"Noch große Ziele"

Bayern-Aus hilft Löw für die WM-Vorbereitung

Bundestrainer Joachim Löw (r.) kann nun am 21. Mai fast seinen kompletten WM-Kader im Trainingscamp in Südtirol begrüßen.

München - In der Münchner Arena erlebten der Bundestrainer Joachim Löw auf der Tribüne und seine Bayern-Spieler auf dem Rasen eine Lehrstunde. Die Warnung will Löw in seiner WM-Vorbereitung nutzen.

Nur wenige Stunden nach dem bitteren Champions-League-K.o. baute Joachim Löw seine enttäuschten Münchner WM-Kandidaten wieder auf. „Gemeinsam haben wir ja noch große Ziele“, übermittelte der Bundestrainer den Bayern-Profis um Nationalmannschafts-Kapitän Philipp Lahm.

Trotz des 0:4-Tiefschlags des deutschen Meisters, bei dem alle sieben designierten Münchner Brasilien-Fahrer auf dem Platz standen, bleibe es dabei, „dass die Bayern bislang insgesamt eine ganz starke Saison gespielt haben, die ja noch nicht zu Ende ist“, betonte Löw. Auch Nationalelf-Kollege Mesut Özil vom FC Arsenal twitterte: „Kopf hoch meine Freunde von Bayern: Im Sommer greifen wir gemeinsam an.“

Löw muss und wird bei der Titelmission in diesem Sommer auf den Bayern-Block setzen. Daran ändert auch die deutliche Niederlage gegen Real Madrid mit den portugiesischen Stars Cristiano Ronaldo, Fábio Coentrão und Pepe nichts. Gegen Portugal muss Deutschland am 16. Juni im ersten WM-Vorrundenspiel in Salvador antreten.

Lehrstunde auf höchstem Niveau

Am Dienstagabend in München hatten auch Löw und seine Mitarbeiter, die sich rund um die Partie in München zu einem WM-Workshop getroffen hatten, eine Lehrstunde erlebt. „Sicher hat Deutschland dem FC Bayern gewünscht, erneut ins Champions-League-Finale einzuziehen, doch das Spiel lief gegen sie, auf diesem hohen internationalen Level muss einfach alles passen“, resümierte der Bundestrainer.

Solche Fehler wie die Bayern-Defensive bei den Standards der Madrilenen kann sich auch das DFB-Team spätestens in der K.o.-Phase der WM nicht leisten - völlig unabhängig von allen Spielphilosophien. „Wenn man gegen so eine klasse Mannschaft in Rückstand kommt und noch das zweite Gegentor kassiert, weiß natürlich jeder Spieler, dass es fast unmöglich ist, weiterzukommen“, bemerkte Löw, der weiß: Ein Finale hätte seinen Bayern noch „einen Schub für die WM“ gegeben.

Jetzt hat der Freiburger zumindest Planungsklarheit. Vier Tage nach dem DFB-Pokalfinale zwischen dem FC Bayern und Borussia Dortmund kann er am 21. Mai fast seinen kompletten WM-Kader im Trainingscamp in Südtirol begrüßen - ohne Frage wertet dies die Vorbereitung auf. Denn auf die zehn Tage im Passeiertal setzt Löw besonders. Auch die Bayern-Spieler werden nun zeitiger ihre Konzentration auf die WM richten. „Im Hinterkopf ist sie vielleicht schon seit längerer Zeit, aber der Hinterkopf ist ziemlich weit hinten“, sagte Thomas Müller.

Viele WM-Fahrer fehlen beim ersten Test

Im Finale des Königsklassenfinals am 24. Mai in Lissabon ist nur Sami Khedira mit Real dabei, der nach seiner Kreuzbandoperation im November des Vorjahres noch um den Anschluss kämpft. Am Mittwoch musste Löw auch noch damit rechnen, dass André Schürrle mit dem FC Chelsea den großen Sprung nach Lissabon schaffft.

