Robben bester Mann

Bayern zerlegen geschwächten BVB

+

Dortmund - Nach sechs sieglosen Spielen in der Liga gegen Borussia Dortmund, hat Bayern seinen Fluch besiegt. Mit 3:0 wurden die ersatzgeschwächten Schwarz-Gelben aus der eigenen Arena geschossen.

Der legendären Gelben Wand ging Mario Götze auch nach dem Bundesliga-Gipfel großräumig aus dem Weg. Die Armee der gestreckten Mittelfinger und die wüsten Beschimpfungen der Fans von Borussia Dortmund ersparte sich der Matchwinner von Bayern München lieber - so war es bereits vor seinem Türöffner-Tor im wichtigsten Spiel der Hinrunde gewesen.

Klammheimlich hatte sich Götze im Spielertunnel aufgewärmt, zumindest akustisch geschützt von Stein und Plexiglas. Als er auf den Platz kam, war er dann kalt wie ein Eiszapfen - ganze elf Minuten nach seiner Einwechslung entschied er das hochbrisante Duell mit seinem Ex-Klub gekonnt und technisch perfekt per Außenrist-Schlenzer (66.). Bejubeln wollte er den Führungstreffer beim 3:0 (0:0) des Triple-Gewinners jedoch nicht, er erhob beinahe entschuldigend seine Hände.

BVB-Spezialist Arjen Robben (85.), der im Mai schon das deutsche Champions-League-Finale in Wembley entschieden hatte, und Thomas Müller (87.) machten den enorm wichtigen Erfolg perfekt. Derzeit ist jedenfalls kein Team in Sicht, das dem ruhmreichen FC Bayern die 24. Meisterschaft der Vereinsgeschichte streitig machen könnte. Der BVB liegt sieben Punkte zurück, Leverkusen als erster Verfolger vier.

Robben, der den verletzten Franck Ribery (Rippenanbruch) auf der linken Angriffsseite ersetzt hatte, grinste nach dem Abpfiff in sich hinein, dann schwenkte er sein Trikot über dem Kopf. „Das 0:3 klingt so klar, aber es war ja ein Spiel auf Augenhöhe. Ich genieße diese Duelle. Wie viele kleine Jungs träumen denn davon, solch ein Spiel zu spielen?“, sagte Robben.

Naturgemäß niedergeschlagen war der BVB, der in der ersten Halbzeit die besseren Torchancen gehabt hatte. „Wir waren vorher besser, hatten dann die riesige Chance zum 1:1, da müssen wir einen machen, wenn wir was hinkriegen wollen in solch einem Spiel“, sagte Trainer Jürgen Klopp.

Auch Roman Weidenfeller haderte mit der BVB-Chancenverwertung - sein Vorwurf lautete Schönspielerei. „Wir hatten mehr Spielanteile, aber Spiele werden durch Tore entschieden. Wir sind nicht zielstrebig genug, wollen den Ball annehmen, ihn auf der Brust liegen haben, noch einmal und noch einmal querspielen“, schimpfte Weidenfeller bei Sky, „das ist echt ganz bitter.“

Die Hoffnung auf den Meistertitel ist zunächst mal auf dem Nullpunkt - und am Dienstag gegen den SSC Neapel könnte das Champions-League-Aus folgen. Die Bayern dagegen tanzten vor ihrer Fankurve.

Götze (21) im Sommer für 37 Millionen Euro zum Erzrivalen nach München gewechselt, verpasste dem BVB nicht nur einen bitteren Dämpfer, er beendete zugleich die Serie der Dortmunder, die zuvor in sechs Liga-Duellen gegen den Rekordmeister unbesiegt geblieben waren.

Schon in den Anfangsminuten erfüllte die Partie die Erwartungen der 80.645 Zuschauer in der ausverkauften Dortmunder Arena. Beide Mannschaften suchten den offenen Schlagabtausch - mit der ersten Riesenchance für den BVB in der dritten Minute. Nach einem Pass von Jakub Blaszczykowski schoss Robert Lewandowski den Ball freistehend aus kurzer Distanz über das Tor.

Die Bayern ließen den Ball zirkulieren, um sich dem Dortmunder Gegenpressing zu entziehen. Doch es blieb zunächst bei zahlreichen Ballkontakten der Bayern, Tormöglichkeiten vermochten sie sich nicht herauszuspielen. Wesentlich gefährlicher präsentierten sich die Westfalen, für die sich durch Blaszczykowski nach Flanke von Kevin Großkreutz die zweite große Chance zur Führung (21.) ergab.

