Bauchlandung in Bordeaux

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Luca Toni spielte bei seinem CL-Comeback nicht schlecht, vergab in der zweiten Halbzeit aber die große Chance zum 2:2.

Bordeaux - Nach einem Platzverweis von Saison-Aufsteiger Thomas Müller hat der FC Bayern München in der Champions League eine bittere Bauchlandung erlebt.

In Unterzahl unterlagen die Münchner am Mittwochabend nach einer erschreckend schwachen Angriffsleistung bei Girondins Bordeaux verdient mit 1:2 (1:2) und müssen nach dem dritten Spielzug um den Einzug ins Achtelfinale bangen. 13 Jahre nach dem UEFA-Cup-Triumph im Stadion Chaban-Delmas erwischte das Team von Trainer Louis van Gaal mit Michael Cianis Eigentor (6. Minute) einen Superstart. Doch nachdem Ciani seinen Fehler per Hacken-Tor (29.) wettgemacht hatte, leistete sich Müller ein zweites unnötiges Foul und sah schon nach 30 Minuten die Gelb-Rote Karte. Folge des langen Unterzahlspiels waren der frühe Siegtreffer von Marc Planus (40.).

Dabei hatten die Münchner vor 32 000 Zuschauern einen Start nach Maß erwischt, wobei sich der Ausfall von Edson Braafheid als glückliche Fügung erwies. Da der Niederländer fehlte, trat Verteidiger Holger Badstuber als einziger Linksfuß die Ecken - und gleich den ersten Versuch lenkte Ciani ins eigene Tor ab. Danach zogen sich die Bayern zurück, agierten aber “zu körperbetont“ (Franz Beckenbauer) und ließen vor allem im Mittelfeld Präzision vermissen.

Van Gaals taktischer Schachzug, Anatoli Timoschtschuk die Kreise von Bordeaux-Regisseur Yoann Gourcuff einengen zu lassen, ging zwar defensiv auf. Der Spielaufbau aus der Zentrale litt aber, so dass die Münchner im ersten Durchschnitt keinen einzigen Angriff herausspielten. Stattdessen diktierten die Hausherren das Geschehen und hatten durch den Brasilianer Wendel, der Bayern-Keeper Jörg Butt mit einem 30-Meter-Kracher prüfte (18.), die erste Gelegenheit. Wenig später durften die Franzosen erstmals jubeln, nachdem Ciani den chancenlosen Butt mit einem akrobatischen Hackentrick überlistete.

Der Doppelschock folgte nur eine Minute später, als der zuletzt hochgelobte Müller sein erstes echtes Negativerlebnis verdauen musste. Erst stieg der 20-Jährige übermotiviert gegen Benoit Trémoulinas ein, dann grätschte er Mathieu Chalmé in die Beine. “Das war natürlich ein Einsteigen, das so nicht sein darf“, kritisierte “Sat.1“-Experte Franz Beckenbauer.

Die Quittung für sein teilweise überaggressives Spiel kassierte der deutsche Rekordmeister kurz vor der Pause. Nach einem weiteren Wendel-Freistoß ging Hamit Altintop, der Braafheid auf der rechten Abwehrseite ersetzte, zu unentschlossen zu Werke. Planus erwischte seinen Klärungsversuch mit der Sohle und traf zur Führung.

dpa

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