tz-Experten-Kolumne

Ballack: Eine schwierige Situation für Bastian

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Michael Ballack (rechts) und Bastian Schweinsteiger im Oktober 2009 als DFB-Teamkameraden beim WM-Quali-Spiel gegen Russland.

München - Für Bastian Schweinsteiger ist es eine schwierige Situation, als Leader derzeit nur auf der Bank zu sitzen. Das meint Ex-DFB-Kapitän Michael Ballack in seiner tz-Experten-Kolumne. 

Für Bastian Schweinsteiger ist es eine schwierige Situation. Jahrelang war er beim Bundestrainer gesetzt. Er ist ein Leader, ein Anführer, ein Weltklassespieler. Plötzlich sitzt er auf der Bank. Das tut weh. Das muss man als Spieler mit seiner Qualität und seinen hohen Ansprüchen erst einmal verdauen.

Er wird jetzt die bittere Pille schlucken, auch, wenn es ihm schwerfällt. Aber Bastian hat einen einwandfreien Charakter. Er ist keiner, der Unruhe verbreitet, stänkert oder deshalb schlechte Laune verbreiten wird. Er ist ein Team­player! Außerdem: Er wird im Laufe des Turniers noch eine große Rolle spielen.

Am Samstag ist Ghana unser Gegner. Wenn alles normal läuft, können sie uns nicht stoppen. Aber die Konstellation ist gefährlich. Deutschland ist nach dem tollen 4:0-Sieg über Portugal natürlich der absolute Favorit. Das sorgt aber auch für einen enormen Druck. Die Jungs müssen höllisch aufpassen. Sie müssen voll konzentriert in die Partie gehen und einen Sieg einfahren. Es zählen nur die drei Punkte. Mehr nicht. Afrikanische Mannschaften sind in der Regel schwer zu berechnen.

Ballack: Wir werden Gruppenerster

Aber ich glaube an unsere Mannschaft. Sie werden nichts anbrennen lassen. Dafür ist die Qualität zu groß. Wir werden gewinnen, wir werden Gruppenerster. Und dann geht die WM für uns erst richtig los. Denn auch die USA können uns nicht stoppen. Sie machen ihre Sache gut, haben sich unter Trainer Jürgen Klinsmann taktisch verbessert und rennen um ihr Leben. Die Konstellation mit Klinsmann und Berti Vogts ist natürlich brisant. Aber fußballerisch haben sie einfach große Probleme. Das reicht nicht, um Deutschland ein Bein zu stellen.

Ich glaube mehr denn je, dass Deutschland am 13. Juli in Rio de Janeiro im Finale stehen wird. Die Spanier, die ich zuvor stark eingeschätzt habe, sind draußen. Das war nicht zu erwarten. Das ist eine Sensation. Gefallen haben mir die Holländer. Arjen Robben ist in der Form seines Lebens.

Aber: Von allen Mannschaften hat die Mannschaft von Joachim Löw am eindrucksvollsten gespielt. Taktisch reif, spielerisch stark, abgeklärt, und dazu haben wir bärenstarke Spieler auf der Ersatzbank. Deshalb kann ich sehr gut verstehen, dass die Menschen in Deutschland vom WM-Titel träumen.

Von Michael Ballack

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