Der neue Boss der DFB-Elf

Darum setzt Jogi auf "Chefsteiger"

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Bastian Schweinsteiger bei der WM-Feier in Berlin.

Düsseldorf - Jogi Löw hat sich entschieden: Bastian Schweinsteiger wird neuer Kapitän der deutschen Nationalmannschaft. Lesen Sie hier die Gründe für die Entscheidung des Bundestrainers.

Es dauerte mehr als acht Minuten, da erst war Jogi Löw bei dem Thema angelangt, das zuletzt zu einem gesamtdeutschen Brennpunkt geworden war. Wochenlang brannte diese eine Frage unter dem nationalen Nagel, wochenlang hatte es Spekulationen und Deutungen gegeben. Der Bundestrainer ließ bei seiner Pressekonferenz in Düsseldorf dennoch zunächst ein paar anderen Themen den Vorrang, um diese entscheidende Frage dann doch recht kurz zu beantworten: „Bastian Schweinsteiger wird das Amt des Kapitäns übernehmen.“ Damit war die Spannung endlich raus: Auf Philipp Lahm folgt ein weiterer Bayernstar!

„Er hat eine immense Erfahrung, er genießt eine hohe Akzeptanz innerhalb der Mannschaft“, führte Löw anschließend weiter aus. Für den Nationaltrainer ist der Mittelfeldspieler der „legitime Nachfolger“, Schweinsteiger schien bei der Nachbesetzung dieses so wichtigen Amtes gar alternativlos. Auch die neuerliche verletzungsbedingte Pause des 30-Jährigen und die Tatsache, dass Schweinsteiger in den vergangenen Jahren bei zahlreichen DFB-Spielen nicht dabei sein konnte, beeinflussten Löw in seiner Entscheidung zu keinem Zeitpunkt. Der Bundes-Jogi schwärmte gar: „Bastian hat immer dann Verantwortung übernommen, wenn es drauf ankam. Schauen Sie sich nur das Finale an! Er sprüht vor Ehrgeiz!“

Der neue Capitano, der im Endspiel von Rio allen Gaucho-Attacken trotzte und bis Schluss für die Mannschaft kämpfte, machte direkt deutlich, was er mit dieser Aufgabe verbindet. „Es ist eine Ehre und Freude, aber zugleich eine Verpflichtung“, sagte er bei www.dfb.de. Schweinsteiger wolle das Amt auf seine Art ausführen. Er wisse, „dass nun weitere Verpflichtungen dazukommen werden, insbesondere auch außerhalb des Platzes. In Sachen Repräsentation und Medienarbeit hat Philipp diese sehr gut gelöst. Jeder hat da seinen eigenen Stil, seine eigene Persönlichkeit.“

Neue Persönlichkeiten gibt es nun in Reihe zwei hinter dem Kapitän. Nach den Rücktritten von Lahm, Per Mertesacker und Miro Klose sind nun Manuel Neuer, Sami Khedira, Thomas Müller und Mats Hummels im Mannschaftsrat versammelt, eine klare Nummer zwei, drei oder vier für das Amt des Kapitäns nannte Löw allerdings noch nicht. Das werde sich noch herauskristallisieren, so der Bundestrainer, „gegen Argentinien ist Manuel Neuer Kapitän“.

Und vielleicht dann auch ab 2016. Schließlich hatte Löw klargemacht, dass die Regelung mit Schweinsteiger erst einmal für die kommenden zwei Jahre läuft, „das ist die Periode“. Danach ist rein vertragstechnisch auch für den Bundestrainer Schluss. Nach der EM in Frankreich könnten also gleich mehrere Fragen zu einem neuen, gebündelten Brennpunkt in Deutschland auftauchen.

Michael Knippenkötter

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