FC Augsburg: Gedanken an Europa

Jubelschrei nach Traumtor: Halil Altintop brachte Augsburg mit dem Ausgleichstreffer zurück ins Spiel.
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Jubelschrei nach Traumtor: Halil Altintop brachte Augsburg mit dem Ausgleichstreffer zurück ins Spiel.

FC Augsburg - Die Augsburger Fans sangen ob der erstaunlichen Marke von 38 Punkten ein bisschen ironisch „Nie wieder Zweite Liga“ – die Profis des FCA träumen nun endlich auch vom Einzug in die Europa League. „Das war ein großer Sieg“, erklärte Manager Stefan Reuter nach dem 2:1 bei Borussia Mönchengladbach.

„Ich weiß nicht, inwieweit ich die Mannschaft noch aufhalten kann und was am Schluss dabei rauskommt“, schwärmte auch Augsburgs Trainer Markus Weinzierl. Das Ziel Klassenverbleib ist praktisch geschafft. Nun sind in der Überraschungsmannschaft der Bundesliga Gedanken an den Europapokal erlaubt. „Das ist eine Momentaufnahme“, warnte Halil Altintop, der Torschütze zum 1:1, vor zu hohen Erwartungen. „Wir haben bisher eine tolle Runde gespielt und versuchen, uns weiter so gut wie möglich zu verkaufen.“ Besser lief es bei den Augsburgern noch nie – in der vergangenen Saison waren sie mit 33 Punkten dem Abstieg mit einem späten Kraftakt nur knapp entgangen.

„Wir wollen weiter Spaß machen. Es läuft bei uns“, sagte Altintop nach dem siebten Auswärtsspiel ohne Niederlage. Am liebsten am Freitag gegen den FC Schalke 04. Zunächst wollte Weinzierl aber den Augenblick genießen: „Wir sind glücklich beim Blick auf die Tabelle.“ Raffael brachte die Gastgeber in der 5. Minute in Führung. Mit einem raffinierten Fallrückzieher im Liegen schoss Altintop (35.) den Ausgleich. Tobias Werner (81.) vollendete dann einen Konter zum Siegtor für die cleveren Augsburger.

„Das war ein perfekter Nachmittag für uns, weil wir uns für unseren Aufwand belohnt haben“, betonte Werner. „Man muss aber auch sagen, dass uns Alex Manninger nach dem 0:1 im Spiel gehalten hat, und wir dadurch die Chance hatten, das Spiel noch zu drehen.“ In der Tabelle sind die Schwabennun sogar an den Gladbachern vorbeizogen. „Träumen ist erlaubt, aber man sollte realistisch sein“, sagte Altintop. Neu-Nationalspieler André Hahn fügte hinzu: „Das war ein sensationelles Spiel, in dem wir wieder einmal nach einem Rückstand zurückgekommen sind.“ Mit 38 Punkten lebt es sich einfach leichter.

„In den letzten zehn Jahren hat das zum Klassenverbleib gereicht. Darüber freuen wir uns, aber wir werden uns nicht zurücklehnen“, sagte Weinzierl. Forscher als seine Spieler geht er mit dem Thema Europapokal um und hat dafür schon eine Erfolgsformel gefunden. „Ziel ist es, die Vorrunde zu bestätigen: Das waren 24 Punkte“, rechnet Weinzierl vor. „Und wenn wir das Gleiche holen, haben wir 48. Das reicht für Europa, dann würden wir es gerne mitnehmen.“ Das würde Gladbach wohl auch gerne tun – alles verläuft aber derzeit in die falsche Richtung. Erfolglos, planlos, und ratlos gab sich das Team von Lucien Favre, das seinen unerklärliche Absturz fortsetze.

„Wir waren auf dem Platz kopflos. Das ist ernüchternd“, sagte Borussia-Sportdirektor Max Eberl nach dem neunten sieglosen Bundesligaspiel in Serie fast verzweifelt, „aber wir können den Betrieb jetzt nicht einstellen.“ Seit dem Beinahe-Abstieg 2010/2011 gab es nicht mehr so eine Negativserie. Die Niederlage hat die Krise am Niederrhein verschärft und könnte ein entscheidender Rückschlag im Kampf um Europa gewesen sein. „Das Prinzip ist jede Woche dasselbe. Es war sinnbildlich für die Spiele der vergangenen Wochen“, meinte Mittelfeldakteur Patrick Herrmann. Es war die vierte Partie hintereinander, in der eine Führung verspielt wurde. Raffael: „Ich bin total enttäuscht. Es ist sehr bitter.“

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Quelle: fussball-vorort.de

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