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Beim CL-Finale 2013 war man noch auf Augenhöhe: Gründe für den BVB-Absturz

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Von: José Carlos Menzel López

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Damals noch ein Team: Jürgen Klopp und Robert Lewandowski in Diensten von Borussia Dortmund
Damals noch ein Team: Jürgen Klopp und Robert Lewandowski in Diensten von Borussia Dortmund. © imago/ActionPictures

Seit dem Champions-League-Finale 2013 hat Bayern München den BVB wieder deutlich abgehängt. Wir schildern, wie Dortmund den Anschluss langsam aber stetig verloren hat.

München – Der 25. Mai 2013 ist schon eine ganze Weile her. 3255 Tage sind seit dem geschichtsträchtigen Finale vergangenen. Auf dem Spiel stand in London damals der Henkelpott in der Champions League, die zwei aufeinandertreffenden Mannschaften waren der FC Bayern und Borussia Dortmund. Auch wenn nach 90 Minuten die Münchner jubelten (2:1), so war besagtes Endspiel ein Einschnitt in der Rivalität zwischen den beiden deutschen Branchenprimussen.

Nach dem schwarzgelben Double 2012 war jener sonnige Samstag das letzte Mal, dass der BVB – mit Ausnahme von zwei Siegen im DFB-Pokal – den Bayern ernsthaft Paroli bieten konnte. Die Bilanz des FCB seitdem: zwei Triumphe in der Champions League, fünf Pokalsiege sowie neun Meisterschaften in Serie. Siegen die Bayern am Samstag gegen den „Erzrivalen“, verlängert sich die Hegemonie im deutschen Oberhaus auf ein ganzes Jahrzehnt. Was läuft bei der Dortmunder Borussia falsch?

Borussia Dortmund hat mehrere Schwachpunkte - Einer davon: Stars suchen das Weite

Keine Konstanz: Zwei Jahre, länger hält es die Cheftrainer seit dem Abgang von Jürgen Klopp (2008 bis 2015) nicht auf der Trainerbank des Signal Iduna Park. Thomas Tuchel (2015 bis 2017), Peter Bosz (2017 bis 2017), Peter Stöger (2017 bis 2018), Lucien Favre (2018 bis 2020), Edin Terzic (2020 bis 2021) und nun Marco Rose (seit 2021) sind nicht nur unterschiedlichste Charaktere, sondern stehen zudem für unterschiedlichste Spielstile. Wofür will der BVB stehen?

Kein Käuferclub: Anders als der FC Bayern, der sich seinerzeit als erster Abnehmer der schwarzgelben Ausbildungsfabrik verstand (Robert Lewandowski, Mats Hummels, Mario Götze) schafft es Borussia Dortmund weiterhin nicht, seine Stars langfristig an den Verein zu binden. Bestes Beispiel: Erling Haaland, der den Club nach gerade einmal zweieinhalb Jahren im Sommer wieder verlassen wird. Er tritt damit in die Fußstapfen anderer Eckpfeiler der Borussia wie Pierre-Emerick Aubameyang, Ousmane Dembélé, Ilkay Gündogan oder Henrich Mkhitaryan, für die Dortmund ebenfalls lediglich ein Sprungbrett darstellte. Ähnliches zeichnet sich bald wohl bei Supertalent Jude Bellingham ab. Diese Taktik bringt langfristig keinen Erfolg.

BVB: Börsennotierter Bundesligist finanziell immer im Hintertreffen gegen Bayern

Kein Geld: Die Konsequenz von ausbleibendem Erfolg insbesondere auf internationalem Parkett ist eingeschränkter finanzieller Spielraum. Seit 2013 hat es der BVB nie wieder ins Halbfinale der Königsklasse geschafft. Dramatischer Tiefpunkt: das Aus in der Zwischenrunde der Europa League dieses Jahr gegen die Glasgow Rangers.

Zum Vergleich: Bayern München stand in den vergangenen zehn Jahren fünfmal im CL-Halbfinale, gewannen den Henkelpott 2021 sogar. Dass der Geldkuchen erst gen Ende der K.o.-Phase verteilt wird, ist kein Geheimnis. Rechnet man auf Dortmunder Seite auch noch Corona hinzu, entsteht ein leiser Eindruck, wie es um die BVB AG am Borsigplatz bestellt ist.

Zumindest beim BVB-Kader der nächsten Saison wird sich einiges ändern:

Dortmunder Mentalität nicht vorhanden - Vorbild Bayern München auf anderer Stufe

Keine Mentalität: Nicht nur auf oberster Ebene ist zwischen FCB und BVB Friede, Freude, Eierkuchen angesagt, seit sich die zuvor verfeindeten Bosse beider Parteien „zum Wohle des deutschen Fußballs“ 2015 die Hand reichten. Auch auf dem Platz strahlen die Kicker der Borussia nicht mehr den Siegeswillen wie zu Klopp-Zeiten aus. Vermeintliche Führungsspieler wie Marco Reus oder Mats Hummels werden gerade in den wichtigen Partien des Jahres zu Nebendarstellern, (zu) vorlaut und frech ist einzig und allein der 18-jährige Bellingham. Und auch wenn Kapitän Reus nichts von „Mentalitätsscheiße“ hören will, so lassen folgende Worte von BVB-Cheftrainer Rose nach dem Aus in Glasgow aufhorchen: „In München winkt dann ein Joshua Kimmich nicht ab, der ist dann richtig sauer. Da ist dann richtig Feuer unterm Dach. Das ist vielleicht der Unterschied.“

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