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Wilde Szenen in Argentinien: Trainer während Spiel von Schuss verletzt - Spieler fliehen

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Von: Andreas Schmid

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In Argentinien wurde während eines Spiels auf einem Drittligatrainer geschossen. Spieler und Schiedsrichter stürmten in Richtung Kabine.
In Argentinien wurde während eines Spiels auf einem Drittligatrainer geschossen. Spieler und Schiedsrichter stürmten in Richtung Kabine. © Screenshot Twitter/InteriorFut

Während eines Fußballspiels in Argentinien wird plötzlich auf den Trainer geschossen. Spieler und Schiedsrichter eilen vom Feld.

Mendoza/Argentinien - In der dritten argentinischen Fußball-Liga ist einem Trainer während des Spiels in die Schulter geschossen worden. Bei der Partie zwischen Huracan Las Heras und Ferro de General Pico am Sonntag wurde der Coach der Auswärtsmannschaft, Mauricio Romero, getroffen, musste behandelt und mit einer Schusswunde ins Krankenhaus gebracht werden.

Auf einem Video des argentinischen Fernsehsenders Canal 3 La Pampa ist zu sehen, wie die Spieler beider Teams sowie die Schiedsrichter vom Spielfeld rannten und Fans sich hinter Mauern versteckten, als im Stadion in der Provinz Mendoza Schüsse fielen. Das Spiel wurde in der Schlussphase beim Stand von 3:1 für Huracan unterbrochen.

Argentinien: Führte ein Streit zwischen Fans zum Schuss auf den Trainer?

„Romero geht es gut und er ist außer Lebensgefahr“, teilte sein Klub in einer Erklärung auf Twitter mit: „Nachdem er das Stadion verlassen hatte, wurde er in einem örtlichen Krankenhaus untersucht und gibt nun eine Erklärung bei der Polizei ab.“ Auf einem Video war zu sehen, wie Romeros Einschuss-Stelle versorgt wird.

Laut argentinischen Medien soll ein interner Streit zwischen Huracan-Fans zu dem Vorfall geführt haben. Der Heimverein kritisierte die Beteiligten scharf. „Seit Jahren werden Familien vom Spielfeld gejagt“, hieß es in einem Beitrag auf Facebook: „Mögen all jene, die dem Verein schaden, fernbleiben, damit die echten Fans zurückkehren können.“

Argentinien: Gewalt im Fußball - ein Problem nicht erst seit heute

Der argentinische Fußball hat sein Jahrzehnten ein Problem mit Gewalt am Rande von Fußballspielen. Immer wieder gibt es Krawalle und teilweise auch Tote. Beobachter des südamerikanischen Fußballs geben dabei auch der Politik eine Mitschuld, weil sie den Konflikt zwischen Fans und Verband mit in den Augen der Stadiongänger übertriebenen Maßnahmen niederschlagen will. So gibt es in Argentinien etwa ein generelles Verbot für Gästefans.

Argentinien zählt zu den fußballverrücktesten Länder der Welt. Im Norden Südamerikas ist das runde Leder das gesellschaftliche Topthema schlechthin. Manchmal übertreiben es die Fans jedoch mit ihrer Leidenschaft. Falls Sie sich für den argentinischen Fußball interessierten, empfiehlt sich eine sehenswerte Doku der ARD-Sportschau aus der Fußballhauptstadt Buenos Aires.

Buenos Aires wurde vor drei Jahren zu einem Sinnbild für die Gewalt im argentinischen Fußball. 2018 kam es beim Finale der Copa Libertadores, vergleichbar mit der europäischen Champions League, zu massiver Gewalt. Die beiden aus der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires stammenden Klubs Boca Juniors und River Plate standen sich gegenüber. Das Duell der zutiefst verfeindeten Spitzenteams entwickelte sich zum Skandalfinale. Nach massiven Ausschreitungen am Spieltag, am Rande derer der Bus von Boca attackiert und Spieler angegriffen wurde, musste die Partie abgesagt und nach Madrid verlegt werden. (as/afp)

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