Breitner: "Barça - dominant ohne Ende"

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Lionel Messi küsst den begehrten Pokal mit den großen Ohren

München - Die Welt liegt dem FC Barcelona zu Füßen. Im tz-Interview spricht auch Paul Breitner - von 1974 bis 1977 bei Barca-Erzrivale Real Madrid tätig - mit höchstem Respekt über Messi & Co.

Das hatte Sir Alex Ferguson noch gefehlt. Welchen Spieler er von Barcelona gerne zu Manchester United holen würde, wollte jemand in der Pressekonferenz wissen. „Ich habe noch nie in meinem Leben eine so dumme Frage gehört“, grantelte der Schotte. „Ich würde Mascherano holen.“ Oder vielleicht doch Lionel Messi, Torschütze zum 2:1 (54.) – die weiteren Treffer im Champions-League-Finale von London erzielten Pedro Rodriguez (27.), David Villa (69.) und Wayne Rooney (34.).

Und beim haushoch überlegenen Barca blieb Zeit für Gefühle. Eric Abidal, dem vor zwei Monaten ein lebensgefährlicher Lebertumor entfernt wurde, durfte den Pokal entgegennehmen: „Ich bin so dankbar für diese Geste.“ In Spanien überschatteten schwere Krawalle den Final-Triumph, eine 17-Jährige stürzte in eine Baugrube und starb.

Im tz-Interview spricht auch Paul Breitner (von 1974 bis 1977 bei Barca-Erzrivale Real Madrid) mit höchstem Respekt über Messi & Co.

Herr Breitner, hat Sie der Klassenunterschied im Wembley-Stadion überrascht?

Breitner: Nein, überhaupt nicht. Weil Barcelona nichts anderes gemacht hat, als in Normalform zu spielen. Ich habe zuvor schon gesagt: Wenn Barcelona 80, 85 Prozent der Leistungsstärke erreicht, langt das für Manchester. Am Samstag haben sie in Normalform gespielt. Dann zeigt sich ein Riesenunterschied zu einer Mannschaft wie Manchester United. Die kommen gar nicht mit, da muss man Respekt haben, dass die zum Schluss keinen niedergemäht haben.

Barcelona, ein Team von einem anderen Stern?

Breitner: Dieses Spiel war ein Zeichen, wie außergewöhnlich der Status des FC Barcelona ist. Das ist eine andere Liga. Gegen die hast du keine Chance, wenn sie nur annähernd Normalform erreichen. Es ist eine Freude, dass es so eine Mannschaft, solche Höhepunkte gibt.

Wann gab es auf Vereinsebene zuletzt eine vergleichbar dominante Mannschaft?

Breitner: Es gab in den letzten zehn, zwanzig Jahren keine vergleichbare Mannschaft, die so einen Abstand zum Rest aufgebaut hat. Wahrscheinlich gab es das zuletzt in den 50er- Jahren bei Real Madrid, als sie fünfmal hintereinander Landesmeister wurden. Klar gab es Benfica, Ajax, uns bei Bayern Anfang der 70er-Jahre – aber keine dieser Mannschaften hat durch die Art zu spielen so einen stilbildenden Weg vorgegeben, den Fußball so geprägt. Barcelona, das ist Perfektion, das ist Kunst.

Wann endet die Dominanz?

Breitner: Da wird sich die nächsten zwei, drei, vier Jahre nichts ändern. Eine Ende von Barcelonas Dominanz ist nicht abzusehen. Weil die Mannschaft immer wieder mit jungen Leuten ergänzt wird.

Und Messi ist König?

Breitner: Messi ist der König, ohne Zweifel. Wenn er in Normalform ist, dann ist er gigantisch.

Interview: Tobias Altschäffl

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