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Weinzierl: "Keiner hätte das erwartet"

"Ganz Augsburg freut sich auf die Bayern"

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FC Augsburgs Trainer Markus Weinzierl (r) und Sportdirektor Stefan Reuter.

Augsburg - In Augsburg herrscht Euphorie, glaubt Daniel Baier. Der FCA ist gerade Dritter der Bundesliga-Tabelle, das hieße: Champions League. Am Samstag kommt auch noch der Tabellen-Erste FC Bayern.

„Ich habe jetzt auf einmal vier Mikrofone vor mir“, sagt Daniel Baier. Vier Mikrofone sollten ausreichen als Beweis für die Annahme, dass eine ganze Stadt kopfsteht, denkt der Mittelfeldspieler. Immerhin ist der FC Augsburg gerade Dritter der Tabelle der Bundesliga, das hieße: Champions League. Am Samstag kommt auch noch der FC Bayern die 86 Kilometer aus der Säbener Straße angefahren, als Tabellen-Erster. „Dass das am 15. Spieltag ein Spitzenspiel ist, hätte keiner erwartet“, sagt Markus Weinzierl. „Alles ist groß“, ergänzt der Trainer. „Die Euphorie ist groß, die Zufriedenheit ist groß über die Momentaufnahme. Und jetzt freut sich ganz Augsburg auf das Spiel.“

Tatsächlich dreht in Augsburg keiner durch. Erst recht nicht rund um die Arena im Süden der Stadt. Das Lieblingswort bei Mannschaft, Trainer und Sportchef Stefan Reuter ist: Momentaufnahme. Ja, sagt etwa Daniel Baier, „wir freuen uns, wir schauen auch gerne auf die Tabelle, aber wir wissen auch, dass es bis zum 34. Spieltag noch ein langer Weg ist.“

Wenn sie sich tatsächlich freuen in Augsburg, dann können sie es gut verstecken. Gäbe es Punkte für Sachlichkeit und Realitätssinn, der FCA wäre schon deutscher Meister. Mindestens. „Wir dürfen nie von etwas träumen, denn dann ist es nur eine Frage der Zeit, bis man bestraft wird“, sagt Reuter. Und die Zielsetzung bleibe, „die Klasse zu halten.“ Basta.

Das klingt alles nach falscher Bescheidenheit. Denn in Wahrheit ist es keine Momentaufnahme, dass der FCA so prima dasteht. Zur Winterpause der Saison 2012/13 hatte der Verein nach der ersten Halbserie unter Weinzierl nur neun Punkte, aber dann: 24 Punkte in der Rückrunde 2013/14, wieder 24 Punkte in der Hinrunde 2013/14, sogar 28 in der Rückrunde 2013/14. Und jetzt? 24 Punkte.

„Im Grunde waren die letzten zwei Jahre wirklich grandios“, sagt selbst Reuter, aber er schränkt auch gleich ein, wenn er sagt: „Es ist sicher eine große Überraschung, dass wir auf Rang drei stehen. Das ist eine traumhaft schöne Momentaufnahme.“ Momentaufnahme? Ja. Erst den Klassenverbleib sichern, wiederholt Reuter, „dann können wir uns über andere Ziele Gedanken machen“.

Ein Credo von Ex-Löwen-Sportchef Reuter ist: „Nie das nächste Spiel aus den Augen verlieren.“ Aber das nächste Spiel heißt nun mal: Augsburg gegen den FC Bayern, 47,5 Millionen Umsatz gegen 432 Millionen Umsatz, ein Bundesligist im vierten Jahr gegen die „beste Mannschaft der Welt“ (Baier). „Wir werden versuchen“, sagt der Augsburger Sportchef, „den Bayern mit unseren Mitteln das Leben schwer zu machen“.

Im vergangenen April gelang das: Nach 53 Spielen ohne Niederlage verlor der FC Bayern beim FC Augsburg mit 0:1. Eine Kampfansage an den FC Bayern hält Weinzierl trotzdem für „gar nicht notwendig“ und auch nicht „für realistisch“. Warum? „Weil es ein Spiel ist, in dem es normal ist, dass der FC Bayern gewinnt.“ Aber der Trainer sagt auch: „Was ist schon normal in diesem Jahr in der Bundesliga.“ Dass Augsburg alle überrascht, mittlerweile schon…

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