Bayern wollen nächsten Sieg - BVB unter Druck

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Die Bayern eilen von Sieg zu Sieg

München - Dem FC Bayern wird vielerorts bereits zur Meisterschaft gratuliert. Patzen die Münchner bei 1899 Hoffenheim, könnten die Verfolger aus Bremen und Mönchengladbach vorbeiziehen: die Wochenendvorschau.

Stabile Abwehr, treffsicherer Angriff und eine beeindruckende Serie - in der Fußball-Bundesliga geht schon nach sieben Spieltagen die Angst vor einem Durchmarsch des FC Bayern und drohender Langeweile um. Nach zuletzt zehn Pflichtspielsiegen hintereinander mit 28:0 Toren zweifelt kaum jemand an einem weiteren Erfolg des Tabellenführers im Spitzenduell am Samstag in Hoffenheim.

1899-Coach Holger Stanislawski hofft dennoch auf einen Coup: “Ich gehe davon aus, dass Bayern mit herausragendem Vorsprung Meister wird. Aber wir wollen dennoch den künftigen deutschen Meister schlagen.“ Doch die Art, wie der Rekord-Titelträger zuletzt selbst so starke Gegner wie Manchester City dominierte, spricht für eine Fortsetzung des Münchner Höhenflugs. So könnte Torhüter Manuel Neuer in Hoffenheim die Marke von 1000 Pflichtspielminuten ohne Gegentreffer knacken.

Die Gefahr, dass die zuletzt hochgelobte Mannschaft von Trainer Jupp Heynckes den Gegner unterschätzen könnte, sieht Torjäger Mario Gomez nicht: “Das ist uns in zehn Spielen nicht passiert.“ Auch Taktgeber Bastian Schweinsteiger hält das Risiko für gering - wenngleich aus anderen Gründen: “Wir gehen am Sonntag auf die Wies'n, und da wollen wir mit einem Sieg hin.“

Ein Duell der besonderen Art steht in Hamburg an. Nur wenige Tage nach dem Werben der HSV-Spitze um Huub Stevens sitzt der Niederländer in der Imtech-Arena tatsächlich auf der Trainerbank - allerdings auf der des Gegners Schalke 04. Weil der Fußball-Lehrer zeitgleich in Gesprächen mit dem Revierclub stand, brach das Tabellen-Schlusslicht die Verhandlungen ab. Den HSV betreut erneut Interimscoach Rodolfo Esteban Cardoso, unter dessen Regie beim 2:1 in Stuttgart am vorigen Spieltag den erste Saisonsieg gelang.

Kurz danach gab Stevens den “Königsblauen“ den Zuschlag und feierte gleich im ersten Spiel gegen Haifa in der Europa League ein 3:1. “Dass es nun mit Schalke gegen den HSV geht, mit dem ich vor kurzer Zeit noch über eine Trainertätigkeit gesprochen habe, ist eben im Fußball so. Ich denke, es war legitim von mir, mich zu der Zeit auch mit dem FC Schalke zu unterhalten, wenn er mich verpflichten möchte“, kommentierte der 57-Jährige.

Schalke war neben dem FC Bayern, Leverkusen und Hannover einer von vier Clubs, die in dieser Woche auf internationaler Bühne gewannen. Nur Borussia Dortmund zahlte beim 0:3 in Marseille Lehrgeld. Die Partie am Samstag gegen Aufsteiger Augsburg sieht der deutsche Meister als Chance zur Stimmungsaufhellung. “Wir haben die große Gelegenheit, das 0:3 in einem anderen Licht dastehen zu lassen“, sagte Trainer Jürgen Klopp voller Hoffnung auf den zweiten Bundesligasieg in Serie.

