Aufsteiger Darmstadt überrascht die Liga

+
Darmstadts Trainer Dirk Schuster überrascht mit seinem Team die Liga. Foto: Marius Becker

Darmstadt 98 schockt mit Borussia Dortmund den nächsten Großen. Mit zehn Punkten nach sieben Spielen stehen die auswärts weiter ungeschlagenen Südhessen besser da, als sie es sich erträumt hatten. Gegen Mainz soll das nächste Erfolgskapitel geschrieben werden.

Dortmund (dpa) - Der Wahnsinn wird bei Darmstadt 98 zur Methode. Mit dem 2:2 bei Borussia Dortmund hat der Aufsteiger das nächste Schwergewicht der Branche aus dem Gleichgewicht und die letzten Spötter zum Verstummen gebracht.

"Hier sind schon viele leer ausgegangen, wir aber haben einen Punkt", stellte "Lilien"-Trainer Dirk Schuster mit einem breiten Grinsen im Gesicht fest. Nach dem Durchmarsch von der 3. Liga in die Bundesliga wurden die Südhessen vor dem ersten Spieltag viel belächelt. Der Konkurrenz ist das Lachen aber längst vergangen. Nur Rekordmeister Bayern München vermochte den widerspenstigen Neuling bisher in die Knie zu zwingen. Top-Clubs wie Schalke, Leverkusen und nun Dortmund bissen sich gegen die auswärts noch unbezwungenen Darmstädter dagegen die Zähne aus.

"Ich bin sehr stolz auf meine Spieler", bekannte Schuster. Schon längst wird sein Team nicht mehr als neues Tasmania Berlin gehandelt, das 1965/66 mit acht Zählern (zehn nach der Drei-Punkte-Regel) abstieg und immer noch den Bundesliga-Minusrekord hält.

Zehn Punkte haben die "Lilien" schon jetzt auf ihrem Konto und damit so viele wie nie zuvor zu diesem Zeitpunkt. "Mentalität schlägt Qualität. Diesen Leitsatz leben wir brutal", kommentierte Mittelfeldmann Peter Niemeyer mit zugeschwollenem Auge das Erfolgsrezept.

In Dortmund stellte der Neuling neben Einsatz, Leidenschaft und unermüdlicher Laufbereitschaft erneut auch seine mentale Stärke unter Beweis. Wie schon beim 2:1 gegen Werder Bremen fünf Tage zuvor ließ sich die Schuster-Truppe von einem Rückstand nicht beeindrucken.

Nach dem Super-Volley von Marcel Heller zum 1:0 (17.) ("Der kann genauso 20 Meter über das Tor fliegen") drehte Pierre-Emerick Aubameyang mit seinem Doppelpack (63./71.) die Partie, ehe Aytac Sulu in letzter Minute zum Ausgleich traf und die 8000 mitgereisten Fans in Ekstase versetzte. "Wir haben uns wieder in jeden Zweikampf geworfen und bis zur letzten Sekunde gefightet. Das 2:2 ist famos", erklärte der gefeierte Torschütze.

Für Heller war das Remis beim BVB "ein Bonuspunkt", für Jan Rosenthal "ein gefühlter Sieg der Moral für uns". Egal, wie man es nennen will - für Darmstadt geht das Fußballmärchen weiter. Auswärts sind außer den "Lilien" und Mit-Aufsteiger Ingolstadt nur die Bayern und der BVB noch unbesiegt. 

Am Freitag kommt der FSV Mainz 05 ins altehrwürdige Stadion am Böllenfalltor, das inzwischen fast schon Kult-Status genießt. In dem kleinen Derby - beide Städte liegen Luftlinie nicht einmal 35 Kilometer auseinander - müssen sich die Rheinhessen auf einiges gefasst machen. Florian Jungwirth kündigte den Gästen schon mal einen heißen Tanz an: "Nach so einem Kampf heute und so einer Belohnung am Schluss, da kriegst du gefühlt ein breites Kreuz wie Cristiano Ronaldo."

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

WM 2018: So kommt Deutschland gegen Südkorea ins Achtelfinale
WM 2018: So kommt Deutschland gegen Südkorea ins Achtelfinale
WM 2018 live im TV: So sehen Sie die Parallelspiele bei ZDFinfo und ARD One
WM 2018 live im TV: So sehen Sie die Parallelspiele bei ZDFinfo und ARD One
WM 2018: Spielplan mit allen Ergebnissen und Tabellen als PDF zum Download
WM 2018: Spielplan mit allen Ergebnissen und Tabellen als PDF zum Download
Sendetermine & TV-Planer für die WM 2018: Alle Live-Übertragungen im TV und Stream 
Sendetermine & TV-Planer für die WM 2018: Alle Live-Übertragungen im TV und Stream 

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.