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Hoeneß: Inter ist nicht so stark wie 2010

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Uli Hoeneß © Getty

Mailand - 276 Tage nach der Finalpleite von Madrid sinnt Bayern München auf Revanche. Die Hoffnungen liegen dabei vor allem auf der Offensive: die Stimmen vom Flughafen.

Der deutsche Rekordmeister will sich im Achtelfinal-Schlager der Champions League gegen Inter Mailand für das frustrierende 0:2 vom 22. Mai 2010 rächen. „Die Erinnerung spielt sicher eine Rolle. Noch wichtiger ist aber, dass wir weiterkommen, um in der Champions League wieder so wunderbare Zeiten wie in der letzten Saison zu erleben“, sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge am Dienstag am Münchner Flughafen.

Als der FC Bayern am Mittag mit dem LH-Sonderflug 2570 zum Hinspiel am Mittwoch (20.45 Uhr/Sky und Sat.1) abhob, war also gehörig Optimismus mit an Bord - obwohl Inter im Endspiel klar überlegen gewesen war. „Es wird ein ganz anderes Spiel. Ich habe große Zuversicht, dass wir was erreichen können“, sagte Superstar Arjen Robben, der diesmal auch auf die Unterstützung des im Finale gesperrten Franck Ribery bauen kann. Robben warnte aber auch: „Wir dürfen uns keine Fehler erlauben!“

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Inter, das ist noch eine gute Nachricht für den deutschen Rekordmeister, scheint verwundbar. „Ich glaube nicht, dass sie so stark sind wie 2010. Unser Vorteil ist das Rückspiel zu Hause“, sagte Präsident Uli Hoeneß, der sich „sehr zuversichtlich“ zeigte. Rummenigge erinnerte vor dem Abflug eindringlich an die wichtigsten Tugenden: „2010 waren die Attribute Wille, Kampf, Konzentration und Leidenschaft. Wenn wir das zeigen, werden wir unseren Weg gehen.“

Der Blick der Bayern ging nicht nur zurück bis Mai 2010. Sportdirektor Christian Nerlinger hatte als Mutmacher 1989 vor Augen. „Ich hoffe, dass uns ein ähnlich historischer Sieg gelingt wie damals im UEFA-Cup“, sagte Nerlinger. Gemeint war das 3:1 in San Siro nach einer 0:2-Heimniederlage - übrigens im Achtelfinale.

Auch wenn es lange her ist, es gibt keinen Grund, sich in Mailand zu verstecken. „Das Selbstvertrauen ist da. Wir wollen gewinnen“, sagte Thomas Müller und schickte eine Bekräftigung hinterher: „Etwas anderes zu behaupten, wäre Quatsch. Wir wollen in die nächste Runde.“

Alles andere käme auch einer sportlichen Katastrophe gleich, zumal die Bayern in der Bundesliga fast keine Chance mehr auf die Meisterschaft haben. Die Diskussion um Trainer Louis van Gaal würde bei einem Aus im Achtelfinale wohl wieder aufflammen.

Doch daran mag Rummenigge vor den Wochen der Wahrheit mit dem Bundesliga-Spiel gegen Dortmund sowie dem Pokal-Halbfinale gegen Schalke gar nicht denken. „Ich verfahre nach dem Motto: Denke positiv, dann wird es auch positiv. Wir haben weiter diesen großen Traum, wir wollen die Champions League gewinnen“, sagte der Bayern-Boss unmissverständlich.

Im Gegensatz zur Wackel-Abwehr macht die Bayern-Offensive, der neben „Robbery“ und Müller Torjäger Mario Gomez angehört, Hoffnung. „Wir hatten in der großen Geschichte des FC Bayern selten vier überragende Offensivspieler. Mit dieser Offensiv-Abteilung kann man jeden Gegner ausspielen“, sagte Hoeneß.

Der neue Inter-Trainer Leonardo kling fast ehrfürchtig: „Bayern ist ein großartiges Team. Sie haben viele Klasseleute, vor denen man sich fürchten muss“, sagte er, ergänzte aber auch: „Wenn wir alle Profis zur Verfügung haben, können wir unserem Gegner auch Angst machen.“ Allerdings ist Bayern-Schreck Diego Milito, bei Inters Final-Triumph zweifacher Torschütze, verletzt.

Die Bayern können dagegen ihre stärkste Formation aufbieten. Der angeschlagene Gomez und Torwart Thomas Kraft gaben Entwarnung. Somit fehlt nur noch der Langzeitverletzte Ivica Olic.

Entsprechend merkte Hoeneß an, „dass wir da nicht mit einem bescheidenen Ergebnis nach Hause kommen dürfen, also möglichst keinem 0:2. Wir müssen mindestens Unentschieden spielen, am besten 2:1 gewinnen. Das wäre ein Traum.“

sid

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