Ketten, Pudelmützen und mehr: Die Glücksbringer der Fußballstars

Das offizielle Magazin der Deutschen Fußball Bundesliga (DFL) hat in einer Umfrage 36 Profi-Spieler der 1. und 2. Bundesliga nach ihren Glückbringern und Talismännern befragt. Sehen Sie folgend, wie sich der Aberglaube bei dem einen oder anderen Spieler äußert. © dpa
Marko Marin (Werder Bremen): "Mein Glücksbringer ist mein Mops Ceca. Wenn ich auflaufe, weiß ich genau, dass sie zu Hause vor dem Fernseher liegt, Sky einschaltet ist und sie jede Aktion verfolgt. Sie liebt Fußball, und ich liebe diese Hunderasse. Sie ist sehr speziell und kuschelig." © getty
Neven Subotic (Borussia Dortmund): "Mein Talisman ist ein vier-, fünfmal um den linken Arm gewickeltes, dunkelbraunes Band. Das nutze ich während des Spiels als Haarband. Früher war ein Holzkreuz mein Glücksbringer, aber um den Hals darf ja nichts mehr getragen werden." © getty
Maik Franz (Eintracht Frankfurt): "Als Glücksbringer trage ich eine alte 50-Pfennig-Münze aus der damaligen DDR in meiner Waschtasche. Diese Münze hat mir vor Jahren mein Onkel geschenkt. Und ich habe sie als sein Talisman und Erinnerung an meine Heimat in diese Tasche gesteckt." © getty
Stefan Reisinger (SC Freiburg): "Große Indianerketten und sonstigen Talismanschmuck lässt das Regelwerk ja nicht mehr zu, an Hasenpfoten in der Tasche glaube ich nicht. Aber ich habe ein paar Socken, die ich immer unter die Stutzen ziehe, immer die gleichen. Werden zwischendurch aber gewaschen." © getty
Mladen Petric (Hambuger SV): "Immer als Letzter aus der Kabine zu kommen und auf den Platz gehen, ist ein Ritual von mir. Ich hoffe natürlich, dass es mir und der Mannschaft Glück bringt." © getty
Didier Ya Konan (Hannover 96): "Da ich tief an Gott glaube, trage ich so oft wie möglich, auch noch kurz vor Spielbeginn, eine kleine Kette am Handgelenk, die meine Nähe zu Gott in kleinen bunten Bildern skizziert." © getty
Josip Simunic (TSG 1899 Hoffenheim): "Ich habe keinen Glücksbringer oder Ähnliches. Ich glaube an Gott, alles andere ist Schicksal, das man nicht beeinflussen kann." © getty
Rodnei (1. FC Kaiserslautern): "Ich betrete den Platz immer zuerst mit dem rechten Fuß, bekreuzige mich und bedanke mich bei Gott. Ich nehme meinen Glauben sehr ernst und bin Gott dankbar, für jeden Moment, den ich auf dem Spielfeld stehen darf." © getty
Fabrice Ehret (1. FC Köln): "Für mich persönlich ist Musik ganz wichtig. Ich mixe in meiner Freizeit sehr gerne meine eigenen Songs, mit denen kann ich mich in der Vorbereitung auf ein Spiel motivieren." © getty
Michal Kadlec (Bayer 04 Leverkusen): "In Sachen Glück setze ich auf ein Armband aus Thailand, das - dort im Sinne einer höheren Macht gesegnet - meinen sportlichen Weg in richtige und erfolgreiche Bahnen lenken soll." © getty
Christian Fuchs (1. FSV Mainz 05):  "Ich habe zwar keinen konkreten Glücksbringer, aber ein Ritual, das ich vor jedem Spiel vollziehe. Da ich Linksfuß bin, ziehe ich zuerst Hose, Stutzen und Schuhe auf der linken Seite an und binde mir auch die Schnürsenkel zuerst auf der linken Seite zu." © getty
Roel Brouwers (Borussia Mönchengladbach): "Nein, das mache ich nicht, ich glaube nicht an so was." © getty
Luiz Gustavo (FC Bayern München): "Wenn wir im Bus sitzen und zum Spiel fahren, dann telefoniere ich immer mit meiner Verlobten Milene und mit meinem Vater Luiz Antonio in meiner Heimat Brasilien. Das beruhigt mich und nimmt mir die Aufregung, treibt mich aber andererseits auch an, auf dem Platz alles für meine Familie zu geben. Für mich sind diese Telefonate daher ein fester Bestandteil meiner Vorbereitung auf ein Spiel geworden." © getty
