Mit Ballack im nächsten Spiel? Löws klares Jein

Köln - Am 8. Oktober kommt es in Berlin zum Gruppen-Gipfel Deutschland gegen Türkei. Ob Kapitän Ballack dann wieder im Kader ist, lässt Bundestrainer Löw offen.

Trotz der Hängepartie um Michael Ballack sieht Joachim Löw seine Spaß-Kicker beim neuen Titel-Projekt voll im Plan. Die WM-Dritten um Schweinsteiger und Podolski haben gleich zum Start der EM-Qualifikation die Tabellenspitze der Gruppe A und auch wieder die Herzen der Fans erobert. “Man hat gesehen, dass es Spaß gemacht hat“, erklärte Lukas Podolski, der beim 6:1 gegen überforderte Gäste aus Aserbaidschan mit einer persönlichen Show die Zweifel an seiner Leistung zerstreute. “Unser Kombinationsspiel ist wie bei der WM“, jubelte Doppeltorschütze Miroslav Klose, der mit nun 55 Länderspieltreffern den nationalen Rekord von Gerd Müller (68) jagt.

Als nächstes sollen die Türken, die nach dem 3:2 gegen Belgien am 8. Oktober in Berlin ebenfalls mit weißer Weste zum Gruppen-Gipfel antreten, die bei der WM entwickelte Stärke des jungen deutschen Teams spüren. “Jetzt kommt ein wichtiges Spiel, und das wollen wir natürlich gewinnen“, erklärte Löw, der nach den vielen Diskussionen um den dieses Mal nicht nominierten Kapitän Ballack wieder als Gewinner dasteht. Seine Personalentscheidungen, etwa den Münchner Premieren-Torschützen Holger Badstuber in der Innenverteidigung zu installieren, gingen erneut auf.

So kann der 50-Jährige entspannt den nächsten Doppelspieltag in einem Monat gegen die Türkei und in Kasachstan planen. “Es gibt jetzt viele Spiele, die europäischen Ligen beginnen. Das wird alles genau beobachtet und dann wird man entscheiden“, kündigte Löw an. Schon in den ersten Partien nach der furiosen Südafrika-Safari hat der Chefcoach deutlich gemacht, dass er zwar auf die Spieler und die Automatismen der Weltmeisterschaft setzt, aber auch keine Erbhöfe verteilt. So überraschte er gegen die von Berti Vogts mit einer konservativen Manndeckung eingestellten Aserbaidschaner mit dem ersten Einsatz des Wolfsburgers Sascha Riether in der Startelf.

Beim Aufreger Ballack lässt sich Löw weiter nicht drängen. “Das ist jetzt nicht das Thema“, betonte der Bundestrainer und ergänzte: “Es ist völlig normal, wenn ein Spieler nach drei Monaten Pause eine gewisse Zeit braucht.“ Ob Ballack in vier Wochen schon wieder ein Auswahl-Kandidat ist, werde man sehen: “Wenn ich der Meinung bin, dass er die Mannschaft verstärkt, dann klar. Aber jetzt ist natürlich wichtig, dass er seine Form findet.“ Dass der Kapitän im Wartestand auf einen Stadionbesuch in Köln verzichtete, kommentierte Löw nur kurz: “Es steht den Spielern frei zu kommen.“

Umso mehr freute sich der Bundestrainer über die wiedergefundene Spiel- und Kombinationsfreude bei seinem aktuellen Personal: “Wir hatten viele gute Szenen und Chancen, haben sechs Tore erzielt.“ Auch wenn der klare Erfolg über den 105. der Weltrangliste auf dem Weg zur EURO 2012 in Polen und der Ukraine sicher kein Maßstab war, darf sich Löw in seinem kompromisslosen Kurs bestätigt fühlen.

