Breitner wird 60 - und hat nur einen Wunsch

+
Paul Breitner macht sich nicht viel aus Geburtstagen.

München - Paul Breitner feiert am Montag seinen 60. Geburtstag. Er galt als unbequemer Profi und Revoluzzer, heute gibt er zu, dass Vieles aus Kalkül geschah. Zum Jubiläum hat er nur einen Wunsch.

Paul Breitner hat keine ruhige Minute in diesen Tagen. Termine über Termine, ständig klingelt sein Telefon: “Da bist Du jetzt zu spät dran, tut mir leid. Dann machen wir halt was zum 61.“, sagt er, legt auf und lacht. Er macht sich nicht viel aus Geburtstagen, aus seinem 60. schon gar nicht. “ Ich halte nichts davon, sich auf einen Punkt hin etwas zu wünschen“, erklärt Breitner, und freut sich aus einem ganz anderen Grund auf sein rundes Jubiläum: “Es bedeutet ja nichts anderes, als dass ich 60 Jahre schon ein sehr, sehr schönes Leben führen durfte“. Ein abwechslungsreiches, teilweise wildes, aber vor allem erfolgreiches Leben.

Kahn, Kobra, Közle & Co.: Unvergessene Kult-Kicker

Ohne Typen wäre der Fußball langweilig. Es gibt viele Namen, bei denen es im Kopf echter Fans klingelt und "Weißt Du noch ...?"-Gedanken geweckt werden. Dafür müssen die Männer nicht einmal Weltklasse-Fußballer gewesen sein wie Oliver Kahn (Foto): Manchmal reichte eine Glanzleistung, eine Verfehlung, eine Eigenschaft, um vom Fußballer zum Kult-Kicker zu werden. Wir haben ganz subjektiv die Lieblinge der jüngeren Fußballgeschichte gesammelt. © dpa
Ailton: Kult, weil er erst unterschätzt wurde und sich dann immer weiter überschätzt hat. Der Wander-, Paradies- und seltsame Vogel tingelte nach seinen Karriere-Höhepunkten bei Werder und Schalke durch die Fußballwelt. Die Clubs wurden immer kleiner, das Mundwerk blieb groß. © dpa
Karl Allgöwer: Kult, weil nur wenige Abwehrspieler in der Bundesliga-Geschichte so torgefährlich waren wie der "Karle". Der Libero gehört zu den Kult-Spielern des VfB Stuttgart und absolvierte in den 80er Jahren 338 Bundesliga-Spiele für die Schwaben. Allgöwer erzielte dabei satte 129 Tore. Besonders gefürchtet waren seine wuchtigen Freistöße, weshalb er irgendwann den Spitznamen "Knallgöwer" verpasst bekam. © dpa
Mario Basler: Kult, weil kaum ein anderer Fußballer in der jüngeren Bundesliga-Geschichte so sehr zwischen Genie und Wahnsinn pendelte wie "Super-Mario". Der Hitzkopf eckte auf nahezu all seinen Profi-Stationen an, hatte aber stets einen flotten Spruch auf den Lippen. Beispiele gefällig? "Jede Seite hat zwei Medaillen" oder "Wir haben zwei eigene individuelle Fehler bei den Toren gemacht" oder "Mich interessiert nicht, wer spielt. Hauptsache ich spiele." © dpa
Perry Bräutigam: Kult, weil er der ostdeutsche Gegenentwurf war. So sympathisch, diszipliniert und grundehrlich, dass es fast schon wieder revolutionär war. Im Dezember 1990 durfte er im Aufgebot der Nationalmannschaft sogar gesamtdeutsche Länderspiel-Luft schnuppern. © dpa
Ansgar Brinkmann: Kult, weil er 15 Stationen abklapperte und sogar bei der Polizei eine dicke Akte "Ansgar Brinkmann" hinterlegt ist. Darin stehen: Verwicklung in mehrere Prügeleien, die Flucht vor einer Alkoholkontrolle, die Pleite eines Reha-Zentrums. Auch wenn er nie ein Vorbild war: Ein Fan-Liebling war der "weiße Brasilianer" immer. © dpa
