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Abbruch bei Skandal-Spiel: Ex-Löwe Julian Weigl mittendrin

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Von: Alexander Kaindl

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Ungleiches Duell: Julian Weigl (Zweiter von links) freut sich über sein Traumtor zum 3:0. Die Partie zwischen seinem Klub Benfica und Stadtrivale Belenenses wurde abgebrochen.
Ungleiches Duell: Julian Weigl (Zweiter von links) freut sich über sein Traumtor zum 3:0. Die Partie zwischen seinem Klub Benfica und Stadtrivale Belenenses wurde abgebrochen. © GlobalImagens / Imago

7:0 nach 45 Minuten, ein weinender Klubchef und insgesamt nur 20 Spieler auf dem Rasen: Die Partie zwischen Belenenses und Benfica wurde zur Corona-Farce.

Lissabon - Die Corona-Pandemie hat die Welt weiter fest im Griff. Inzwischen sorgt die neue Variante aus Südafrika für Aufregung, „Omikron“ ist nun auch in Deutschland angekommen. Im November sind die Zahlen hierzulande ohnehin schon explodiert, das RKI meldet aktuell fast jeden Tag traurige neue Rekordwerte. Angesichts der Entwicklung und der neuen Mutante dürfte auch 2021 ein dunkler Schatten über dem Weihnachtsfest hängen. Etliche Veranstaltungen wurden schon abgesagt, Politiker und Experten fordern neben vielen anderen Maßnahmen mittlerweile wieder Geisterspiele in der Bundesliga.

Mancherorts wurde die Kapazität tatsächlich schon heruntergeschraubt, beim 1:0-Sieg des FC Bayern München am Samstagabend gegen Arminia Bielefeld saßen beispielsweise nur etwa 12.000 Fans im weiten Rund der Allianz Arena. Bis zu 18.750 Zuschauer wären theoretisch erlaubt gewesen - normalerweise sind bei ausverkauften Spielen ganze 75.000 Anhänger im Stadion.

Benfica Lissabon im Stadtderby: Belenenses hat nur neun Spieler auf dem Platz

Die Zuschauerzahlen waren in Portugal am Samstag dagegen das geringste Problem. Vielmehr waren zu wenige Spieler anwesend! Wie das? Belenenses Lissabon musste im Stadtderby gegen Benfica antreten. Der Sechzehnte empfing den Spitzenreiter - alleine deshalb deutete schon alles auf eine eindeutige Angelegenheit hin. Doch es kam noch viel schlimmer für den Außenseiter: Bei einem Corona-Ausbruch hatten sich 17 Teammitglieder, darunter 14 Spieler und Cheftrainer Filipe Candido, infiziert. Die Folge: Belenenses trat gegen Benfica mit neun Akteuren an - Ersatzkeeper Joao Monteiro musste sogar als Feldspieler ran.

Was wie ein schlechter Witz klingt und selbst in den untersten Amateurklassen ehe der Ausnahmefall ist, wurde in Portugals Eliteliga zur Realität. Es war klar, was geschehen würde: Benfica, gemeinsam mit dem FC Bayern in einer Champions-League-Gruppe, schoss bis zur Halbzeit eine stattliche 7:0-Führung heraus. Der Lokalrivale konnte einem nur leid tun. Bezeichnend: Der Torreigen wurde schon nach 24 Sekunden eröffnet - durch ein Eigentor!

Belenenses Lissabon von Corona gebeutelt: Neun Spieler in „Startelf“ - Partie gegen Benfica abgebrochen

Nach der Pause traten dann nur noch sieben Belenenses-Profis an. Als sich schließlich ein weiterer Akteur „verletzt“ auf den Rasen legte, wurde die ungleiche Partie vom Schiedsrichter statutengemäß in der 48. Minute abgebrochen. Die Fans skandierten: „Die Liga ist eine Schande!“

Mittendrin in diesem Skandal-Spiel: Julian Weigl. Der Mittelfeldspieler wurde beim TSV 1860 München groß, 2015 wechselte er zu Borussia Dortmund. Dort wurde er unter anderem DFB-Pokalsieger. Zum 1. Januar 2020 heuerte er dann bei Benfica an und ist dort mittlerweile kaum mehr wegzudenken. Weigl wurde nach seiner ersten kompletten Saison vom Verein sogar zum „Spieler des Jahres“ gewählt.

Gegen Belenenses sollte sich der 26-Jährige auch als Torschütze eintragen. Der gebürtige Oberbayer erzielte mit einem traumhaften Distanzschuss den dritten Treffer des Abends. Letztlich wird es wahrscheinlich bei diesem Ergebnis bleiben: Die Begegnung wird nach dem Abbruch wohl mit 0:3 gewertet werden. Laut Belenenses-Präsident Rui Pedro Soares hatte der Klub im Vorfeld nicht um eine Spielverlegung gebeten. Warum nicht, blieb zunächst unklar. Der Klubchef habe zur Pause geweint, berichtete die Zeitung Record. (akl/sid)

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