“Unser Plan war sechs Punkte zu holen und das eine oder andere Tor zu schießen - mehr geht nicht“, erklärte Top-Torjäger Klose. Mit seinem elften Nationalmannschafts-Doppelpack zog der 32-Jährige in der ewigen deutschen Torjägerliste mit dem DDR-Internationalen Joachim Streich auf Rang zwei gleich - nur noch 13 Treffer fehlen zur Bestmarke des “Bombers der Nation“, Gerd Müller.

Neben Klose (2) und Podolski zeichneten sich beim WM-Dritten noch Heiko Westermann und Badstuber als Torschützen aus. Dazu kam ein Eigentor der Gäste, die bei ihrem Ehrentreffer von einem Patzer des Schalker Torwarts Manuel Neuer profitierten. “Man hat der Mannschaft angemerkt, dass es ihr Spaß macht. Sie hat auch nach dem 3:0 nicht nachgelassen“, sagte Löw.

2x Note 1, 1x Note 5: Bilder & Einzelkritik zum DFB-Schützenfest

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat in der EM-Qualifikation ihre Pflichtaufgabe gegen Aserbaidschan mühelos gemeistert. Das Team von Bundestrainer Joachim Löw kam am Dienstagabend in Köln zu einem 6:1 (3:0). © dpa
Bundestrainer Joachim Löw (3.v.l) sitzt auf der Bank mit Berti Vogts (2.v.l), Nationaltrainer von Aserbaidschan, und dem deutschen Co-Trainer Hans-Dieter Flick. Links steht DFB-Manager Oliver Bierhoff. © dpa
Miroslav Klose (M) aus Deutschland, Sasa Yunisoglu und Elnur Allahverdiyew aus Aserbaidschan kämpfen um den Ball. Rechts Lukas Podolski. © dpa
Der Deutsche Miroslav Klose und Sascha Yunisoglu aus Aserbaidschan kämpfen um den Ball. © dpa
Bastian Schweinsteiger (r) aus Deutschland und Maksim Medvedev aus Aserbaidschan kämpfen um den Ball. (Rechts Lukas Podolski) © dpa
Per Mertesacker liegt verletzt auf dem Rasen. © dpa
Per Mertesacker (M) von Deutschland wird auf dem Spielfeld behandelt und später ausgewechselt. © dpa
Mesut Özil (M) von Deutschland kämpft um den Ball gegen Elnur Allahverdiyev (l) von Aserbaidschan. © dpa
Torschütze Heiko Westermann (Mitte rechts) von Deutschland trifft mit diesem Schuß zum 1:0 gegen Torwart Kamran Agayev (2.v.l.) von Aserbaidschan. © dpa
Der Deutsche Sami Khedira und Mahir Sükürov aus Aserbaidschan kämpfen um den Ball. © dpa
Heiko Westermann bejubelt sein Tor zum 1:0. © dpa
Heiko Westermann © dpa
Heiko Westermann (2. vl) von Deutschland erzielt das 1:0. © dpa
Der deutsche Torschütze Heiko Westermann (r) jubelt im Spiel gegen Aserbaidschan mit Bastian Schweinsteiger, Sami Khedira und Miroslav Klose (v.l). © dpa
Heiko Westermann © dpa
Heiko Westermann © dpa
Per Mertesacker geht verletzt vom Platz. © dpa
Per Mertesacker geht verletzt vom Platz. © dpa
 Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat in der EM-Qualifikation ihre Pflichtaufgabe gegen Aserbaidschan mühelos gemeistert. Das Team von Bundestrainer Joachim Löw kam am Dienstagabend in Köln zu einem 6:1 (3:0). © dpa
 Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat in der EM-Qualifikation ihre Pflichtaufgabe gegen Aserbaidschan mühelos gemeistert. Das Team von Bundestrainer Joachim Löw kam am Dienstagabend in Köln zu einem 6:1 (3:0). © dpa
 Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat in der EM-Qualifikation ihre Pflichtaufgabe gegen Aserbaidschan mühelos gemeistert. Das Team von Bundestrainer Joachim Löw kam am Dienstagabend in Köln zu einem 6:1 (3:0). © dpa
 Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat in der EM-Qualifikation ihre Pflichtaufgabe gegen Aserbaidschan mühelos gemeistert. Das Team von Bundestrainer Joachim Löw kam am Dienstagabend in Köln zu einem 6:1 (3:0). © dpa
 Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat in der EM-Qualifikation ihre Pflichtaufgabe gegen Aserbaidschan mühelos gemeistert. Das Team von Bundestrainer Joachim Löw kam am Dienstagabend in Köln zu einem 6:1 (3:0). © dpa
 Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat in der EM-Qualifikation ihre Pflichtaufgabe gegen Aserbaidschan mühelos gemeistert. Das Team von Bundestrainer Joachim Löw kam am Dienstagabend in Köln zu einem 6:1 (3:0). © dpa
 Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat in der EM-Qualifikation ihre Pflichtaufgabe gegen Aserbaidschan mühelos gemeistert. Das Team von Bundestrainer Joachim Löw kam am Dienstagabend in Köln zu einem 6:1 (3:0). © dpa
 Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat in der EM-Qualifikation ihre Pflichtaufgabe gegen Aserbaidschan mühelos gemeistert. Das Team von Bundestrainer Joachim Löw kam am Dienstagabend in Köln zu einem 6:1 (3:0). © dpa
 Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat in der EM-Qualifikation ihre Pflichtaufgabe gegen Aserbaidschan mühelos gemeistert. Das Team von Bundestrainer Joachim Löw kam am Dienstagabend in Köln zu einem 6:1 (3:0). © dpa
 Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat in der EM-Qualifikation ihre Pflichtaufgabe gegen Aserbaidschan mühelos gemeistert. Das Team von Bundestrainer Joachim Löw kam am Dienstagabend in Köln zu einem 6:1 (3:0). © dpa
 Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat in der EM-Qualifikation ihre Pflichtaufgabe gegen Aserbaidschan mühelos gemeistert. Das Team von Bundestrainer Joachim Löw kam am Dienstagabend in Köln zu einem 6:1 (3:0). © dpa
 Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat in der EM-Qualifikation ihre Pflichtaufgabe gegen Aserbaidschan mühelos gemeistert. Das Team von Bundestrainer Joachim Löw kam am Dienstagabend in Köln zu einem 6:1 (3:0). © dpa
 Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat in der EM-Qualifikation ihre Pflichtaufgabe gegen Aserbaidschan mühelos gemeistert. Das Team von Bundestrainer Joachim Löw kam am Dienstagabend in Köln zu einem 6:1 (3:0). © dpa
 Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat in der EM-Qualifikation ihre Pflichtaufgabe gegen Aserbaidschan mühelos gemeistert. Das Team von Bundestrainer Joachim Löw kam am Dienstagabend in Köln zu einem 6:1 (3:0). © dpa
 Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat in der EM-Qualifikation ihre Pflichtaufgabe gegen Aserbaidschan mühelos gemeistert. Das Team von Bundestrainer Joachim Löw kam am Dienstagabend in Köln zu einem 6:1 (3:0). © dpa
 Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat in der EM-Qualifikation ihre Pflichtaufgabe gegen Aserbaidschan mühelos gemeistert. Das Team von Bundestrainer Joachim Löw kam am Dienstagabend in Köln zu einem 6:1 (3:0). © dpa
Manuel Neuer: Der Schalker Keeper wurde in der ersten Hälfte nur einmal ernsthaft geprüft, bei Nadirovs Hammer, den er aber problemlos entschärfte. Das 4:1 ging aber klar auf seine Kappe. Note: 5 © Getty