Javier Pinola (1. FC Nürnberg): "Ich habe keinen echten Talisman, aber eine andere kleine Marotte. Ich nehme immer eine Flasche Wasser beim Einlaufen mit auf das Spielfeld. Am Anfang war es nur so zum Trinken. Inzwischen habe ich es mir angewöhnt, sie immer mitzunehmen. Danach werfe ich die Flasche neben das Spielfeld." © getty
Edu (FC Schalke 04): "Ich habe meine Glücksbringer immer bei mir. Es sind meine Tattoos. Alle enthalten ein Kreuz und sollen mir Glück bringen." © getty
Matthias Lehmann (FC St. Pauli): "Wenn ich nicht die Kapitänsbinde trage, laufe ich als Letzter auf das Spielfeld ein. Einen besonderen Anlass gibt es dafür nicht, aber ich praktiziere dies schon seit meiner Jugendzeit so." © getty
Zdravo Kuzmanovic (VfB Stuttgart): "Vor den meisten Standardsituationen hebe ich meinen Arm. Denn es hat eine zeitlang sehr gut geklappt, dass ich den Arm gehoben habe und wir im Anschluss an den Freistoß oder Eckball einen Treffer erzielt haben. Natürlich ist es aber nur ein Zeichen, wie ich den Ball spiele." © getty
Grafite (VfL Wolfsburg): "Einen Talisman in dem Sinne habe ich nicht. Aber jedes Mal, wenn ich vor einer Partie das Spielfeld betrete, dann achte ich darauf, dass ich die ersten drei Schritte mit dem rechten Fuß mache, das heißt, ich hüpfe quasi auf das Spielfeld. Und ich bete vor jedem Spiel. Nicht für Tore, sondern dafür, dass Gott mich und alle meine Mitspieler beschützt und niemand verletzt vom Platz geht. Ich bete auch für ein gutes Spiel insgesamt und dafür, dass ich meine bestmögliche Leistung abrufen kann." © getty
David Hohs (Alemannia Aachen): "Nein, ich habe keinen Talisman oder Glücksbringer. Bisher hatte ich noch nie das Gefühl, so etwas zu brauchen - weder im Training, noch im Spiel." © getty
Marc Hensel (FC Erzgebirge Aue): "Mein ständiger Begleiter und Glücksbringer ist ein kleiner Pandabär. Den habe ich mal während eines Krankenhausaufenthaltes geschenkt bekommen. Wie er ins Stadion kam? Nun, in der 3. Liga verloren wir Ende August 2009 unser Heimspiel gegen Heidenheim. Zum nächsten Spiel in Wuppertal war dann der Pandabär erstmals als Glücksbringer mit an Bord. Wir gewannen beim WSV 2:0 und starteten eine Serie, die mit dem Wiederaufstieg in die 2. Bundesliga gekrönt wurde. Der kleine Panda ist auch noch heute auswärts wie zuhause mein treuer Begleiter und unser Glücksbringer. Seit Ende August 2009 haben wir übrigens erst ein einziges Heimspiel verloren." © getty
Michael Thurk (FC Augsburg): "Ich hatte mal einen Glücksbringer, den mir meine Frau geschenkt hatte. Es war ein goldener Anhänger, den ich bei jedem Spiel in den Stutzen getragen habe. Irgendwann habe ich den Glücksbringer aber bei einem Spiel verloren und nie wieder gefunden. Dass es ohne den Glücksbringer schlechter läuft, kann ich nicht sagen, denn meine 23 Tore in der letzten Saison sind mir ohne Glücksbringer gelungen." © getty
Peter Niemeyer (Hertha BSC Berlin): "Wir haben quasi einen Glücksbringer für die gesamte Mannschaft - die Pudelmütze unseres Physiotherapeuten Reinhard Mörz. Die hatte ihm seine Schwester gestrickt. Seit er sie aufsetzt, haben wir als Team nicht verloren. Nur einmal, gegen Union, hatte er sie nicht auf - mit bekanntem Ausgang. Deshalb muss er jetzt, wie unlängst in Bochum, trotz der wärmeren Temperatur schwitzen..." © getty
John Jairo Mosquera (1. FC Union Berlin): "Ich bin gläubig, danke Gott nach jedem Tor. Deshalb gehen meist beide Arme mit ausgetreckten Zeigefingern nach oben. Mir ist diese Geste wichtig." © getty
Christian Müller (DSC Arminia Bielefeld): "Ich tape aus Aberglaube vor jedem Spiel immer meinen rechten Arm. Anschließend lege ich mein Trikot auf meine Oberschenkel und bete." © dpa
Andreas Luthe (VfL Bochum): "Mein Glücksbringer ist ein türkisfarbenes Handtuch, das ich bei Spielen immer dabei habe. Dieses Handtuch hat mir ein besonderer Mensch geschenkt, als ich verletzt war. Von da an habe ich mich zurückgekämpft, wurde wieder fit und habe mich in die Mannschaft gearbeitet. Den Namen der Person kann ich aber nicht verraten, sonst verlässt mich das Glück eventuell wieder." © getty
