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Bastian Schweinsteiger stänkert gegen Ex-Klub: „Keine Philosophie und Vision“

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Von: Christoph Klaucke

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Bastian Schweinsteiger kritisiert mit ungewohnter Härte einen seiner ehemaligen Klubs. Der Ex-Profi prangert fehlende Philosophie und Vision beim Verein an.

München/Manchester - Der Stachel sitzt tief. Diese Niederlage wird alle Fans von Manchester United wohl ein ganzes Leben lang begleiten. Der stolze Klub und englische Rekordmeister kassierte mit dem 0:5 gegen den FC Liverpool im heimischen Old Trafford ein Debakel historischer Dimension. Nach der Pleite gegen den Erzrivalen meldete sich der ehemalige Red Devil und Bayern-Profi Bastian Schweinsteiger zu Wort und ließ kein gutes Haar an seinem Ex-Verein.

Bastian Schweinsteiger: Gnadenloses Urteil nach Debakel von Ex-Klub Manchester United

„Ein verheerender Tag für alle Fans und den Verein, aber es kam nicht aus heiterem Himmel. Es war keine Überraschung“, schreibt Schweinsteiger auf Twitter zur bitteren Niederlage von Manchester United. Der Rio-Weltmeister war 2015 nach 17 Jahren beim FC Bayern zu Manchester United gewechselt. Bis zu seinem Abschied im März 2017 zu Chicago Fire kam Schweinsteiger 35 Mal (zwei Tore) für die Red Devils zum Einsatz. 2016 gewann der heute 37-Jährige den FA Cup, 2017 den League Cup.

United hatte am Sonntag gegen die von Jürgen Klopp trainierten Reds mit dem 0:5 die höchste Heimniederlage gegen Liverpool kassiert. Überhaupt musste United in seiner 143-jähirgen Vereinsgeschichte nur viermal sechs Gegentore hinnehmen. Der zwischenzeitliche Vier-Tore-Rückstand war ebenfalls eine unrühmliche Premiere – es war der höchste Pausenrückstand in einem Premier-League-Heimspiel für den 20-maligen englischen Champion.

Ein verheerender Tag für alle Fans und den Verein.

Bastian Schweinsteiger

Bastian Schweinsteiger: Ex-Bayern-Star kritisiert Manchester United - „Keine Philosophie und Vision“

„Liverpool hat ihnen gezeigt, was den Unterschied ausmacht – der riesig ist, nämlich eine Philosophie und eine Vision zu haben. Herzlichen Glückwunsch, Liverpool FC“, schreibt Schweinsteiger weiter und legt damit den Finger in die Wunde. Seit 2014 hat Manchester United in schöner Regelmäßigkeit deutlich über 100 Millionen Euro pro Saison für neue Spieler ausgegeben (Ausnahmen: Saison 2020/21 und 2018/19).

Trotz Star-Transfers von Jadon Sancho von Borussia Dortmund (85 Mio. Ablöse) und Cristiano Ronaldo von Juventus Turin (15 Mio.) in diesem Sommer tritt United nicht als Team auf. Resultat: Der letzte Meistertitel ist bald ein Jahrzehnt her (2013), nach neun Spielen in der Premier League beträgt der Rückstand auf Tabellenführer Chelsea schon acht Punkte. „Hoffentlich kommt Manchester United sehr bald zurück“, schließt Schweinsteiger, was eher wie eine Wunschvorstellung als echte Hoffnung klingen mag.

Bastian Schweinsteiger übt harte Kritik an seinem Ex-Klub Manchester United.
Bastian Schweinsteiger übt harte Kritik an seinem Ex-Klub Manchester United. © Ulrich Hufnagel/Imago

Bastian Schweinsteiger: United-Trainer Solskjaer kurz vor Rauswurf - Schweini kein Kandidat

Nach dem „dunkelsten Tag“ seiner Karriere gerät Manchester Uniteds Coach Ole Gunnar Solskjaer immer mehr unter Druck, einen Rücktritt schloss er aber aus. „Ich bin am Boden zerstört. Wir wissen, dass wir am Tiefpunkt sind, schlimmer kann es nicht werden. Aber wir hatten schon früher dunkle Tage hier und haben uns immer wieder erholt“, sagte der United-Coach nach der 0:5-Demütigung durch den FC Liverpool.

Dennoch gibt sich Solskjaer kämpferisch. „Ich denke nicht ans Aufgeben. Dafür sind wir zu weit gekommen als Gruppe und wir sind jetzt zu nah dran, um aufzugeben“, sagte der 48 Jahre alte Norweger, der als Spieler mit United die englische Meisterschaft sowie 1999 die Champions League gewann und dabei den 2:1-Siegtreffer gegen den FC Bayern schoss. Schweinsteiger dürfte kein Kandidat als möglicher Solskjaer-Nachfolger sein, der Ex-Profi war zuletzt auf dem Golfplatz anzutreffen und bildete mit seiner Begleitung ein „unschlagbares Team“ – ganz im Gegensatz zu Manchester United. (ck/dpa)

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