Kaiser über die WM, Korruption & Hoeneß

Beckenbauer: Neuer? Ich bin skeptisch

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Franz Beckenbauer war mal wieder in Plauderlaune.

München - Drei Weltmeisterschaften hat er als Spieler erlebt, zwei als Teamchef, und natürlich wird Franz Beckenbauer auch beim anstehenden Turnier in Brasilien dabei sein.

 „Ich werde die letzte Woche mitmachen und mir die beiden Halbfinals und das Finale anschauen“, sagte der Fußballkaiser am Donnerstag bei einer Sky-Veranstaltung, die phasenweise Polt’sche Züge annahm.

Beckenbauer über…

…die Korruptionsvorwürfe gegen die FIFA bei der WM-Vergabe nach Katar: Wie ich abgestimmt habe, geht niemanden was an, es war ja eine geheime Wahl. Bei Korruption bin ich der falsche Ansprechpartner, mich hat niemand versucht zu beeinflussen. Ich hab von Anfang an gesagt: Spielt’s doch im Winter, jetzt muss man schauen, wie’s weitergeht. Katar ist ungefähr so groß wie Giesing, die brauchen nach der WM keine zwölf Stadien mehr. Sie haben gesagt, dass sie sie nach der WM wieder abbauen werden und in Entwicklungsländern wieder aufbauen. Ich hoffe, sie machen es.

…die Chancen der deutschen Mannschaft: Von der Qualität her war sie nie besser als jetzt. Also wenn nicht jetzt, dann wird’s schwieriger. Auch Glück gehört natürlich dazu. Andererseits: In Südamerika Dritter zu werden, würde ich sofort unterschreiben. Beim Erreichen des Halbfinales soll Löw auf jeden Fall weitermachen. Wenn sie in der Vorrunde scheitern, wird er von sich aus sagen, jetzt soll’s ein anderer machen, der mehr Glück hat.

…die angeschlagenen Leistungsträger: Schweinsteiger und Lahm werden sich erholen, bei Manuel Neuer weiß ich es nicht. Die Schulter ist das schwierigste Gelenk, das uns der liebe Gott mitgegeben hat. Ich hatte selbst Schulterverletzungen und weiß, wie schwierig das werden kann. Neuer muss sich auch mal wieder auf die rechte Schulter schmeißen. Den Schmerz zu überwinden, erscheint mir das größte Problem.

…Löws Entscheidung, mit Miroslav Klose nur eine nominelle Spitze mitzunehmen: Klose ist verletzungsanfällig und nicht mehr der Jüngste. Von daher ist schon ein gewisses Risiko dabei. Kießling ist einer, der dem Ideal am nähesten kommt. Warum er den zu Hause gelassen hat, weiß ich nicht, vielleicht ist da mal was vorgefallen.

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…Thomas Müllers Aussage im Stern, er wolle wissen, ob und wie der FC Bayern mit ihm plane: Ich hab’s nicht gelesen und weiß nicht, was er da genau gesagt hat. Aber dass er begehrt ist, ist kein Geheimnis und diese Situation will er natürlich ausnutzen, das darf man ihm nicht übel nehmen.

…einen geplanten Besuch des inhaftierten Uli Hoeneß in der JVA Landsberg: Sicher, das haben wir so abgesprochen. Er hat nur zweimal zwei Stunden im Monat Besuchszeit, die sind natürlich zunächst seiner Familie vorbehalten. Aber ich hab mich schon angemeldet. Ich hoffe, dass er nach drei Monaten Freigänger wird. Die Situation ist fürchterlich für ihn. Er ist die personifizierte Freiheit, hat diese Urkraft und jetzt ist er so limitiert und eingesperrt in einer kleinen Zelle. Es ist furchtbar schwierig, da ohne Defekte wieder rauszukommen.

lk

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