Augsburger nur Partygäste - "Sehr bitter

+
Fortuna jubelt, Gibril Sankoh liegt am Boden

Augsburg - Bei der Düsseldorfer Comeback-Party in der Bundesliga waren die Mannen vom FCA nur bedauernswerte Partygäste. Der Einstand des neuen Trainers Weinzierl verlief alles andere als nach Wunsch.

Ihre wenig beachteten Nebenrollen als Partygäste des berauschenden Düsseldorfer Bundesliga-Comebacks behagte den Augsburgern gar nicht. Wie schon in der Vorsaison droht den Schwaben ein verpatzter Bundesliga-Auftakt - dabei wäre gegen den spielerisch biederen Aufsteiger wesentlich mehr drin gewesen. „Wir haben nicht das gezeigt, was wir können“, grantelte der neue Trainer Markus Weinzierl nach dem unnötigen 0:2 am Samstag. Den euphorisierten Fortunen reichten schon zwei gute Szenen zum Erfolg.

„Diese Niederlage ist sehr bitter und hat uns gezeigt, dass wir einiges falsch gemacht und noch Luft nach oben haben“, kritisierte auch Torwart Simon Jentzsch. Unter allen Umständen soll ein ähnlicher Negativlauf wie in der Vorsaison vermieden werden - damals brauchte der FCA ganze neun Spiele bis zum ersten Sieg und stand früh ganz unten drin. Auch jetzt droht angesichts der kommenden Gegner Schalke 04 (1.9.) und VfL Wolfsburg (14.9.) erneut ein Fehlstart.

So herausgeputzt wie das schwarze Sakko von Trainer Weinzierl bei seinem Bundesligaeinstand war der Augsburger Auftritt keineswegs. Vorne fehlte noch die Harmonie, der neu eingekaufte Stoßstürmer Aristide Bancé hing meist in der Luft. Und hinten leisteten sich die FCA-Verteidiger Mitte der zweiten Halbzeit entscheidende Aussetzer, die Düsseldorfs Joker Dani Schahin (68./79. Spielminute) mit brachialen Schüssen gekonnt in Treffer ummünzte. Da brachte auch die Augsburger Erkenntnis wenig, bis dato die besseren Chancen gehabt zu haben. „Man hat gesehen, dass wir gewinnen wollten. Aber wir haben uns nicht entscheidend durchsetzen können“, bekannte Daniel Baier.

Auch Weinzierl war bedient. „So ein Spiel darfst du nicht verlieren, maximal unentschieden spielen, wenn du vorne nicht die Effektivität hast“, sagte der Nachfolger von Jos Luhukay im Anschluss an einen weitgehend mauen Kick vor nicht ganz ausverkauftem Haus. Schuld an den wenigen vielversprechenden Szenen war auch die mangelnde Kreativität im Zentrum. Der in der vergangenen Rückrunde so starke Ja-Cheol Koo war nach seinem Bronzemedaillen-Gewinn mit der südkoreanischen Olympia-Auswahl sichtlich noch nicht auf der Höhe.

Was bleibt, ist die Hoffnung auf schnelle Besserung. „Wir können und müssen uns in den nächsten Spielen steigern“, analysierte Kapitän Paul Verhaegh. Da war die Stimmung bei den Düsseldorfern schon wesentlich ausgelassener, vor allem bei Joker Schahin, der erst nach 60 Minuten ins Spiel gekommen war. „Das ist wieder ein Feiertag für ganz Düsseldorf“, schwärmte der frühere deutsche Junioren-Nationalspieler. Mit leuchtenden Augen ließ der ligaweit erste Doppeltorschütze der neuen Saison alle Fragen der Journalisten über sich ergehen - und musste sich doch eingestehen, „meine Emotionen kaum in Worte fassen zu können“.

Nach all den Nebengeräuschen der Bundesliga-Rückkehr samt Platzsturm beim entscheidenden Relegationsspiel gegen Hertha BSC bedeutete der Sieg den Fortunen äußerst viel. „Uns ist nach dem Aufstieg viel an Feiern genommen worden. Jetzt darf in ganz Düsseldorf und drumherum ruhig ein bisschen gefeiert werden“, sagte Vereinschef Peter Frymuth. Der Vorstandschef und seine Mitstreiter legten noch im Augsburger Stadion damit los.

