Die FIFA bebt

Blatters Imperium gerät aus den Fugen

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FIFA-Boss Sepp Blatter hält erstmal die Füße still.

München - Der Fußball-Weltverband taumelt, sein Anführer versteckt sich. Nach einem lächerlichen Hin und Her um einen Enthüllungsbericht, der keiner ist, steht die FIFA mit Präsident Joseph Blatter endgültig vor der Zerreißprobe.

Der Höhepunkt der Ausreden und Peinlichkeiten ist erreicht! Die tz fasst zusammen, was nicht erst seit Donnerstag alles schiefgelaufen ist!

Worum geht es in der FIFA-Affäre im Kern?

Chef-Ermittler Michael Garcia hatte zwei Jahre lang die Begleitumstände rund um die Vergabe der Weltmeisterschaften in Russland (2018) und Katar (2022) recherchiert, es geht um die Vorwürfe der Korruption, Manipulation, Kumpanei. Am Donnerstag wurde die Beurteilung dieses Berichts durch Ethikchef Hans-Joachim Eckert veröffentlicht. Der Münchner Richter bezeichnete diese Beurteilung als „abgeschlossen“ und sprach die Bewerberländer von den Vorwürfen frei, ein gerade einmal 42-seitiger Abschlussbericht sollte alle Diskussionen beenden! Schon kurze Zeit später legte Garcia selbst Einspruch ein, kritisierte das Urteil als „fehlerhaft“ und „unvollständig“.

Wie begründet Ethikchef Eckert sein Urteil?

Gar nicht, und an dieser Stelle wird es absurd: In der FAZ erklärte Eckert zwei Tage später, es handele sich nur um einen „Zwischenstand. Garcia kann für den Abschlussbericht weiter ermitteln.“ Außerdem kündigte der Münchner Verfahren gegen Funktionäre an. Unbeeindruckt von diesem Hin und Her leitete Garcia bereits offiziell ein Einspruchsverfahren gegen den Bericht ein. Die ­FIFA hatte diesen bereits als Unbedenklichkeitspapier gefeiert und wollte die Vorbereitungen für die beiden Turniere weiter vorantreiben.

Welches Ausmaß nimmt die Farce um die FIFA an?

Nach den jüngsten Geschehnissen schaltet sich nun verstärkt das FBI ein. Die amerikanische Bundespolizei will ihre Ermittlungen ausweiten und den kompletten Bericht von Garcia einsehen. Richter Eckert hatte das bislang verweigert. Das FBI ermittelt bereits seit 2011 wegen des Verdachts der Geldwäsche und Steuerhinterziehung gegen FIFA-Verantwortliche.

Wie am Sonntag von der Mail on Sunday enthüllt, soll Phaedra Almajid, Ex-Mitarbeiterin von Katars Bewerbungskomitee und wichtige Informantin Garcias, aus Angst um ihre Familie belastende Aussagen über Mitglieder der FIFA-Exekutive per eidesstattlicher Versicherung wieder zurückgezogen haben. Die Ex-Funktionärin soll Garcia jede Menge Beweise über grobes Fehlverhalten der Katarer geliefert haben. Zusammen mit Bonita Mersiades, die als Ex-Chefin für öffentliche Angelegenheiten von Australiens Kandidatur für die WM 2022 Garcia ebenfalls wichtige Informationen zukommen ließ, soll sie nun im Parlament in London aussagen.

Wie reagieren die Funktionäre?

Das deutsche Exekutivkomitee-Mitglied und Ex-DFB-Präsident Theo Zwanziger wollte sich als Folge dieser Farce für die komplette Veröffentlichung des Berichts einsetzen, zudem ist die Austragung der beiden WM-Turniere wie derzeit geplant für ihn noch keine beschlossene Sache.

Liga-Boss Dr. Reinhard Rauball brachte sogar zum Ausdruck, dass man sich Gedanken darüber machen müsse, ob eine Loslösung der UEFA von der FIFA nicht eine Option sein kann. Dies scheint zumindest juristisch aber schwierig darstellbar.

Präsident Joseph Blatter hält sich zum Beben in seinem Verband derzeit bedeckt. Es gibt keinerlei Aussagen des Schweizers, der zuletzt nochmals betonte, dass die WM 2022 „auf jeden Fall in Katar“ stattfinden werde – ob im Sommer oder Winter. Mittlerweile sollte das Wetter am persischen Golf allerdings seine geringste Sorge sein.

Ethik-Bericht: Hier gibt es Ärger

Der Skandal um die WM-Vergaben 2018 und 2022 umspannt die ganze Welt. Die Übersicht:

  • USA: Der Bewerber für 2022 verbreitete das Gerücht, China wolle sich für 2026 bewerben – um so die aisatischen Funktionäre in ihrer Stimmabgabe zu beeinflussen.
  • Katar: Der Gipfel des Afrikanischen Verbandes wurde mit 1,4 Millionen Euro gesponsert, dabei liegt Katar in Asien. Eine von vielen dubiosen Geschichten.
  • Australien: Zahlungen sollen mit dem Privatvermögen von Ex-Funktionär Jack Warner vermischt worden sein.
  • Südkorea: Der Bewerber für 2022 versprach Förderungen für andere Verbände in Höhe von 625 Millionen Euro.
  • Japan: Der Bewerber für 2022 verschenkte Sachgegenstände an Exko-Mitglieder und deren Frauen.
  • Russland: Der Ausrichter von 2018 gab an, die Computer in der Bewerbungsphase nur geleast zu haben. So seien alle Daten aus dieser Zeit gelöscht.
  • England: Der Bewerber für 2018 erfüllte die unangemessenen Wünsche von Ex-FIFA-Mitglied Jack Warner in hohem Maße. Sehr enge Zusammenarbeit!

mic

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