Keine arabischen Spieler

Rassismus-Streit: Israelischer Klub sperrt Reporter aus

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Fans von Beitar Jerusalem feuern ihre Mannschaft an.

Jerusalem - Ein Reporter berichtet täglich darüber, dass Beitar Jerusalem arabischen Spielern keine Chance gibt. Der besonders bei Rechtsradikalen beliebte Klub reagiert heftig.

Ein Spitzenklub im israelischen Profifußball hat eine Tageszeitung von der Berichterstattung ausgeschlossen, weil diese immer wieder die araberfeindliche Haltung des Vereins thematisiert. Das bestätigten beide Seiten der Nachrichtenagentur AFP. Die linksliberale Zeitung Haaretz merkt seit Beginn der laufenden Spielzeit in jedem Bericht über das Team Beitar Jerusalem an, dass dies der einzige Profiklub ist, der noch nie einen arabischen Spieler verpflichtet hat.

Viele Mitglieder und Fans von Beitar Jerusalem gehören der rechtsradikalen Szene an. Mitglieder des ultranationalistischen Fanklubs La Familia beteiligen sich immer wieder an extremistischen Übergriffen. Als vor drei Jahren zwei muslimische Profis aus Tschetschenien in die Mannschaft geholt werden sollten, setzten rassistische Fans das Vereinsheim in Brand.

Haaretz-Sportreporter Dor Blech, der regelmäßig über die Beitar-Spiele berichtet, nannte es "inakzeptabel", dass dort arabische Spieler nicht zugelassen sind. Da jeder fünfte Israeli der arabischen Minderheit angehört, sind arabische Fußballer in den Profiklubs der ersten und zweiten Liga sonst entsprechend häufig vertreten.

Beitar-Sprecher bestätigt Sperre für Reporter

Beitar-Sprecher Oschri Dudai bestätigte, dass Blech am letzten Spieltag der Zutritt zur Pressetribüne verweigert worden sei. Auch in Zukunft erhalte die Haaretz weder Mitteilungen des Klubs noch sei die Zeitung auf den Presseplätzen oder zu den Trainer-Konferenzen nach den Spielen zugelassen.

Die Kritik der Zeitung am Verzicht auf arabische Spieler habe "nichts mit dem eigentlichen Berichtsgegenstand zu tun", erklärte Dudai zur Begründung. Sportreporter Blech teilte mit, die Haaretz habe Beschwerde bei Fußballverband und Liga-Management eingelegt sowie juristische Schritte eingeleitet.

afp

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