Fußballtradition am Niederrhein

Borussia Mönchengladbach: Gründung, Erfolge, Stadion - alle Infos

Gladbach trägt seine Heimspiele im Borussia-Park aus
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Gladbach trägt seine Heimspiele im Borussia-Park aus

Borussia Mönchengladbach: Die Fohlen aus Gladbach gehören zu den erfolgreichsten Mannschaften der Deutschen Bundesliga – Top-Transfers sei Dank.

  • Der Fußballverein Borussia Mönchengladbach wurde 1900 gegründet.
  • Die Glanzzeit des Vereins lag in den 70er-Jahren, als die Mannschaft fünfmal die deutsche Meisterschaft, einmal den DFB-Pokal und zweimal den UEFA-Pokal gewinnen konnten.
  • Borussia trägt aufgrund der jungen und offensiven Mannschaft den Spitznamen „Fohlen“.

Mönchengladbach – Der Borussia Verein für Leibesübungen 1900 e. V., meist nur kurz Borussia Mönchengladbach oder Gladbach genannt, ist eine der deutschen Fußballmannschaften mit derlängsten Tradition, den größten Erfolgen und den meisten Fans. Mit insgesamt fünf Deutschen Meistertiteln und drei Siegen im DFB-Pokal ist Gladbach die dritterfolgreichste Mannschaft der Deutschen Bundesliga. Auch auf internationaler Ebene feierte der Verein bereits große Erfolge. Zweimal gelang der Mannschaft der Sieg im UEFA-Pokal.

Mit fast 100.000 Mitgliedern ist Borussia Mönchengladbach der siebtgrößte Sportverein in Deutschland. Außerdem zählt Gladbach bundesweit rund 1.000 Fanclubs, was die Borussia zu einem der beliebtesten Fußballclubs in ganz Deutschland macht.

Borussia Mönchengladbach: Gründung des Vereins

Vorläufer des Fußballvereins Borussia Mönchengladbach war eine Gruppe von Fußballern, die ursprünglich für den Sportverein Germania spielte. Am 17. November 1899 traten die Spieler aus der Germania aus und gründeten in der Gaststätte „Anton Schmitz“ im Gladbacher Stadtteil Eicken die Spielergemeinschaft FC Borussia. „Borussia“ ist der latinisierte Name Preußens, zu dessen Herrschaftsgebiet Mönchengladbach von 1815 angehörte.

Der FC Borussia trat zu Beginn des Jahres 1900 in die Marianische Jünglingscongregation ein, die bereits über einen eigenen Fußballplatz verfügte. Am 1. August desselben Jahres gründete die Spielergemeinschaft schließlich den Fußballclub Borussia 1900. Dieses Datum gilt somit als Tag der Gründung von Borussia Mönchengladbach.

Schnell stellten sich erste sportliche Erfolge ein und der Fußballclub Borussia beantragte die Aufnahme in den wenige Jahre zuvor gegründeten Rheinisch-Westfälischen Spielverband. Dieser Schritt löste interne Unstimmigkeiten aus, weshalb der Verein im Mai 1903 aus der Congregation austrat und den Schritt in die Selbstständigkeit wagte. Am 23. März 1910 wurde Gladbach als „B orussia 1900 M.gladbach“ in das Vereinsregister eingetragen.

Borussia Mönchengladbach: Name, Vereinsfarben und Trikots

Die Vereinsfarben von Borussia Mönchengladbach sind Schwarz, Weiß und Grün. Das Design der Spielerkleidung hat sich über die Jahre hinweg mehrfach geändert. Am legendärsten sind die Trikots aus den 1970er-Jahren, als Gladbach seine bislang größten Erfolge feierte. Damals zierten die Trikots schwarz-grüne Längsstreifen mitsamt einer Raute auf der Brust.

Der Spitzname „Fohlen“ geht auf die 1960er-Jahre zurück. Damals spielte Borussia Mönchengladbach in der Regionalliga West und war mit einem Durchschnittsalter von gerade einmal 20,5 Jahren die jüngste Mannschaft im deutschen Lizenzfußball. Hintergrund des sehr niedrigen Altersdurchschnitts war der Weggang älterer Leistungsträger, die der Verein durch den Zugang sehr junger Spieler ausgleichen musste. So standen in der Saison 1964/65 junge und unerfahrene Spieler wie Günter Netzer (19), Jupp Heynckes (19), Werner Waddey (18) und Bernd Rupp (21) für Gladbach auf dem Platz.

Doch schnell machte derunbekümmerte und erfrischende Angriffsfußball der jungen Mannschaft Furore und eroberte die Herzen der Fans. Der Reporter Wilhelm August Hurtmann war dermaßen von der Spielweise der Borussia angetan, dass er in der Rheinischen Post schrieb, Borussia Mönchengladbach spiele „wie junge Fohlen“.

Borussia Mönchengladbach: Das Stadion der Fohlen

Seit 2004 trägt Gladbach seine Heimspiele im Stadion „Borussia-Park“, das im Nordpark von Mönchengladbach gelegen ist, aus. Das Stadion wurde in den Jahren 2002 bis 2004 erbaut und am 30. Juli 2004 mit einem Kleinturnier, an dem neben Borussia Mönchengladbach auch die AS Monaco und der FC Bayern München teilnahmen, feierlich eröffnet. Die Anreise lässt sich mittels Google Maps planen.