Ohne etliche WM-Fahrer muss Löw nun lediglich das erste WM-Testspiel am 13. Mai in Hamburg gegen Polen bestreiten. Dort werden unter anderem die Spieler aus München und Dortmund wegen des Pokalendspiels am 17. Mai fehlen. Löw, der am 8. Mai seinen vorläufigen WM-Kader mit mehr als den endgültigen 23 Spielern benennen wird, sieht dies nicht als Problem: „Wir alle können uns auf ein großes DFB-Pokalfinale freuen.“

WM 2014: In diesen Stadien wird gespielt

WM 2014, Stadien, Austragungsorte
Das Estádio do Maracanã in Rio de Janeiro, das offiziell Estádio Jornalista Mário Filho heißt, wurde für die WM 1950 gebaut. Es wurde für die WM 2014 komplett erneuert und bietet Platz für 73.531 Zuschauer. © dpa
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Das Estádio do Maracanã in Rio de Janeiro hat für die WM 2014 ein neues Dach bekommen. © dpa
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Das Estádio Mineirao in Belo Horizonte wurde im Dezember 1965 eingeweiht und für die WM 2014 komplett umgebaut. © dpa
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Das Estádio Mineirao in Belo Horizonte fasst über 62.000 Zuschauer. © dpa
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Das fast gänzlich erneuerte Estádio Nacional in Brasília ist das zweitgrößte Stadion der WM 2014. © dpa
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Die Arena Pantanal in Cuiabá wurde eigens für die WM 2014 konstruiert und hat ein Fassungsvermögen von 42.968 Zuschauern. © dpa
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Die Arena da Baixada in Curitiba gilt seit der Neueinweihung 1999 als eines der modernsten und technisch fortschrittlichsten Stadien Brasiliens. Derzeit ist das Gebäude wieder im Umbau, die Zuschauerkapazität wird auf 40.000 erhöht. © dpa
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Das Estádio Castelão in Fortaleza wurde 1973 erbaut und nun komplett umgebaut. Jetzt bietet es Platz für fast 65.000 Zuschauer. © dpa
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Im Estádio Castelão in Fortaleza sind sämtliche Sitze durch eine Überdachung geschützt. © dpa
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Dach und Fassade der Arena Amazônia in Manaus sind einem für die Region typischen Strohkorb nachempfunden. © dpa
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In der Arena Amazônia in Manaus wird Regenwasser zur späteren Verwendung in den Toiletten oder zur Bewässerung des Rasens aufgefangen. © dpa
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Das Estádio das Dunas in Natal musste groß und modern werden, um sich als einer der zwölf Spielorte für die WM 2014 in Brasilien durchzusetzen. Dafür wurde das alte Stadion abgerissen. © dpa
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Die Wellenform der Konstruktion des Estádio das Dunas in Natal soll an Sanddünen erinnern. © dpa
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Das Estádio Beira-Rio in Porto Alegre steht am Ufer des Rio Guaíba. Fünf Spiele der WM 2014 in Brasilien sollen hier stattfinden, unter anderem ein Viertelfinale. © dpa
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Das Estádio Beira-Rio in Porto Alegre ist auch ein beliebtes Postkartenmotiv. © dpa
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Die Arena Pernambuco in Recife wird über eine öffentlich-private Partnerschaft finanziert. Sie bietet Platz für insgesamt 42.849 Zuschauer. © dpa
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Die Arena Pernambuco in Recife befindet sich im Vorort São Lourenço da Mata. © dpa
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Die Arena Fonte Nova in Salvador de Bahia, der ersten Hauptstadt Brasiliens, bietet Platz für 48.747 Zuschauer. © dpa
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Für den Neubau der Arena Fonte Nova in Salvador de Bahia musste das alte Estádio Fonte Nova (offiziell Estádio Octávio Mangabeira) weichen. © dpa
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Die Arena de São Paulo in São Paulo wird gerade gebaut. Sie wurde für das Eröffnungsspiel der WM 2014 in Brasilien ausgewählt. © dpa

Trotz anhaltender Wettkampfpause hofft auch Mario Gomez weiter, dass sein Name auf Löws WM-Liste auftauchen wird. „Ich bin voller Zuversicht, dass ich rechtzeitig wieder in Topform sein werde“, sagte der 59-malige Nationalspieler der Sport Bild (Mittwoch). Allerdings steht Gomez mehr als fünf Wochen nach seiner Bänderzerrung im Knie weiter nur im Aufbautraining. „Es ist sicherlich keine einfache Zeit für mich, aber ich schaue nur noch positiv nach vorne“, erklärte der Angreifer des AC Florenz. Sein Sturmkollege Miroslav Klose dagegen kehrte am Mittwoch gut drei Wochen nach seiner Oberschenkelzerrung ins Mannschaftstraining bei seinem Verein Lazio Rom zurück.

Ob Klose schon am Montag wieder im Kader für das Spiel bei Hellas Verona steht, ist noch unklar. Es müssten zunächst die Fortschritte abgewartet werden, erklärte ein Vereinssprecher.

dpa

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