Diese Fußballfans gehen am häufigsten fremd

Das Online-Seitensprungportal befragte 4.721 seiner männlichen Mitglieder, welchem Bundesliga-Fussballverein ihr Herz gehört und wie oft sie im Jahr fremdgehen - klicken Sie sich durch! © dpa
Im Abseits befindet sich der 1. FC Nürnberg. Mit 0,59 Affären pro Jahr kann man die Fans dieses Vereins wohl als die treuesten bezeichnen. © dpa
De Fans der TSG 1899 Hoffenheim haben 1,26 Affären pro Jahr. Damit liegen die Kraichgauer auf Rang 17. © dpa
Die Fans von Eintracht Braunschweig betrügen ihre Frauen mit 1,52 Affären pro Jahr - Rang 16. © dpa
Die Anhänger des SC Freiburg liegen mit 1,68 Liebeleien auf Platz 15. © dpa
Schalke-Fans werden 1,83 mal pro Jahr untreu und sind damit Vierzehnter. © dpa
Die Fans des FC Augsburg haben 1,96 Affären pro Jahr - Platz 13. © dpa
Platz 12 für die Anhänger von Borussia Mönchengladbach mit 2,04 Affären. © dpa/dpaweb-mm
Die Fans des VfL Wolfsburg betrügen rund 2,27 mal im Jahr - Rang 11. © dpa
Werder-Bremen-Fans gehen 2,40 mal pro Jahr fremd - Platz 10. © dpa/dpaweb
Die Spitze des Mittelfeldes bilden mit 2,54 Affären pro Jahr die Fans von Hannover 96 (Platz 9). © dpa
Die Anhänger des Rekordmeisters FC Bayern München haben im Schnitt 2,62 Affären und sind damit Achter. © dpa
Die Fans des 1. FSV Mainz 05 wechseln 2,86 mal die Frau für eine Affäre pro Jahr - Platz 7. © dpa
Der Fanstamm des VfB Stuttgart verzeichnet solide 2,91 Affären pro Jahr - das ergibt Rang 6. © dpa
Die Quote bei den Leverkusen-Fans liegt bei 3,05 Seitensprüngen pro Jahr - Platz 5. © dpa
Borussia Dortmund landet auf einem guten vierten Platz – die Fans sind ihren Frauen pro Jahr rund 3,16 mal untreu. © dpa
Eintracht Frankfurts Anhänger liegen mit 3,37 Affären auf Platz 3. © dpa
3,53 Affären pro Jahr haben die Anhänger von Hertha BSC. © dpa
Auf Platz Eins der AshleyMadison.com Bundesliga-Rangliste landet der Hamburger SV. Die männlichen Fans dieses Vereins haben durchschnittlich 3,82 Affären pro Jahr. © dpa

Wenn die Borussen mit der bislang treffsichersten Offensive der Liga in der Nähe des Bayern-Strafraums auftauchten, herrschte vor Nationaltorhüter Manuel Neuer zumeist höchste Alarmstufe. Nach zwanzig Minuten erhöhte der BVB den Druck und die Bayern sahen sich plötzlich in der Rolle der Kontermannschaft. Erstmals eingreifen musste Nationaltorhüter Weidenfeller bei Schüssen von Mario Mandzukic und Thomas Müller in der 35. Minute. Der Kroate Mandzukic hatte zwei Minuten später die Chance zum Führungstreffer, als er eine Flanke von Robben knapp verpasste.

Der BVB musste nach den Verletzungen von Mats Hummels und Marcel Schmelzer im Länderspiel am Dienstag in England (1:0) die gesamte etatmäßige Abwehrkette ersetzen. Der Grieche Sokratis und der erst am Mittwoch bis zum Saisonende verpflichtete Ex-Nationalspieler Manuel Friedrich (34) bildeten die Innenverteidigung. Dennoch hinterließ die BVB-Defensive einen stabilen Eindruck - in der letzten halben Stunde allerdings nicht mehr.

