Irrsinn in Südamerika

Corona-Skandal, als Messi und Neymar aufeinandertreffen: Partie wird nach nur sechs Minuten abgebrochen

Messi gegen Neymar
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Lionel Messi und Neymar hatten nur wenige Minuten die Möglichkeit, für sportliche Schlagzeilen zu sorgen.

Wenn Brasilien gegen Argentinien spielt, schaut ganz Südamerika zu. Doch das WM-Quali-Spiel in Sao Paulo nahm völlig wirre Züge an.

Update vom 6. September, 6.29 Uhr: Nach der Unterbrechung des WM-Qualifikationsspiels zwischen Brasilien und Argentinien wegen Verstößen gegen Corona-Bestimmungen (siehe Ursprungsmeldung) hat der Brasilianische Fußballverband (CBF) das Vorgehen der Gesundheitsbehörde Anvisa bedauert. Man sei „absolut überrascht“ über den Zeitpunkt der Maßnahme gewesen, hieß es in einer Mitteilung der CBF mit Sitz in Rio de Janeiro am Sonntag (Ortszeit). Demnach hätte die Anvisa ihres Amtes in verschiedenen Momenten und Tagen vor dem Spiel viel angemessener walten können, teilte der CBF weiter mit.

Sechs Minuten nach dem Anpfiff der Partie in São Paulo hatten Mitarbeiter der Behörde die drei in England spielenden Profis Emiliano Martínez, Cristian Romero und Giovanni Lo Celso vom Feld geholt. Danach verließen auch die anderen argentinischen Spieler den Platz, während die Brasilianer blieben. Anschließend wurde die Partie abgebrochen.

Behörde ordnet Quarantäne für Argentinien-Profis an: Drei stehen in der Startelf

Zuvor hatte die Anvisa Quarantäne für die vier argentinischen Nationalspieler Martínez und Emiliano Buendía (beide Aston Villa) sowie Lo Celso und Romero (beide Tottenham Hotspur) angeordnet. Martinez, Romero und Lo Celso standen allerdings in der Startelf. Nur Buendía fehlte im Aufgebot.

Martínez, Buendía, Lo Celso und Romero waren mit der argentinischen Nationalmannschaft aus Caracas nach Brasilien gekommen. Bei der Einreise gaben die England-Profis laut der Anvisa nicht an, dass sie in den vergangenen 14 Tagen im Vereinigten Königreich, Nordirland, Südafrika oder Indien waren. Ausländische Reisende, die in diesem Zeitraum dort waren, dürfen wegen der Corona-Einschränkungen nicht nach Brasilien einreisen.

Brasilien - Argentinien: WM-Quali-Spiel plötzlich unterbrochen

Ursprungsmeldung:

Sao Paulo - Es ist einer der großen Klassiker im Weltfußball: Brasilien gegen Argentinien. Auch am Sonntag, 5. September, kam es wieder zum größten Duell, das der südamerikanische Verband zu bieten hat. Im Rahmen der WM-Qualifikation kam es in Sao Paulo zum großen Aufeinandertreffen.

Aber: Das Spiel nahm plötzlich völlig unerwartete Züge an. Es waren erst wenige Minuten im Superclásico de las Américas gespielt, als mehrere Offizielle den Rasen betraten. Vier in England spielende Argentinier sollen zuvor gegen die Anti-Corona-Vorschriften verstoßen haben.

Schnell wurde klar, dass das Ziel der Beamten der Bundespolizei und der staatlichen Gesundheitsbehörde Anvisa die Argentinier Emiliano Buendia und Emiliano Martinez von Aston Villa sowie Cristian Romero und Giovani Lo Celso von Tottenham Hotspur waren. Das Team um Superstar Lionel Messi* ging daraufhin zunächst geschlossen in die Kabine.

„Es musste so weit kommen, weil die argentinische Delegation von Beginn an die Vorgaben der Anvisa nicht befolgt hatte“, sagte Antonio Barra Torres aus dem Vorstand der Gesundheitsbehörde und erklärte weiter: „Die vier Spieler werden jetzt aus Brasilien abgeschoben und wegen einer Reihe von Verstößen gegen sanitäre Regeln mit Geldstrafen belegt.“

Argentinien-Spieler mit falschen Corona-Angaben? Klassiker gegen Brasilien abgebrochen

Die Gesundheitsbehörde Anvisa hatte schon vor Anstoß erklärt, dass die vier England-Legionäre falsche Angaben über ihre Reiseroute gemacht haben sollen. Für Personen aus England gelten in Brasilien aber besondere Corona-Regeln, darunter eine Quarantäne von 14 Tagen. Daher hätten die Spieler eigentlich in Quarantäne gemusst, weil England in Brasilien auf der Roten Liste für Pandemie-Länder steht.

Romero, Lo Celso und Martinez standen am Sonntag in der Startelf. Die Superstars Neymar und Messi auf dem Rasen und Vertreter beider Nationalverbände hinter den Kulissen versuchten die Behörden umzustimmen, um eine Fortsetzung der Partie zu gewährleisten. Vertreter der argentinischen Botschaft machten sich ebenfalls auf den Weg ins Stadion.

Doch die Bemühungen waren vergebens: Knapp 50 Minuten nach dem Vorfall brach der Schiedsrichter Jesus Valenzuela (Venezuela) die Partie ab. Der Weltverband FIFA wird nun als Ausrichter der Weltmeisterschaft über die nächsten Schritte entscheiden. Die brasilianische Selecao, die während der Unterbrechung den Rasen nicht verlassen hatte, führte nach der Entscheidung noch an Ort und Stelle ein Training durch. (akl/sid) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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