dpa

Die Meistertipps der 18 Bundesliga-Trainer

Trainer Jürgen Klopp (Borussia Dortmund): „Wer am Ende oben steht? Ich weiß es nicht. Ich glaube, die anderen wissen es auch nicht. Es gibt nur einen Verein, für den es die einzige Möglichkeit ist, erfolgreich zu sein, das ist Bayern München. Sie haben die besten Voraussetzungen. Das ist auch okay so. Aber mir ist es persönlich auch wurscht um ehrlich zu sein. Ich freue mich einfach darauf, dass wir dabei sind.“ © dpa
Trainer Jupp Heynckes (Bayern München): „Wenn eine Mannschaft zweimal hintereinander Meister wird, kann sie die Favoritenrolle nicht abstreiten. Aber natürlich werden wir Borussia Dortmund attackieren und alles daran setzen, dass wir wieder den Titel nach München holen.“ © dpa
Trainer Huub Stevens (Schalke 04): „Die ersten beiden Plätze sind an Borussia Dortmund und Bayern München vergeben. Auf einen Meistertipp will ich mich nicht festlegen.“ © dpa
Trainer Lucien Favre (Borussia Mönchengladbach): „Für mich kommen zwei Klubs in Frage - Dortmund und Bayern.“ © dpa
Teamchef Sami Hyypiä (Bayer Leverkusen, Foto): "Ich glaube an die Meisterschaft von Bayern München.“) Trainer Sascha Lewandowski (Bayer Leverkusen): „Ich tippe auf eine Titelverteidigung von Borussia Dortmund.“ © 
Trainer Bruno Labbadia (VfB Stuttgart): „Borussia Dortmund und der FC Bayern München sind wohl die heißesten Anwärter auf den Titel, doch vielleicht gibt es ja auch in dieser Saison wieder ein Team, das überrascht und oben mitspielt.“ © dpa
Trainer Mirko Slomka (Hannover 96): „Zwischen dem FC Bayern und Borussia Dortmund sehe ich einen engen Zweikampf, der möglicherweise erst kurz vor Schluss im direkten Duell entschieden wird. Ich meine, dass die Bayern knapp vorne liegen werden.“ © dpa
Trainer Felix Magath (VfL Wolfsburg): „Der FC Bayern wird Meister.“ © dpa
Trainer Thomas Schaaf (Werder Bremen): „Die Klubs, die in der Vorsaison vorne standen, zählen auch diesmal zum Kreis der Favoriten.“ © dpa
Trainer Dieter Hecking (1. FC Nürnberg): „Ich habe mich auf Dortmund festgelegt. Bei den Bayern wird es interessant sein zu beobachten, wie die Entwicklung weitergeht. Sie haben die Qualität, Dortmund wieder vom Thron zu stoßen, aber ich sehe in München einfach mehr Spannungsfelder. Insgesamt hoffe ich, dass die beiden nicht irgendwann ihre eigene Liga bilden. Das wäre für die Bundesliga nicht gut, wenn der Rest nur noch die Plätze 3 bis 18 ausspielt.“ © dpa
Trainer Markus Babbel (1899 Hoffenheim): „Trotz der vielen Verletzten ist und bleibt mein Tipp Bayern. Sie haben mit Matthias Sammer eine absolute Top-Verpflichtung getätigt. Von der Qualität sind sie sowieso die beste Truppe. Sie werden es auch bis zum Schluss durchziehen.“ © dpa
Trainer Christian Streich (SC Freiburg): „Dortmund, die Bayern, Gladbach oder Schalke.“ © dpa
Trainer Thomas Tuchel (FSV Mainz 05): „Ich möchte mich nicht festlegen, aber vielleicht wird ja ein Außenseiter Meister.“ © dpa
Trainer Markus Weinzierl (FC Augsburg): „Ich glaube, dass Bayern München wieder an der Reihe ist. Sie werden alles dafür tun, um Dortmund wieder zu verdrängen.“ © dpa
Trainer Thorsten Fink (Hamburger SV): „Mein Meister-Tipp ist nach drei zweiten Plätzen der FC Bayern.“ © dpa
Trainer Armin Veh (Eintracht Frankfurt): „Ich möchte mich nicht festlegen.“ © dpa
Trainer Mike Büskens (SpVgg Greuther Fürth): „Nach zwei Jahren ohne Titel werden die Bayern wieder alles daran setzen, die Meisterschaft zu holen. Der BVB ist nach dem Reus-Transfer aber ebenso gut aufgestellt, um den Titel zu verteidigen. Und natürlich gibt es als Dritten auch den großen Unbekannten, wobei ich nichts dagegen hätte, wenn dieser Unbekannte blau-weiße Trikots trägt.“ © dpa
Trainer Norbert Meier (Fortuna Düsseldorf): „Ich gebe keine Tipps ab!“ © dpa

Auch interessant

Meistgelesen

Torwart rastet in der B-Klasse München aus - Trainer: „Diese Gewalt in 20 Jahren nie erlebt“
Torwart rastet in der B-Klasse München aus - Trainer: „Diese Gewalt in 20 Jahren nie erlebt“
Wieder Ärger um Neymar: Was machte er da in Barcelona?
Wieder Ärger um Neymar: Was machte er da in Barcelona?
Premier League: So sehen Sie FC Liverpool gegen Manchester City heute live im TV und im Live-Stream
Premier League: So sehen Sie FC Liverpool gegen Manchester City heute live im TV und im Live-Stream
Bundesliga-Hammer: Jürgen Klinsmann kehrt nach Deutschland zurück - Erster Auftritt am Samstag
Bundesliga-Hammer: Jürgen Klinsmann kehrt nach Deutschland zurück - Erster Auftritt am Samstag

Kommentare