-Duos in der Winterpause könnte dem klammen Bundesligisten knapp 30 Millionen Euro in die Kassen spülen. Der deutsche Fußball-Rekordmeister FC Bayern München hatte bereits vor Saisonbeginn Interesse an Neuer angemeldet. “Der FC Bayern wird Neuer nicht bekommen, solange Magath Trainer auf Schalke ist“, sagte Bayern-Präsident Franz Beckenbauer beim TV-Sender “Sky“, “es wäre für Schalke jetzt das Falscheste, das Tafelsilber zu veräußern.“ Aber Not zwingt manchmal zum Handeln.

Personalkosten senken

Tatsächlich soll der gewaltige Personalaufwand von 69 Millionen Euro für den Mammutkader nach der Hinrunde drastisch gesenkt werden. Bei gestandenen Profis wie Halil Altintop, Lewan Kobiaschwili und Kevin Kuranyi laufen am Ende der Saison die Verträge aus. Hohe Transfererlöse ließen sich mit ihnen auch in der Winterpause nicht erzielen. Eine Trennung könnte aber helfen, die üppigen Gehaltskosten zu reduzieren. Ähnliches plant der Verein seit Monaten mit Albert Streit, der bei Trainer Felix Magath in Ungnade gefallen ist und mit einem Salär von angeblich 2,5 Millionen Euro zu Buche steht. Bis Samstag müssen bei der Deutschen Fußball-Liga (DFL) die Unterlagen für die Nachlizenzierung eingereicht werden.

Diese Nachjustierung wurde vor drei Jahren eingeführt, um sicherzustellen, dass die Vereine während der sommerlichen Transferperiode nicht über ihre Verhältnisse gewirtschaftet haben. Bisher hat es beim Nachlizenzierungsverfahren noch keine Verstöße oder Strafen gegeben. “Da habe ich keine Sorgen. Unseren Verbindlichkeiten stehen beträchtliche Werte gegenüber. Darum ist die Situation auch zu handhaben“, sagte Chefcoach, Manager und Vorstandsmitglied Magath. Mit Geldbußen oder Punktabzügen wegen Verstößen gegen Lizenzauflagen rechnet er nicht: “Ich bin optimistisch, dass sich unsere finanzielle Situation schneller verbessern wird als viele glauben.“

Kompliziertes Geflecht von Kleinfirmen

Der Multifunktionär spielte den Neuigkeitswert der in der “Welt am Sonntag“ veröffentlichten Zahlen als “alten Hut“ herunter. Zugleich gab er aber zu, das unüberschaubare Geflecht der vielen geschaffenen Kleinfirmen unter dem Schalker Dach würde auch Einblicke verwehren. “So etwas Kompliziertes habe ich noch nicht kennengelernt“, sagte der 56-Jährige. “Man hat das Gefühl, dass eine solch komplizierte Konstruktion dafür da ist, um gewisse Dinge nicht so genau darlegen zu müssen.“ Da solle nun - auch mit Hilfe eines “externen Fachmannes“ - mehr Transparenz geschaffen werden. Zudem will sich Schalke von der Catering KG, einer der zahlreichen Holding-Töchter, trennen.

Abseits der Mannschaft hat der Sparkurs schon begonnen. Bereits Anfang Oktober wurden die ersten Stellenstreichungen im Club bekannt. Acht Mitarbeitern aus der Rechtsabteilung und der Hausmeisterei wurden gekündigt. Zuvor hatten bereits zwei Mitarbeiter des Schalke- Museums ihren Arbeitsplatz räumen müssen. “Der Verein befindet sich im Umbruch, dazu gehören unangenehme Aufgaben wie die Entlassungen“, sagte Magath. Der Club müsse in allen Bereichen sparen, auch in der Lizenzspielerabteilung. “Wir sind ein mittelständisches Unternehmen und müssen uns an der aktuellen Situation orientieren“, so Magath.

dpa

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