tz-Interview

Robben: "Die Kinder kommen zur WM nicht mit"

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Robben & Co. beginnen am Freitag gegen Spanien.

Santo André - Arjen Robben spricht tz-Interview über Dinge, die nachdenklich stimmen. Zum Beispiel, dass er seine Familie nicht bei sich haben möchte, weil er Angst um seine Kinder hat.

Am Freitag greift der Finalist von 2010 ein – Holland spielt genau wie vor vier Jahren im Endspiel in ­Johannesburg gegen Spanien. Ein Mann brennt darauf, Revanche zu nehmen. Vor dem großen Spiel aber spricht der Star des FC Bayern im tz-Interview über Dinge, die nachdenklich stimmen. Zum Beispiel, dass er seine Familie nicht bei sich haben möchte, weil er aufgrund der Sicherheitslage in Brasilien Angst um seine Kinder hat.

Herr Robben, spiegelt sich Ihre Rolle als Antreiber auch in der Nationalelf wider? Sind Sie auch dort eine Führungspersönlichkeit geworden? 

Arjen Robben: Ja, das würde ich sagen. Und das muss so sein! Wir haben eine junge Truppe, ich bin hinter Robin van Persie der zweite Kapitän. Ich habe aber auch vorher schon Führungsaufgaben übernommen, jetzt kommen nur noch organisatorische Dinge hinzu – die Führung der Mannschaftskasse und so was (lacht).

In Deutschland gibt es eine ständige Führungsspieler-­Debatte. In Holland auch?

Arjen Robben: Nein. Wir haben eine junge Mannschaft, die wenigen älteren übernehmen automatisch diesen Job. So muss es sein. Wir müssen vorneweg gehen und die jungen Spieler mitreißen.

Bis zum WM-Titel?

Arjen Robben: Das wäre natürlich richtig, richtig schön. Aber es ist kein realistisches Ziel! Wir fahren hin, aber wir gehören nicht zu den Favoriten. Aber das ist kein Problem. Ich sehe es als große Herausforderung, ich habe ein gutes Gefühl. Auch wenn es gleich im ersten Spiel gegen Spanien geht…

Wird es Ihr letztes Turnier?

Arjen Robben: Nein, auf keinen Fall. Ich mache weiter. Es bleibt eine Ehre, für dein Land auflaufen zu dürfen, gerade bei Turnieren. Das ist doch eine besondere Atmosphäre.

Sind Ihre Kinder langsam in dem Alter, wo sie das auch spüren? 

Arjen Robben: Ja, aber das ist bei dem anstehenden Turnier das Einzige, was ich ein bisschen schade finde: die Sicherheit in Brasilien. Die Kinder werden deswegen nicht mitkommen. Es ist leider nicht so entspannt, dass du sagen kannst: Komm, wir fliegen da mal alle zusammen für zehn Tage hin!

Wie beurteilen Sie das Quartier Ihrer Mannschaft?

Arjen Robben: Wir sind in Rio – richtig in Rio! Also mittendrin, am Ipanema-Strand. Das ist einerseits schön, Louis van Gaal möchte ein wenig unter den Leuten sein, nicht so abgeschottet. Aber andererseits, ein bisschen raus und ganz locker im orangenen Poloshirt spazieren gehen, das können wir vergessen. Wir sind wohl nur im Hotel, das ist schade. Aber trotzdem: Ich freue mich! Und ich hoffe, dass es ein Fußballfest wird, ohne Gewalt und Ausschreitungen! Es soll nur um Fußball gehen.

Interview: Michael Knippenkötter

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