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Bayers Europa-Aus: Mental angeschlagen in den Liga-Endspurt

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Bayer Leverkusen - Atalanta Bergamo
Leverkusens Moussa Diaby ist enttäuscht. © Marius Becker/dpa

Nach dem Europa-League-Aus gegen Bergamo bleibt Bayer Leverkusen nur noch die Bundesliga. Dort muss die Werkself auch ohne ihre verletzten Schlüsselspieler schnell wieder punkten.

Leverkusen - Drei Niederlagen, zwei schwere Verletzungen - eine Woche zum Vergessen hat Spuren hinterlassen bei Bayer Leverkusen.

Nach dem vorzeitigen Europa-League-Aus gegen Atalanta Bergamo wirkt der Bundesliga-Dritte mental schwer angeschlagen - das war auch am Tag nach dem Achtelfinal-Aus noch deutlich vernehmbar. „Die Enttäuschung ist bei allen spürbar, trotzdem versuchen wir gemeinsam nach vorne zu schauen. Wir haben eine Fahrradtour gemacht, um den Kopf freizubekommen. Es gilt zusammenzustehen“, sagte Trainer Gerardo Seoane am Freitag. Bereits am Sonntag steht Bayer in der Liga im Duell der Werksclub gegen das VW-Team VfL Wolfsburg unter Druck.

Im Saison-Endspurt der Bundesliga soll immerhin noch die Rückkehr in die Champions League gesichert werden. „Das ist jetzt leider unser letzter Wettbewerb. Aber so recht dran denken mag ich noch nicht“, sagte Mittelfeldspieler Robert Andrich. Denn neben dem Ausscheiden gegen die deutlich abgezockteren Italiener drückt die personelle Situation arg aufs Gemüt. Die Schlüsselspieler Florian Wirtz und Jeremie Frimpong fallen für den Rest der Saison ohnehin aus. Auch Patrik Schick - mit 20 Toren nach wie vor zweitbester Stürmer der Liga - fehlt am Sonntag (17.30 Uhr) noch wegen einer Wadenverletzung.

Schwach im Abschluss

Vor allem die Treffsicherheit des Tschechen fehlt Leverkusen derzeit extrem. Gegen Bergamo blieb Bayer trotz bester Möglichkeiten torlos wie zuvor schon beim 0:1 gegen den 1. FC Köln. „Bei Torchancen braucht es Ruhe und Entschlossenheit“, befand Seoane. „Positiv ist, dass wir Chancen kreieren, an der Effektivität müssen wir arbeiten.“

Gelingt das auch am Sonntag nicht und setzt sich die Serie von aktuell vier sieglosen Pflichtspielen fort, droht der Sturz aus den Champions-League-Rängen. Selbst die gesamte Europapokal-Qualifikation geriete dann allmählich in Gefahr. Undenkbar ist dies trotz der hohen Ansprüche in Leverkusen nicht. Denn die vergangene Woche wirkt nach.

Frust sitzt tief

„Sehr enttäuschend“ nannte Verteidiger Jonathan Tah das Aus gegen Bergamo und die vergangenen Tage. Und Andrich schimpfte: „Ich ärgere mich maßlos und bin sehr angefressen.“ Das Saison-Aus für Wirtz (Kreuzbandriss) und Frimpong (Syndesmoseriss), aber auch das sehnsüchtige Warten auf Schicks Rückkehr belastet auch mental.

„Als Mannschaft denken wir an sie und fühlen mit ihnen“, sagte Tah, der indes auch mahnte: „Wir müssen unseren Fokus beibehalten und das sehr schnell abschütteln.“ Denn auch in der Liga ist Bayer durch die Derby-Pleite gegen Köln unter Druck geraten. Angesichts von nur noch einem Punkt Vorsprung auf gleich drei Verfolger ist das Saisonziel Champions-League-Qualifikation in akuter Gefahr. dpa

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