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Assauer: Schwule Fußballer sollen sich anderen Job suchen

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Rudi Assauer sorgt für Wirbel © Getty

Gelsenkirchen - Der DFB kämpft dafür, eine Akzeptanz für Homosexuelle im Fußball zu schaffen. Rudi Assauer hingegen hat eine ganz eigene Meinung.

Vor wenigen Wochen hatte DFB-Präsident Theo Zwanziger schwulen Fußballern auf ihrem Weg zum Coming Out jede erdenkliche Unterstützung zugesichert. "Der DFB hat signalisiert, dass er das Coming out mit allen Mitteln begleitet und, soweit es nötig ist, unterstützen wird", so Zwanziger. "Auch ein DFB-Präsident kann so ein Coming out nicht herbeiführen, er kann nur ein Signal aussenden", sagte Zwanziger.

Ein eher gegenteiliges Signal sendet jetzt Fußball-Macho Rudi Assauer aus. In einem Interview mit dem Express sprach der 65-jährige Ex-Schalke-Manager über den Sex-Skandal im deutschen Schiedsrichterwesen. "Das ist wirklich keine schöne Geschichte", sagt Assauer. "Sie schadet dem deutschen Fußball, diese Sache wird in die Annalen eingehen. Und es wird bei diesem Rosenkrieg keinen Gewinner, sondern nur Verlierer geben."

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Assauer ist seit über 45 Jahren im bezahlten Fußball-Geschäft tätig - doch er gibt zu Protokoll, dass er "nie" einen schwulen Fußballer kennengelernt habe. "Als ich noch in Bremen war, hörte ich, dass unser Masseur schwul ist. Ich bin zu ihm gegangen und habe ihm gesagt: Junge, tu mir einen Gefallen - such Dir einen neuen Job."

Dass die Zeit reif ist für bekennende Homosexuelle im Profi-Fußball, glaubt Assauer nicht. "Im Fußball funktioniert das nicht. Die, die sich outen, werden plattgemacht. Von ihren Mitspielern und von den Leuten im Stadion. Diese Hetz-Jagd sollte man ihnen ersparen."

Assauer glaubt, dass es für einen schwulen Fußballer nach wie vor die beste Lösung ist, seine Homosexualität geheim zu halten. "Ich würde das Thema nicht offensiv angehen", so Assauer. Zu jenem Fußballer, der sich als erster öffentlich bekennen wird, hätte der 65-Jähriger eine klare Meinung: "Ich würde ihm sagen: Du hast Mut gezeigt. Aber suche Dir etwas anderes."

Bernd Schachtsiek, Vorsitzender des Bundesverbands schwuler Führungskräfte, erklärte im Januar, er wünsche sich, dass sich vor allem mehr ehemalige Profis bekennen würden, da sie nicht mehr dem gleichen Druck wie aktive Fußballer ausgesetzt seien. Ob der Weg zu einem offenen Umgang mit Homosexualität im Fußball durch die Assauer-Aussagen wirklich erleichtert wird, darf aber bezweifelt werden.

al.

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