Auch nach dem Wechsel präsentierten sich die Borussen wesentlich zielstrebiger. Doch der Schuss ging prompt nach hinten los, als Götze seinen ehemaligen Mannschaftskollegen Weidenfeller mit einem Außenrist-Schuss aus rund zwölf Metern überwand. Es folgten wütende Angriffe der Borussen, für die Marco Reus den Ausgleichstreffer verpasste, Neuer reagierte glänzend. Bei einigen schnellen Angriffen fehlte es oft an dem letzten präzisen Pass zum erfolgreichen Torschuss. Erfolgreicher waren die Bayern, die in der Schlussphase gnadenlos zuschlugen.

Die Ausraster des Jürgen Klopp - eine Chronologie

Der Ausbruch vom Spiel in Neapel am 18.9.2013 war nicht der erste Ausraster von Jürgen Klopp. Allein von den Geldstrafen, die der Trainer des deutschen Fußball-Vizemeisters Borussia Dortmund in seiner Karriere zahlen musste, hätte er sich ein Luxusauto kaufen können. Wir haben eine Chronologie seiner Ausraster (die Bilder sind weitgehend Symbolfotos). © dpa
5. Dezember 2004: Während der Begegegnung des FSV Mainz 05 beim 1. FC Kaiserslautern (0:2) äußert sich Klopp unsportlich gegenüber dem Schiedsrichter-Gespann. Dafür muss er 2500 Euro zahlen. © dpa
18. März 2007: Als Trainer des FSV Mainz 05 ruft Klopp im Spiel bei Werder Bremen (0:2) „Du Idiot“ in Richtung des Schiedsrichters Thorsten Kinhöfer. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) verurteilt Klopp wegen unsportlichen Verhaltens zu 12.500 Euro Geldstrafe. © dpa
8. November 2008: Nach einer 1:2-Niederlage beim Hamburger SV läuft der BVB-Trainer wütend aufs Spielfeld zu Schiedsrichter Jochen Drees und dessen Assistenten. Er geht die Unparteiischen auch noch in der Schiedsrichter-Kabine verbal an. Die Folge: 12.000 Euro Strafe. © dpa
17. Januar 2010: Beim Spiel der Dortmunder beim 1. FC Köln (3:2) verlässt Klopp mehrfach die Coachingzone und wird auf die Tribüne verbannt. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) verhängt 5000 Euro Strafe für Klopp. © dpa
12. November 2010: Nach einem Foul von Ze Roberto an Mario Götze im Spiel gegen den Hamburger SV (2:0) rennt Klopp auf den vierten Offiziellen Stefan Trautmann zu und drückt ihm seine Mütze ins Gesicht. 10.000 Euro muss der BVB-Trainer zahlen. „Das war nicht in Ordnung“, gibt Klopp zu und entschuldigt sich bei Trautmann. © dpa
25. September 2012: Im Bundesligaspiel bei Eintracht Frankfurt (3:3) stürmt Klopp in der Nachspielzeit zum vierten Offiziellen Guido Kleve und schreit diesen an. Daraufhin wird er aus dem Innenraum verwiesen. „Das Gesicht sah nicht gut aus“, sagte Klopp im Anschluss. Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) verurteilt ihn zu 6000 Euro Geldstrafe. © dpa
18. September 2013: Im Champions-League-Spiel beim SSC Neapel (1: 2) wird Klopp von Schiedsrichter Pedro Proenca nach 30 Minuten auf die Tribüne geschickt. Zuvor hatte der Dortmunder Trainer dem vierten Offiziellen aus nächster Nähe ins Gesicht geschrien. Hinterher gibt sich Klopp mal wieder reumütig: „Ich mach da draußen “nen Affen, das geht nicht. Ich bin über das Ziel hinausgeschossen, das war völlig doof.„ © dpa

SID

Auch interessant

Meistgelesen

Wieder Ärger um Neymar: Was machte er da in Barcelona?
Wieder Ärger um Neymar: Was machte er da in Barcelona?
DFB-Einsatz endet mit Fiasko - Üble Diagnose bei Toptalent Waldschmidt
DFB-Einsatz endet mit Fiasko - Üble Diagnose bei Toptalent Waldschmidt
Nach Debakel gegen FCB: BVB könnte im Sturm nachlegen - mit einem Ex-Bayern
Nach Debakel gegen FCB: BVB könnte im Sturm nachlegen - mit einem Ex-Bayern
„Wir haben gestern entschieden“ - Rummenigge macht auf JHV klare Ansage zu Hansi Flick
„Wir haben gestern entschieden“ - Rummenigge macht auf JHV klare Ansage zu Hansi Flick

Kommentare