Hoffe-Coach appeliert an Ehre

Kurz: "Bei mir geht keine Angst um"

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Hoffenheims Coach Marco Kurz packt seine Spieler vor dem Abstiegsduell an der Ehre.

Augsburg - Es geht um Platz 16. Im direkten Duell kämpfen Augsburg und Hoffenheim um den Relegationsrang. Die spannende Frage lautet: Wen lähmt die „Angst“ im kleinen Abstiegs-Endspiel?

Die Nerven sind zum Zerreißen gespannt. Von „Angst“ und sogar „Schlacht“ ist im Vorfeld die Rede, auch wenn der sportliche Existenzkampf zwischen dem FC Augsburg und 1899 Hoffenheim in der Fußball-Bundesliga noch „keine Entscheidung“ im Abstiegskampf erbringen werde, wie FCA-Coach Markus Weinzierl feststellte.

Im brisanten Ringen zwischen Hoffenheim (16 Punkte) und Augsburg (15) um den Relegationsplatz 16, in den auch noch der Tabellenletzte Greuther Fürth (12) nach seinem Trainerwechsel eingreifen möchte, ist die Partie am 23. Spieltag trotzdem eine mit Signalwirkung. Schon beim Warmlaufen müsse man „Schienbeinschützer tragen“, forderte 1899-Manager Andreas Müller vor dem kleinen Abstiegsendspiel. Klar ist: Wer am Samstag gewinnt, erhält einen Schub im Überlebenskampf. Ein Versagen dagegen könnte eine fatale Negativdynamik entfalten.

Die Augsburger Remiskönige (neun Unentschieden) wissen, dass es nach Mut machenden Leistungen in der Rückrunde Zeit für einen richtigen Befreiungsschlag wird - gerade im eigenen Stadion mit der Unterstützung der Fans. „Es ist klar, dass wir jetzt auch Heimspiele gewinnen müssen“, gestand Weinzierl, der damit warb, dass sein Team Abstiegskampf könne, während beim mit Europapokal-Ambitionen in die Saison gestarteten Gegner inzwischen die nackte Angst herrsche.

„Bei mir geht keine Angst um“, konterte 1899-Kollege Marco Kurz die Ferndiagnose seines FCA-Kollegen und begründete: „Angst hat im Fußball nichts zu suchen. Es ist immer noch ein Spiel.“

Trotzdem hat auch Kurz nach der jüngsten Pleite gegen Stuttgart die Tonlage verschärft und versucht, sein zuletzt lebloses Team bei der Ehre zu packen. „Ich appelliere an die Tatsache, dass wir auf eine Mannschaft treffen, die uns einen Rang in der ersten Liga streitig machen will. Als Profi habe ich alles dafür abzurufen, um in diesem Spiel der bessere Spieler zu sein. Diese Einstellung und Körpersprache erwarte ich“, sagte Kurz. In fünf Spielen hat er nur vier Punkte geholt, damit bewegt er sich im miesen Schnitt seines gefeuerten Vorgängers Markus Babbel (12 Punkte aus 15 Partien).

Manager Müller wurde noch deutlicher: „Es ist eine Forderung von mir, dass die Jungs in Augsburg eine klare Leistung abliefern. Mann gegen Mann müssen wir uns durchsetzen. Es gibt kein schönes Spiel. Es ist eine Schlacht. So muss ich reingehen.“ Ein positives Signal versuchte in unruhigen Zeiten Mäzen Dietmar Hopp zu setzen, indem er hinsichtlich seines finanziellen Engagements öffentlich ein Treuebekenntnis zu 1899 für den Abstiegsfall abgab.