Bei Bundesliga-Spielen hat der Borussia-Park eine Gesamtkapazität von 54.022 Zuschauern, davon knapp 38.000 Sitz- und rund 16.000 Stehplätze. Alle Plätze im Stadion sind überdacht. Da bei internationalen Fußballspielen keine Stehplätze erlaubt sind, wird die Kapazität des Stadions hierbei auf 46.287 Plätze verkleinert. Die maximale Kapazität des Borussia-Parks beträgt 60.250 Zuschauer. Sie wird erreicht, wenn auch die Südkurve nach dem Vorbild der Nordtribüne in Stehplätze umgewandelt wird.

Bis zum Jahr 2004 trug Borussia Mönchengladbach seine Heimspiele im Bökelbergstadion, dem Vorläufer des heutigen Stadions, aus. Das Bökelbergstadion war mit einer Kapazität von 34.500 Zuschauern deutlich kleiner als der Borussia-Park. Nichtsdestotrotz feierte die Borussia am Bökelberg ihre größten sportlichen Erfolge.

Borussia Mönchengladbach: Die Trainerhistorie

Wie bei vielen anderen Bundesligisten gab es auch bei Borussia Mönchengladbach in der Vergangenheit eine Vielzahl an Trainerwechseln. In den letzten 20 Jahren wurde die Fohlen-Mannschaft von insgesamt 13 Trainern gecoacht. Der vielleicht wichtigste Trainer in der Trainerhistorie von Gladbach war Hennes Weisweiler (* 5. Dezember 1919, † 5. Juli 1983), der die Mannschaft von 1964 bis 1975 trainierte und den Weg für die Glanzzeit der Borussia ebnete. Weisweiler war der mit Abstand erfolgreichste Coach von Borussia Mönchengladbach. Er gewann mit der Mannschaft drei Deutsche Meistertitel, einmal den DFB-Pokal und einmal den UEFA-Pokal.

Auch der ihm nachfolgende Udo Lattek (* 16. Januar 1935, † 31. Januar 2015) ist eine echte Trainerlegende von Borussia Mönchengladbach. Er konnte an die sportlichen Erfolge seines Vorgängers Weisweiler anknüpfen und zwei Deutsche Meisterschaften sowie den UEFA-Pokal mit Gladbach gewinnen. Der letzte Titelgewinn der Borussia gelang Bernd Krauss (63) mit dem Pokalsieg im Jahre 1995. Aktueller Trainer von Gladbach ist Marco Rose (43), der die Fohlen-Elf seit Sommer 2019 trainiert.

Borussia Mönchengladbach: Erfolge und Titel der Mannschaft

Mit fünf Meistertiteln ist Borussia Mönchengladbach die nach Bayern München und Borussia Dortmund dritterfolgreichste Mannschaft der Deutschen Bundesliga. Die Glanzzeit von Gladbach liegt jedoch bereits einige Jahrzehnte zurück. Die Fohlen dominierten in den 1970er-Jahren die Bundesliga und holten in den Jahren 1970, 1971, 1975, 1976 und 1977 gleich fünfmal den Titel. In den Jahren 1974 und 1978 wurde die Borussia Vize-Meister Deutschlands. Neben dem fünffachen Gewinn der Deutschen Meisterschaft wurde Gladbach auch dreimal DFB-Pokalsieger (1960, 1973 und 1995). Die ersten Erfolge der Borussia waren der Gewinn der Westdeutschen Meisterschaft im Jahre 1920 und der Titel Staffelmeister der Regionalliga West im Jahr 1965.

Auch die größten internationalen Erfolge fielen in die 70er-Jahre. In den Jahren 1975 und 1979 konnte Borussia Mönchengladbach zweimal den UEFA-Pokal für sich entscheiden. 1973 und 1980 stand die Mannschaft zwei weitere Male im Finale des UEFA-Pokals, konnte den Titel jedoch nicht gewinnen. Der allergrößte Erfolg auf internationaler Ebene blieb dem Club 1977 verwehrt, als das Europapokalfinale der Landesmeister gegen den FC Liverpool mit einer Niederlage endete. Ebenso unterlag man im selben Jahr den Boca Juniors im Weltpokal-Finale.

Borussia Mönchengladbach: Bedeutende Wechsel und Top-Transfer

Borussia Mönchengladbach zeichnete sich in den letzten Jahren durch eine sehr kluge Transferpolitik aus. Während viele neue Talente für relativ geringe Ablösesummen gewonnen werden konnten, verkaufte Gladbach einige Top-Spieler für viel Geld an prominente Clubs. Die drei größten Einkäufe der Gladbacher in den letzten Spielzeiten waren:

  • Alassane Plea (27) von OSC Lille für 23 Millionen Euro
  • Matthias Ginter (26) von Borussia Dortmund für 17 Millionen Euro
  • Christoph Kramer (29) von Bayer Leverkusen für 15 Millionen Euro

Der Top-Transfer der Borussia der letzten Saisons war der Verkauf des Mittelfeldspielers Granit Xhaka (27) an den FC Arsenal für eine Ablösesumme von 45 Millionen Euro. Auch der Transfer des Stürmers Thorgan Hazard (27) zur Borussia aus Dortmun d spülte über 25 Millionen Euro in die Gladbacher Vereinskasse. Der Wechsel des Verteidigers Jannik Verstergaard (27) zum FC Southampton brachte Borussia Mönchengladbach ebenfalls 25 Millionen Euro ein. Die beiden vielleicht bekanntesten Spielertransfers der letzten Jahre waren jedoch der Verkauf von Marco Reus (30) an Borussia Dortmund und der Wechsel des Torhüters Marc-André ter Stegen (28) zum FC Barcelona.

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