Sascha Riether: Der Jansen-Ersatz aus Wolfsburg tat viel nach vorne, hatte dafür aber in der Defensive einige schwache Momente, weil er seinen Gegenspieler Nadirov nicht richtig in den Griff bekam. Eine Empfehlung war das nicht unbedingt. Note: 4 © dpa
Per Mertesacker: Ganz unglückliches Spiel für ihn. Erst mit zwei gefährlichen Vorstößen bis zum gegnerischen Sechszehner, dann in der 11. Minute mit einem Cut unter dem Auge (spätere Diagnose: Augenhöhlenbruch) ausgewechselt. keine Bewertung © Getty
ab der 11. Minute: Heiko Westermann: Gutes Spiel des Hamburgers, der hinten zwar nicht allzu viel zu tun bekam, dafür aber bei Standards mit nach vorne ging und für Gefahr sorgte. Belohnung: Das 1:0, dass er nach einer Ecke im Nachschuss unter die Latte knallte (28.). Note: 2 © dpa
Holger Badstuber: Sehr diszipliniert in der Defensive. Fing einige Zuspiele aufmerksam ab, leitete das 3:0 mit feinem Pass auf Podolski ein und belohnte sich mit dem Tor zum 5:1. Note: 2 © Getty
Philipp Lahm: Diesmal von Löw wieder zurück auf die linke Seite beordert, hatte dort viele gute Szenen im Zusammenspiel mit Podolski. Zeigte wieder seine gefürchtete „Lahm“-Grätsche und war vor allem in der zweiten Hälfte aktiv in der Vorwärtsbewegung. Note: 3 © Getty
Sami Khedira: Besonders in der ersten Hälfte sehr unauffällig, ohne Präsenz. Nach der Pause etwas stärker, erzwang das 4:0. Note: 4 © Getty
Bastian Schweinsteiger: Ab und an mit überheblicher Körpersprache, grundsätzlich aber mit einer soliden Leistung. Manchmal hätte man sich etwas mehr Kreativität und weniger Sicherheits-Pässe gewünscht. Note: 3 © Getty
78.: Cacau: keine Bewertung. © Getty
Thomas Müller: In den ersten zehn Minuten gut, baute dann aber mehr und mehr ab. Hatte nur ganz wenige Aktionen – aber: Er kann ja auch nicht immer weltklasse sein. Note: 4 © Getty
ab der 61.: Marko Marin: Sorgte für Schwung mit einigen guten Dribblings, schoss zweimal gefährlich aufs Tor. Manchmal aber nicht zielstrebig genug. Note: 3 © Getty
Mesut Özil: Tauchte in der ersten Hälfte bis auf die Aktion vor dem 2:0 ziemlich ab. Auch in der zweiten Hälfte ohne große Ideen, zu verspielt und zu wenig zwingend. Note: 4 © Getty
Lukas Podolski: Bester Mann auf dem Platz. Deutlich engagierter als gegen Belgien. Suchte immer wieder mit Ball am Fuß den direkten Weg zum Tor, schloss dann meist gefährlich ab. Tolles Tor zum 2:0, uneigennützig beim dritten Tor, viele starke Fernschüsse. Note: 1 © Getty
Miroslav Klose: Unheimlich aktiv, bekam aber von den Aserbaidschanern nur sehr wenig Platz. Setzte sich dennoch immer wieder gut durch, wie vor dem 1:0, als er mit dem Rücken zum Tor den Ball auf Westermann legte. Kaltschnäuzig beim 3:0, setzte mit dem 6:1 den Schlusspunkt Note: 1 © Getty

Von Beruhigung wollte im DFB-Lager noch niemand etwas wissen. “Wir stehen am Anfang dieser Qualifikation“, erinnerte Löw. Und der von 43 751 Zuschauern gefeierte Podolski blickte schon auf den besonderen Charakter des Duells im Berliner Olympiastadion: “Wir wissen, die Türken haben gegen die Belgier gewonnen, sie sind gefährlich. Wir werden bestimmt kein Stadion haben nur mit deutschen Fans.“ Der früh für den im Gesicht verletzten Per Mertesacker eingewechselte Innenverteidiger Westermann warnte: “Man muss in der Gruppe höllisch aufpassen. Wir dürfen gegen die Türken nichts anbrennen lassen.“

dpa

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