Manfred Burgsmüller: Kult, weil er nach seiner Fußball-Karriere mit 52 als ältester Profi-Footballer der Welt (Foto) bekannt wurde. Der Fighter versuchte außerdem publikumswirksam, den SSV Hacheney vor dem Abstieg zu retten und flimmerte in der passenden Doku-Soap "Helden der Kreisklasse" (kabel eins) über die Fernsehschirme. © dpa
Stéphane Chapuisat: Kult, weil "Chappi" der edelste schweizerische Import seit dem Emmentaler ist. Für Borussia Dortmund erzielte er über 100 Treffer. Mit seinem legendären Kung-Fu-Tritt verfehlte Oliver Kahn den Stürmer. © dpa
Stefan Effenberg: Kult, weil viele erst im Nachhinein begriffen haben, was die Bayern an ihm hatten. Trotz des Stinkefingers: Effenberg war ein echter Leader, einer, der Fans und vor allem auch Mitspieler mitreißen konnte. Und Geschichten wie diese sorgen immer noch für ein Schmunzeln: Effe musste 10.000 Euro zahlen, weil er einen Polizisten als "Arschloch" beschimpft haben soll. Effenberg behauptet allerdings, er habe nur "Einen schönen Abend noch" gesagt. © dpa
Yves Eigenrauch: Kult, weil "Yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyves" im Herzen jedes Schalke-Fans ein riesiger Platz sicher ist. Im Film "Fußball ist unser Leben" spielte Eigenrauch sich selbst. Die Hamburger Band Tomte widmete ihm mit "Yves wie hältst du das aus" sogar ein Lied und würdigte damit seine Zeit als tapferer Reservist. © dpa
Walter Frosch: Kult, weil der DFB seinetwegen die Gelb-Sperre eingeführt hat. 1976/1977 kassierte er in der zweiten Liga 27 gelbe Karten bei 37 Einsätzen. Deswegen sah sich der DFB zum Handeln gezwungen und führte die Gelbsperre nach damals noch vier Karten ein. Außerdem wurde Frosch als passionierter Kettenraucher bekannt. Er ging mal mit einer Schachtel Marlboro aufs Feld und zündete sich beim Abschiedspiel für Klaus Thomforde sogar auf dem Rasen eine Kippe an. © dpa
Thomas Häßler: Kult, weil man wahre Größe nicht in Zentimetern misst. Vor allem die Löwen-Fans sind ihm ewig dankbar: Der laufende Meter führte das Team in der Saison 1999/2000 auf den 4. Rang der Bundesliga. "Icke" hat Fußballgeschichte geschrieben und versucht heute, mit seinem Plattenlabel MTM auch noch Musikgeschichte zu schreiben. © dpa
René Higuita: Kult, weil er der offensivste Torhüter aller Zeiten ist - in jeder Hinsicht. Eigentlich konzentriert sich diese Zusammenstellung auf Spieler aus der Bundesliga, aber einer wie Higuita darf natürlich nicht fehlen. Legendär seine Sturmläufe übers Feld, die ihm drei Länderspieltore einbrachten. Noch legendärer: Am 6. September 1995 klärte er im Wembley-Stadion einen Ball auf der Torlinie mit beiden Hacken. © AP
Volker Ippig: Kult, weil der ehemalige Torhüter des FC St. Pauli das Image des FC St. Pauli als "der etwas andere Verein" prägte. Ippig hütete in den 80er Jahren 70 Mal das Tor der "Kiezkicker" in der Bundesliga und der 2. Bundesliga, machte aber vor allem neben dem Platz von sich reden. So gehörte Ippig der Kommune in der besetzten Hamburger Hafenstraße an und reiste für einige Zeit nach Nicaragua, um dort Aufbauarbeit zu leisten. © dpa
Valdas Ivanauskas: Kult, weil man sich einen Spitznamen wie "Ivan der Schreckliche" erst mal verdienen muss. Seine erste Station als Spieler war Vėtra Vilnius in Rūdiškės (Versuchen Sie gleich gar nicht, das auszusprechen), seine wichtigste der Hamburger SV. Er war der erste Litauer im deutschen Profifußball, und auch wenn seine Quote mit 13 Treffern bei 91 Bundesligaspielen beim HSV eher dürftig war, liebten ihn die Fans. © dpa
