Sie spielen wieder international

Die ganze Saison ein Fest: Der 1. FC Köln und Anthony Modeste

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Anthony Modeste und Trainer Peter Stöger bei der Pressekonferenz nach dem Match. 

Endlich wieder Europapokal. Der 1. FC Köln hat der ganzen Stadt einen Traum erfüllt. Und einer hat seinen ganz besonderen Beitrag geleistet: Anthony Modeste. 

Köln - Wer trinkt gern Kölsch vorm Dopingtest? Anthony Modeste. Diese und viele weitere Sätze, die sich auf den Nachnamen des Stürmer reimen lassen, sind aktuell wohl der beliebteste Fangesang. Der Kölner Dom hat von Modeste Konkurrenz um die bekannteste Sehenswürdigkeit in Nordrhein-Westfalen bekommen. Der Modeste-Song ist sogar zum viralen Hit geworden. Nicht nur die Kurve des 1. FC Köln, sondern ganz Fußball-Deutschland hat er sportlich überzeugt. In 34 Partien der Bundesliga-Saison 2016/2017 schoss er unglaubliche 25 Tore. Der Franzose hat die qualvollen Jahre in der zweiten Liga aus dem Gedächtnis der Fans gelöscht. Modeste ist ein Hauptcharakter in Peter Stögers Meisterwerk.

Anthony Modeste

Seit 2013 coacht Stöger den Klub und führte die Müngersdorfer aus der Zweitklassigkeit auf den fünften Platz. Zusammen mit Geschäftsführer Jörg Schmadtke baute er ein konkurrenzfähiges Team auf. Meist holte der 1. FC Köln Spieler, die bei anderen Vereinen nicht effektiv genug waren und und kitzelte das Maximum aus ihnen heraus. So auch bei Anthony Modeste. Im Sommer 2015 wurde er von Hoffenheim an den Rhein geholt. Und das für läppische 4,5 Millionen Euro. Rückblickend betrachtet ein Schnäppchen. Sollte ein Verein den Angreifer verpflichten wollen, muss er nun wahrscheinlich das zehn- bis fünfzehnfache hinlegen.  Auch wenn sein Marktwert bei transfermarkt.de auf nur 17 Millionen Euro geschätzt wird, sind irrsinnige Summen bis an die 60 Millionen im Gespräch. Pikant: Modeste könnte nun den Vertrag seines Lebens im Ausland unterschreiben oder mit dem 1. FC Köln Europa League spielen. 

Was bringt die Zukunft: Bleibt Modeste? Geht Modeste?

Für den 1. FC Köln ist das eine schwierige Situation: Einerseits wird Anthony Modeste wird nur sehr schwer zu ersetzen sein. Noch einen Stürmer zu finden, der hinter Robert Lewandowski und Pierre-Emerick Aubameyang einer der treffsichersten Angreifer ist, wird schier unmöglich. Andererseits braucht Köln das Geld. Mögliche 60 Millionen wären ein Segen, um andere Problemzonen mit Transfers beheben zu können. Außerdem wissen Schmadtke & Co. auch, dass der Kader in der Breite besser werden muss, wenn die Doppelbelastung Europa League/Bundesliga gemeistert werden sollte. Im DFB-Pokal will der FC auch weit kommen. Es stellt sich auch die Frage, ob Modeste noch einmal an die Leistungen in diesem Jahr anknüpfen wird. 

Die Vergangenheit zeigte immer wieder, dass die Teilnahme an der Europa League eine Mannschaft zerstören kann. Der SC Freiburg wurde beispielsweise in der Saison 2012/2013 Fünfter, es folgte der internationale Wettbewerb. Die Doppelbelastung konnten die Breisgauer nicht stemmen. Nach einem 14. Platz in der Folgesaison folgte der Absturz in die Zweitklassigkeit im Jahr 2015. In der Kölner Führungsetage bleiben die Verantwortlichen realistisch, auch wenn der Enthusiasmus der Fans nach Siegen immer besonders groß ist. „Eines Tages wird es geschehen und dann fahren wir nach Mailand, um den FC Köln zu sehen“ - so ist die Aufschrift auf den Shirts der Fans und Spieler gewesen. Und genau dieser Traum könnte wahr werden, denn AC Mailand rangiert derzeit auf dem sechsten Tabellenplatz der Serie A. 

Alle Anhänger klatschten bei dem Song in der Kurve mit:

Gibt es schon einen Nachfolger für Modeste?

Wie der Express berichtet, soll sich Schmadtke schon nach einem Nachfolger umschauen und das in der Bundesliga. Angeblich steht ein Transfer von Jhon Cordoba im Raum. Der Kolumbianer lief in der vergangenen Saison für den FSV Mainz 05 auf. Auch der FSV hatte durch die Doppelbelastung lange mit dem Abstieg zu kämpfen. Letztendlich musste Trainer Martin Schmidt am Saisonende gehen, obwohl die Mainzer die Klasse hielten. Cordoba war zweitbester Torschütze und das hinter Yunus Malli, obwohl dieser in der Winterpause zum VfL Wolfsburg wechselte. Fünf Treffer erzielte der potenzielle Modeste-Ersatz in 29 Partien. Angeblich müssten die Kölner eine Ablösesumme von acht Millionen Euro zahlen. Geld, dass sie hätten, wenn Modeste den Verein verlässt. 

Fakt ist: Beim 1. FC Köln sind aktuell Yuya Osako (sieben Tore, acht Vorlagen), Simon Zoller (zwei Tore, zwei Vorlagen), Artjoms Rudnevs (drei Tore, drei Vorlagen) und Sehrou Guirassy (lediglich sechs Einsätze) als Stürmer unter Vertrag. Vor allem für Guirassy war es eine Katastrophen-Saison. Eine Knie-OP, muskuläre Probleme und eine Schambein-Entzündung hinderten die volle Entfaltung des Neuzugangs aus dem Sommer 2016. Osako bildete mit Modeste ein sehr gutes Sturmduo, ob das mit Zoller, Rudnevs, Guirassy oder Cordoba auch gelingt? Das wird die spannende Frage bleiben, denn die Domstädter wollen nicht das gleiche Schicksal wie Mainz oder Freiburg erleiden. 

Modestes Vorgänger rät ihm zu bleiben

Modestes Vorgänger und Namensvetter Anthony Ujah spielt mittlerweile in China. Der 1. FC Köln traf in einem Freundschaftsspiel auf das Team von Ujah, den Liaoning FC.  Die Deutschen gewannen 5:0, mit einem Modeste-Doppelpack. Ujah hat noch gute Erinnerungen an seine Zeit bei seinem Ex-Klub. „Ich hoffe, dass Tony in Köln bleibt, weil ich den FC liebe“, sagt der Stürmer bei der BILD. Damit spricht Ujah einer ganzen Stadt aus der Seele. Vielleicht treffen die beiden aber in der kommenden Saison trotzdem aufeinander.

Die Kölner PR-Abteilung hat ihr ganz eigenen Saisonrückblick gedreht und dabei folgendes Meisterwerk herausgebracht:

AnK

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