"Grätsche ich meine Frau um?" Die Sprüche der Bundesliga-Hinrunde

„Wohin dann mit den Aggressionen? Grätsche ich dann meine Frau von hinten um, ramme ich sie über den Herd? Ist erfreulicherweise nicht der Fall.“ (Dortmunds Trainer Jürgen Klopp über die Zeit nach dem Ende seiner aktiven Karriere) © dapd
„Vielleicht sollte ich mich mal so wegschütten wie der Butler.“ (Fürths Trainer Mike Büskens auf die Frage, ob er sich angesichts einer Pleitenserie so fühle wie bei „Dinner for one“) © Getty
„Abhacken müssen die Jungs die Dinger noch nicht, um kein Handspiel zu begehen.“ (Klopp bei Sky über Marcel Schmelzers Verhalten bei einer Rettungsaktion auf der Torlinie) © Getty
„Meine Jungs sind Mentalitäts-Monster!“ (Dortmunds Trainer Jürgen Klopp nach dem 2:1 in Mainz) © Getty
„Dass Theo Zwanziger kein guter Präsident war, wusste ich schon lange. Dieses Buch wird ihn nach seinem mehr als peinlichen Rücktritt in die Isolation treiben.“ (Bayern Münchens Präsident Uli Hoeneß über das Buch des früheren DFB-Präsidenten Theo Zwanziger) © Getty
„Das Dumme an Prognosen ist immer, dass sie sich auf die Zukunft beziehen.“ (Werder Bremens Manager Klaus Allofs zu den Gerüchten über einen möglichen Wechsel zum VfL Wolfsburg) © Getty
„Wir haben lange nicht verloren - zwei Spiele.“ (Hoffenheims Torwart Tim Wiese nach dem 1:1 bei Fortuna Düsseldorf) © Getty
„Metzelder? Ist wo Spieler? Auf Schalke? Mich wundert, dass er da Zeit hat, sich darüber Gedanken zu machen. Er soll seinen Job als Spieler machen - und fertig!“ (Trainer Bruno Labbadia vom VfB Stuttgart über TV-Kritiker Christoph Metzelder) © Getty
„Wir kommen auch nicht aus der Baumschule. Ein bisschen Fußball spielen können wir auch.“ (Fürths Trainer Mike Büskens nach dem 1:1 in Wolfsburg) © dpa
„Was der Reif sagt, geht mir völlig am Arsch vorbei! Dieser Klugscheißer.“ (Sportdirektor Rudi Völler von Bayer Leverkusen über die kritischen Worte des Sky-Kommentators Marcel Reif) © dpa
„Eine Garantie kriegen Sie, wenn Sie eine Waschmaschine kaufen.“ (Werder Bremens Trainer Thomas Schaaf auf die Frage, ob sein Kapitän Clemens Fritz mit einer Stammplatzgarantie rechnen kann) © dpa
„Das ist jetzt ein fester Termin für mich: Dienstag, ab 2.05 Uhr, Afterwork-Party bei Rudas. Da komme ich wenigstens mal von zu Hause raus.“ (Norbert Meier, Trainer von Fortuna Düsseldorf, nach dem nächtlichen Ausflug seines Offensivspielers Andrej Woronin) © dpa
„Ich habe die Schnauze voll. Irgendwann kommen diese Leute noch zu mir nach Hause, durchsuchen meine Mülltonne und schauen nach, was ich gegessen habe.“ (Andrej Woronin von Fortuna Düsseldorf findet Journalisten zu neugierig) © AP
„Wenn einer einen Scheißdreck spielt, muss man ihm das sagen.“ (Präsident Uli Hoeneß von Bayern München zum Umgamg mit Kritik beim Bundesliga-Spitzenreiter) © dpa
„In der zweiten Halbzeit haben alle versagt, alle. Von denen, die auf dem Platz standen, bis hin zum Busfahrer.“ (Sportdirektor Horst Heldt von Schalke 04 nach dem 2:2 bei Fortuna Düsseldorf) © dpa
„Ich habe mit Freunden in der Oberliga trainiert. Sie haben mir auch einen Vertrag angeboten - aber eine Kiste Bier war mir dann doch zu wenig.“ (Ivan Klasnic von Mainz 05 über seine Zeit vor dem Transfer an den Rhein) © dapd
„Ich wollte eigentlich Eto'o, aber der Präsident hat wohl Edu verstanden.„ (Fürths Trainer Mike Büskens über die Ausleihe des brasilianischen Stürmers Edu von Schalke 04) © dpa
„Wenn ich genug Zeit hätte, würde ich eine Zeichnung machen und alles neu einteilen.“ (Jens Langeneke, Abwehrchef von Fortuna Düsseldorf, auf die Frage, ob die Zuordnung bei einem Gegentreffer nicht gestimmt habe) © dpa
„Freu Dich DFB!“ (Plakat im Düsseldorfer Block beim Spiel gegen den SC Freiburg. Der Verein hatte die Fans aufgerufen, ihre Kritik am Deutschen Fußball-Bund nicht mehr so unflätig zu äußern - wohl wie etwa auf dem hier gezeigten Plakat) © dapd

Personell können die Hoffenheimer wieder auf Daniel Williams und Roberto Firmino zurückgreifen. Bei Augsburg wird dagegen um Torwart Alexander Manninger gebangt. Den Routinier, der sich in der Rückrunde mit guten Leistungen zum Hoffnungsträger im Abstiegskampf entwickeln konnte, plagen Oberschenkelprobleme.

dpa

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