Marc-André Kruska (FC Energie Cottbus): "Ich trage einen Anhänger meiner Freundin Naomi immer bei mir, im Portemonnaie. Den nehme ich vor jedem Spiel noch einmal in die Hand - ist ein Ritual." © getty
Assani Lukimya-Mulongoti (r., Fortuna Düsseldorf 1895): "Ich habe eine Halskette mit einem silbernen Anhänger, der die Kontur von Afrika besitzt. Beim Spiel muss ich sie ja leider ablegen, aber ich trage die Kette dafür bei jedem Training." © getty
Ivica Banovic (MSV Duisburg): "Nein, einen Talisman habe ich nicht. Ich versuche einfach mich auf das Spiel und meine Aufgabe zu konzentrieren. Aber wenn mir jemand verspricht, dass ich mit einem Glücksbringer noch mehr Erfolg habe, versuche ich das natürlich gerne..." © getty
Patric Klandt (FSV Frankfurt 1899): "Vor jedem Spiel umwickele ich meine beiden Handgelenke mit Tape. Seit dem Aufstieg des FSV Frankfurt in die 2. Bundesliga schreibe ich die Anfangsbuchstaben meines Vaters, meiner Mutter, von Bruder und Freundin auf das Tape am linken Handgelenk. Das hat bisher meistens Glück gebracht." © getty
Leo Haas (SpVgg Greuthr Fürth): "Ich habe vor etwa zwei Jahren von Yanic, einem treuen Fan im Rollstuhl, ein Geschenk bekommen - ein echtes Kleeblatt, eingegossen in Glas. Das kleine Teil habe ich seitdem immer bei den Spielen dabei. Wahrscheinlich ist es Zufall, aber ich bin in dieser Zeit von schwereren Verletzungen verschont geblieben. Vielleicht bringt es mir Glück." © getty
Andreas Buchner (FC Ingolstadt): "Mein Ritual - am Spieltag gehe ich vor dem Weg in die Kabine einmal zum Tor in unserer Fankurve, zuerst an den rechten, dann an den linken Torpfosten." © getty
Stefan Müller (r.,Karlsruher SC): "Ich habe immer einen kleinen Stoffeisbären im Gepäck. Den habe ich von meinen Eltern geschenkt bekommen, und er ist in der Kabine - egal ob auswärts oder zu Hause - auf meinem Platz immer mit dabei." © dpa
Gabor Kiraly (TSV 1860 München): "Natürlich habe ich einen Talisman. Es ist aber etwas Persönliches und bleibt deshalb mein Geheimnis. Nach meinem Karriereende werde ich verraten, was es ist." © getty
Sören Pirson (SC Rot- Weiß Oberhausen): "In der Kabine gibt es verschiedene Talismane, die Glück bringen sollen für die gesamte Mannschaft. Selbst habe ich speziell keinen Talisman, aber dafür ziehe ich immer erst die Sachen rechts an, also rechter Schuh, rechtes Hosenbein, rechter Handschuh." © dpa
Jan Tauer (VfL Osnabrück): "Ich trage immer ein kleines Foto meines Sohnes Travis bei mir. Er ist jetzt 18 Monate alt und bringt mir jeden Tag Glück." © getty
Daniel Masuch (SC Paderborn 07): " Ich habe immer ein blaues Armband in meiner Torwarttasche. Diesen Talisman hat mir mein Sohn Maurizio, der heute zehn Jahre alt ist, vor einigen Jahren geschenkt. Bis auf wenige Ausnahmen hat mir dieses Armband immer Glück gebracht." © getty

Von der bisherigen Ausbeute der Clubs aus Bremen und Mönchengladbach (je 16 Punkte) kann der Tabellen-Achte aus Dortmund (10) derzeit nur träumen. Die beiden Verfolger halten bei zwei Zählern Rückstand als Einzige Kontakt zum Spitzenreiter aus München. Vor der schwierigeren Aufgabe steht Werder: Das wiedererstarkte Team von Trainer Thomas Schaaf tritt zum Nordderby in Hannover an. Die Statistik verheißt Gutes: Von den vergangenen 17 Pflichtspielen gegen Werder konnte Hannover nur zwei gewinnen.

Mönchengladbach reist zum Vorletzten nach Freiburg. Borussia-Trainer Lucien Favre peilt den vierten Erfolg hintereinander an: “Wir werden in Freiburg aber erneut viel Geduld brauchen.“

dpa

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