BFV befragt seine Schiedsrichter

München - Nach den jüngsten Gewalt-Attacken gegen Schiedsrichter will der Bayerische Fußball-Verband (BFV) die Gedanken und Nöte seiner rund 15 000 Unparteiischen in Erfahrung bringen.

 Es stehe zu befürchten, „dass schon in wenigen Jahren viele Spiele, für die heute noch ein Schiedsrichter zur Verfügung steht, nicht mehr neutral und fachkundig geleitet werden können“, heißt es in einem seit Donnerstag verschickten vierseitigen Schreiben an alle Schiedsrichter. Absender der „Gedanken zum Jahreswechsel“ sind BFV-Präsident Rainer Koch und Schiedsrichter-Obmann Rudolf Stark.

„Wir wissen um die deutlich erkennbare Abnahme an aktiv tätigen Schiedsrichtern“, heißt es weiter. „Es besteht deshalb Handlungsbedarf auf allen Ebenen.“ Bis zum 10. Januar 2013 sei eine eigens eingerichtete Mailadresse freigeschaltet. Die Unparteiischen werden gebeten, unter anderem auf die Fragen „Habt ihr noch Spaß an der Schiedsrichtertätigkeit?“ und „Fühlt Ihr Euch sicher?“ zu antworten. „Wir erwarten eine Vielzahl von Antworten“, schreiben Koch und Stark.

Die Befragung der Schiedsrichter sei nur eine der geplanten Maßnahmen. Im ersten Halbjahr 2013 erwarte man die Ergebnisse einer wissenschaftlichen Untersuchung zu den „Ursachen des Schiedsrichterrückganges“. Außerdem werde die BFV-Kampagne „Pro Amateurfußball“ einen „besonderen Schwerpunkt auf das Schiedsrichterwesen legen“.

Hintergrund der ungewöhnlichen Aktion sind die Vorfälle der vergangenen Monate: Anfang Oktober war bei einem A-Klasse-Spiel in Rosenheim ein Schiedsrichter von Spielern krankenhausreif geprügelt worden. Vor vier Wochen war in den Niederlanden ein Referee nach einem Übergriff jugendlicher Spieler gestorben.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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