Bayerns Kraftwerk läuft auf Hochtouren

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Mark van Bommel und Bastian Schweinsteiger bei der Pressekonferenz

München - Die prominente Flügelzange mit Arjen Robben und Franck Ribéry steht beim FC Bayern meist im Blickpunkt, aber das Herzstück und Kraftwerk bilden andere.

Kapitän Mark van Bommel und Bastian Schweinsteiger sind die Antreiber im defensiven Mittelfeld. Die Versetzung des deutschen Fußball-Nationalspielers vom Spielfeldrand ins Mittelfeldzentrum war neben der Verpflichtung des Kunstschützen Robben wohl die Königspersonalie in der bisherigen Amtszeit von Trainer Louis van Gaal. Denn seit Schweinsteiger an der Seite des erfahrenen van Bommel den Spielrhythmus mitbestimmt, läuft es bei den Bayern.

“Schweinsteiger und van Bommel sind zwei wichtige Spieler. Sie sind meine Kapitäne, das sagt genug über sie“, erklärte van Gaal vor dem Halbfinal-Rückspiel in der Champions League am Dienstagabend gegen Olympique Lyon. Es war kein Zufall, dass ausgerechnet das Duo Schweinsteiger/van Bommel am Montag in Lyon bei der internationalen Pressekonferenz der Bayern auf dem Podium saß und Auskunft gab.

Schweinsteiger begründet seinen bemerkenswerten Aufschwung und seine europaweite Aufwertung so: “Es kam mir entgegen, dass der Trainer mich dort einsetzt, wo ich meine Stärken habe - in der Mitte. Und ich habe Mark neben mir, der mir das Ganze sehr erleichtert.“

Im stürmischen Herbst, als dem “Prozess-Trainer“ van Gaal nach nur wenigen Monaten in München der Wind sehr heftig ins Gesicht blies, kreierte der Holländer die neue Münchner Doppel-Sechs. Im defensiven Mittelfeld kann Schweinsteiger seine besonderen Qualitäten einbringen wie Ballbeherrschung, Zweikampfstärke, Übersicht und Passgenauigkeit.

Er denkt zudem inzwischen mehr defensiv als offensiv. Aus dem flippigen “Schweini“ ist so Herr Schweinsteiger geworden, ein gereifter Mann von bald 26 Jahren und 73 Länderspielen, der auch zunehmend Verantwortung übernimmt: “Ich bin schon ziemlich lange im Verein“, erläuterte Schweinsteiger in Lyon: “Außerdem bin ich dritter Kapitän, da übernimmt man automatisch mehr Verantwortung.“

Van Bommel ist der Laute auf dem Platz, der mit Rufen und Gesten das Team dirigiert und auch mal als Mann fürs Grobe Zeichen setzt. “Eine Mannschaft braucht einen Spieler wie mich“, sagte van Bommel unlängst in der “Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. “Mein Typ, das sind die Spieler, die bestimmen, wie die Mannschaft spielt: wann man Druck gibt, wie man das Tempo dosiert“, erläuterte van Bommel.

Der Holländer ist der einzige aktuelle Bayern-Spieler, der die Champions League schon gewinnen konnte, 2006 mit dem FC Barcelona. Auch Schweinsteiger weiß inzwischen, dass am Ende einer Karriere vor allem Titel zählen. Darum wehrt er Lob auch für den persönlichen Aufstieg im Laufe dieser Saison konsequent ab: “Wir haben noch keinen Titel erreicht. Deshalb kann ich nicht sagen, dass es eine sehr gute Saison ist.“ Zumindest die deutsche Meisterschaft und der DFB-Pokal sollten es als Trophäenausbeute im WM-Jahr schon sein, sagte er.

Paul Breitner traut dem Münchner Eigengewächs (seit 1998 beim FC Bayern) Großes zu. “Er wird diese Position zu hundert Prozent noch weiter entwickeln“, prophezeite der Weltmeister von 1974 in Lyon.

