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Münchner Amateur-Kicker trifft auf DFB-Team - Daniel Brändle gegen Deutschland eingewechselt

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Von: Korbinian Kothny

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Daniel Brändle spielt für den SV Pullach in der Bayernliga und ist gleichzeitig Nationalspieler Liechtensteins.
Daniel Brändle spielt für den SV Pullach in der Bayernliga und ist gleichzeitig Nationalspieler Liechtensteins. © Imago

Daniel Brändle spielt am Wochenende in der Bayernliga. Am Donnerstag trifft er allerdings als Nationalspieler Liechtensteins auf die deutsche Nationalmannschaft.

München - Freitagabend. Bayernliga. Der SV Pullach empfängt die Reserve des FC Ingolstadt und verliert mit 1:3. Daniel Brändle sitzt bei den Raben 90 Minuten auf der Bank. Nicht mal eine Woche später ist die Kulisse für den 29-Jährigen eine ganz andere. Brändle trifft vor 30.000 Zuschauern in der Volkswagen Arena in einem Pflichtspiel auf die deutsche Nationalmannschaft.

Die Gegenspieler heißen jetzt nicht mehr Egson Gashi oder Arian Llugiqi, sondern Leroy Sané* und Thomas Müller*. Was für die meisten Amateurfußballer ein kühner Traum bleibt, ist für Brändle Realität. Er ist Nationalspieler Liechtensteins und pendelt zwischen dem Profi- und Amateurfußball.

„Der Übergang von der einen in die andere Welt fühlt sich manchmal schon ziemlich krass an.“

Daniel Brändle über die Unterschiede zwischen dem Amateur- und Profifußball.

„Der Übergang von der einen in die andere Welt fühlt sich manchmal schon ziemlich krass an“, erklärt der Abwehrspieler im Interview mit „dfb.de“. „An dem einen Tag spiele ich irgendwo auf dem Dorf in der Bayernliga. Da reisen wir im eigenen PKW an und trinken nach einem Sieg vielleicht das eine oder andere Bier. Ein paar Tage später ist die deutsche Nationalmannschaft im Stadion in Wolfsburg der Gegner.“ Für Brändle ist die Situation nichts neues. Der Liechtensteiner spielt seit 2014 für die Nationalmannschaft und hat bereits 38 Länderspiele absolviert. Auf Klubebene war die maltesische erste Liga für eine Saison das höchste der Gefühle. Seit vier Jahren spielt Brändle jetzt schon für den SV Pullach in der Bayernliga.

Mit Profibedingungen hat die fünfthöchste Liga Deutschlands nichts mehr zu tun. Der SVP trainiert unter der Woche dreimal und alle Spieler gehen neben ihrem Hobby einem Beruf nach. Brändle zum Beispiel ist Projektmanager in einer Sportmarketingagentur. Zu tun hat er dort auch mit dem einen oder anderen Spieler des FC Bayern München*. Diese wissen dann aber natürlich nicht, dass sie einen Nationalspieler vor sich haben.

„Das DFB-Trikot fehlt noch in meiner Sammlung.“

Daniel Brändle über seine Trikotsaammlung.

Am Donnerstagabend wird der Bayernliga-Spieler den Profis des Rekordmeister allerdings auf dem Platz begegnen. Für Brändle trotz der schon zahlreichen Länderspiele ein ganz besonderes Highlight seiner Karriere. „Ich werde erstmals gegen Deutschland spielen können, weil ich das Hinspiel, das wir 0:2 verloren haben, leider verpasst habe“, berichtet der gebürtige Vaduzer. „Wir haben auch schon gegen Spanien und Italien gespielt, aber Deutschland hat zumindest bei mir noch einmal einen anderen Stellenwert.“

In Ehrfurcht lässt das Ganze Brändle aber nicht erstarren: „Wenn der Anpfiff erfolgt ist, gibt es bei mir keinen Unterschied zu jedem anderen Spiel. Dann spielt es keine Rolle mehr, wer da gerade auf mich zudribbelt.“ Und nicht nur für das Spiel hat sich der 29-Jährige einiges vorgenommen. Auch nach Abpfiff verfolgt der Abwehrspieler einen klaren Plan: „Ich versuche schon, mir immer das eine oder andere Andenken zu organisieren. Ich habe beispielsweise das spanische Trikot von Juan Mata oder das italienische von Marco Verratti. Das DFB-Trikot fehlt noch in meiner Sammlung.“ Sätze eines Bayerligaspielers, die wohl jeden Amateurfußballer vor Neid erblassen lassen. *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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