Wünsche für Löw

Kämpfer für die Vielfalt des Fußballs: BFV-Chef Koch feiert 60. Geburtstag

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„Löw ist der bestmögliche Bundestrainer für den Umbruch“: Dr. Rainer Koch feiert an diesem Dienstag seinen 60. Geburtstag. 

Rainer Koch, Chef des BFV und DFB-Vize, wandelt zwischen den Welten. An seinem 60. denkt er schon an die WM 2034.

München - Auf der Homepage des Bayerischen Fußballverbands war am Montag eine Nachricht der Blickfang, die zum Jubilar an diesem Dienstag passt – dabei hatte Rainer Koch damit gar nichts zu tun. „Anna Bergmoser erzielt ,Bayern-Treffer des Monats’“, hieß es da, und unter dem Foto der Spielerin - im Dirndl - vom Kreisligisten TSV Eching mit Moderatorin Julia Scharf stand ein Zitat von ihr: „Auch Frauen können schöne Tore erzielen.“

Koch würde da nicken. Der BFV-Chef und DFB-Vize ist seit jeher ein Kämpfer für die Vielfalt seines Sports: Frauenfußball, TSV Eching, Tracht - auch das ist sein Metier, obwohl er stets zur Delegation der Männer-Nationalelf zählt, beim FC Bayern gehört wird und meist im Anzug als Strippenzieher agiert.

Koch eckt oft an und muss viel einstecken

Auf der Einladungskarte zu seinem runden Geburtstag steht „60 Jahre Spaß am Leben“, ließ die „Deutsche Presse-Agentur“ am Montag wissen. Koch hat es nicht leicht als Kämpfer für die Vielfalt, allen kann man es nie recht machen, das weiß jeder. Er eckt oft an, er muss viel einstecken. Dass er nie den Spaß an der Sache verlor, ist sein Antrieb. Seine Mission skizziert er so: „Die Sportart mit all ihren Facetten am Leben zu erhalten.“ Da wird er nie müde.

Wobei er anlässlich seines 60. Geburtstag auch mal eine ruhigere Zukunft in Aussicht stellt. 2022 würde er sich gerne ein letztes Mal als Präsident des Bayerischen Fußballverbandes wählen lassen, spätestens 2026 aber werde er dann abtreten, sagt er. Das habe er seiner Frau Monika versprochen, die ihren umtriebigen Mann nun schon seit Ewigkeiten mit dem Fußball teilen muss. Seit 2004 leitet er den BFV, 2007 stieg er im DFB-Präsidium ein. Zum Jahreswechsel 2015/16 führte er rund sechs Monate sogar die Geschäfte des DFB, kommisarisch mit Reinhard Rauball nach der Entdeckung des WM-Skandals von 2006 und der Demission von Wolfgang Niersbach. Er habe sich da in der Pflicht gesehen, sagte er nun dem „Sportinformationsdienst“, aber letztlich sei das „nicht meine Welt“.

Tiefe Einblicke in Planungen beim DFB im zurückliegenden Jahr

Zumindest schafft er es gut, ein Wandler zwischen den Welten zu sein. Dem bayerischen Amateurfußball gab er mit der Einführung der Internetplattform „BFV.TV“ eine kostenlose Plattform, das war Pionierarbeit an der Basis. Im gleichen Atemzug aber wird seine Expertise an oberster Stelle gebraucht. Anlässlich seines Geburtstags gab er einige tiefe Einblicke in die Planungen beim DFB im zurückliegenden Jahr, das Weißgott nicht nach Wunsch gelaufen ist. Schon vor der WM habe man jedes Szenario, auch ein Vorrundenaus („alles andere wäre fahrlässig gewesen, das gehört zu einer Führungsverantwortung“) durchgespielt - und niemand in der DFB-Spitze habe gezweifelt, „dass es der beste Weg ist, den Umbruch mit Joachim Löw und Oliver Bierhoff zu bewältigen. Unser Bundestrainer ist der bestmögliche, um diesen Umbruch hinzubekommen.“

Die jüngsten Resultate seien eine Bestätigung der Entscheidung, so Koch, das Ziel müsse nun die Qualifikation für die EM 2020 sein. „Ich wünsche mir vor allem gleich im ersten Spiel in Holland einen Sieg – die Niederländer haben jetzt genug Punkte gegen uns gemacht“, meint er. Ob es Löw erhört? Nun, als Jubilar darf man sich jedenfalls mal etwas wünschen.

Und während der Bundestrainer an der Erfüllung aktueller Wünsche arbeitet, blickt Koch längst weiter voraus: „Wer an der Spitze in Bayern und des DFB steht, interessiert sich schon jetzt für die WM 2034. Die Nationalspieler für dieses Turnier sind bereits geboren. Sie haben Fußballschuhe an und spielen in einem der 25.000 Vereine.“ Koch, der die Vielfalt des Fußballs liebt und ein Wandler zwischen den Welten ist, will helfen, sie zu finden, zu fördern und zu führen.

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