Auch für die Weltmeisterschaft plant Bundestrainer Joachim Löw inzwischen fest mit Schweinsteiger als Partner von Kapitän Michael Ballack im defensiven Mittelfeld: “Er macht es da gut, taktisch, spielerisch und körperlich“, erklärte der DFB-Chefcoach kurz vor der Kadernominierung. Ballack & Schweinsteiger - so stellt sich Löw das Herzstück und Kraftwerk der Nationalelf für Südafrika vor.

dpa

Jogi gestern, Jogi heute

Joachim Löw
Der fünfte Beatle? Eine Werbeikone für fesche Sommer-Mode im Eighties-Style? Nein: Der Mann auf dem Foto ist der heutige Fußball-Bundestrainer Joachim Löw. © dpa
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Natürlich wissen alle, wie "Jogi" heute aussieht. Doch kennen Sie auch noch die folgenden Ansichten? Hier sehen Sie die besten Bilder aus der Karriere des heutigen Bundes-Jogi. © dpa
Ein Foto aus dem Jahre 1981: Die Frisur des damaligen Frankfurt-Spielers ähnelt der heutigen. Dass er inzwischen auf den Schnäuzer verzichtet, dürfte die Damenwelt nicht allzusehr enttäuschen. © Getty
A-Nationalspieler war Joachim Löw übrigens nie. Aber in Vereinen wie dem KSC (Foto aus dem Jahre 1984) eine feste Größe. © Getty
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Gut 10 Jahre später: Joachim Löw übernahm im August 1996 das Traineramt beim VfB Stuttgart. Damals zeugten seine Augen von jugendlichem Elan.  © AP
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Joachim Löw badet nach dem 4:1 gegen den BVB im Jubel der Fans (15. März 1997) © AP
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So zärtlich küsst Jogi sonst nur seine Frau: Am 14. Juni 1997 gewann sein VfB Stuttgart den DFB-Pokal. © dpa
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Sunnyboy Jogi freut sich auf dem Rathausbalkon © dpa
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Zur Feier des Tages gehen ihm die Spieler ans Haupthaar. © dpa
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Laufsteg? Fußballplatz! Ein enttäuschter, aber immerhin adrett gekleideter Joachim Löw verarbeitet die Niederlage seines VfB in Wolfsburg (27.09.1997) © AP
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So konnte sich Jogi im April 1998 über einen Gegentreffer ärgern. Als dieses Foto entstand, traf der 1. FC Köln am 5.4.1998 zum Ausgleich gegen Jogis VfB. © dpa
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Vom Winde verweht: Jogi im April 1998 © dpa
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Auch in einem Trainer Jogi steckt noch ein bisschen Spieler Jogi: Herr Löw zeigt am 12.05.1998 in einem Training, was er noch drauf hat. © dpa
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Juli 2004: Joachim Löw wird zum Co-Trainer der deutschen Fußball-Nationalmannschaft berufen. Der Beginn einer großen DFB-Karriere. © dpa
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Von nun an steht er Chefcoach Jürgen Klinsmann immer treu zur Seite ... ob es nach oben geht ... © dpa
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... oder nach unten. © dpa
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Man hüpft zusammen. © dpa
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Man jubelt zusammen. © dpa
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Man lacht zusammen. © dpa
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Man sitzt zusammen. © dpa
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Man tanzt zusammen. © dpa
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Nach der WM ist Schluss für Klinsi. Jogi, übernehmen Sie! Löw wird zum Chefcoach befördert. © dpa
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Alles hört auf sein Kommando! © dpa
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Kennzeichen Löw: In der Folge sehen Sie die ungewöhnlichsten Bilder aus seiner Karriere als DFB-Chefcoach. © dpa
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Nein, das ist natürlich nicht seine Ehefrau! Aber mit Thomas Gottschalk hat der Bundestrainer jede Menge Spaß. Seine Gattin Daniela hält Jogi erfolgreich aus der Öffentlichkeit raus - deswegen zeigen wir sie hier natürlich auch nicht. Sie nennt ihn übrigens auch Jogi. © dpa
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Sein Bewerbungsfoto als nächster James Bond © dpa
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Nichts verlernt © dpa
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