Oliver Kahn: Kult, weil ... da fragen Sie noch? Ein Weltklasse-Torhüter, ein Weltklasse-Typ mit Ecken und Kanten. Und außerdem der einzige Titan der Welt. Legendär seine Gefühlsausbrüche, legendär seine fairen Gesten wie gegenüber Jens Lehmann vor dem WM-Elferschießen gegen Argentinien. Ohne ihn wurde die aktive Fußballwelt um ein Prachtexemplar ärmer. Danke, Olli! © dpa
Karl-Heinz Körbel: Kult, weil sich Beliebtheit auch in Zahlen ausdrückt. Mit 602 Bundesligaeinsätzen ist "Charly" nach wie vor Rekordhalter und gab in jedem einzelnen Spiel alles. Im übrigen ist sein Name Pflichtwissen für jedes Fußball-Quiz. © dpa
Peter Közle: Kult, weil der Stürmer (l.) wohl der einzige Oberbayer ist, der im Ruhrpott gleich zwei Bundesliga-Vereine aufmischte. Der gebürtige Trostberger (an der Alz), in den 90er Jahren noch mit gewaltiger Haarpracht, erzielte zwischen 1993 und 1998 für den MSV Duisburg und den VfL Bochum Tore am laufenden Band. Nach seiner aktiven Karriere arbeitete Közle unter anderem als Experte für den TV-Sender Premiere. © dpa
Thorsten Legat: Kult, weil der Eisenfuß nicht nur für schlimme Verfehlungen, sondern auch auf dem Platz für eine kompromisslose Gangart bekannt war. Auf der Contra-Seite: Legat kritzelte das Wort "Negersaft" auf die Trinkflasche seines Mitspielers Pablo Thiam und wurde gefeuert. Außerdem schlug er einen Mann krankenhausreif und zückte in einer Fast-Food-Filiale ein Samurai-Schwert. Auf der Pro-Seite: Legat bereut seine Entgleisungen inzwischen und war der erste echte Wadenbeißer seit Berti Vogts. © dpa
Pierre Littbarski: Kult, weil "Littis" O-Beine wohl für immer unerreicht bleiben werden. Trotz seiner beiden "Säbel" avancierte Littbarski zum absoluten Kult-Kicker beim 1. FC Köln. Mit der Nationalmannschaft wurde der Mann mit der Nummer 7 1990 Weltmeister. Neben seinen O-Beinen war auch das Goldkettchen das Markenzeichen des gebürtigen Berliners. Der 1,68 Meter "kleine" Litti erzielte 1985 das Tor des Jahres und ließ seine Karriere - passend zur Körpergröße - in Japan ausklingen. © dpa
Lothar Matthäus: Kult, weil der Rekordnationalspieler immer wieder für unfreiwillige Komik sorgte. "Manchmal spreche ich zuviel" ist nur eines seiner berühmten Zitate. Außerdem wollte er "nicht den Sand in den Kopf stecken". Auch heute ist er noch höchst umstritten, nicht zuletzt, weil er sich für jeden frei werdenden Trainerposten ins Gespräch bringt. © dpa
Andreas Möller: Kult, weil ihm nicht nur der Schweiß übers Gesicht floss. Der begnadete Dribbler war als Heulsuse verschrien und der erste Bundesliga-Spieler überhaupt, der wegen einer Schwalbe (Möller: "Schutzschwalbe") gesperrt wurde. Vielleicht auch deswegen wollte er unbedingt ins Ausland, "ob Mailand oder Madrid, Hauptsache Italien". © dpa
Augustine Azuka Okocha: Kult, weil der Mann, den alle nur "Jay-Jay" nannten, die Dribbelkunst erfand. Der KSC und Oliver Kahn bekamen dies am unvergessenen 31. August 1993 zu spüren. Jay-Jay dribbelte durch den KSC-Strafraum, umspielte Oliver Kahn und erzielte das "Tor des Jahres 1993", das für manche das "Tor des Jahrzehnts" war. © dpa
Frank Ordenewitz: Kult, weil ihm einer der bekanntesten Aussprüche der Fußball-Welt zu verdanken ist. "Mach et, Otze!" ist zum geflügelten Wort geworden. Am 7. Mai 1991 sollte er sich im DFB-Pokal-Halbfinale auf Anweisung von Trainer Rutemöller nach seiner gelben Karte (die ihn fürs Endspiel gesperrt hätte) einen Platzverweis abholen. Die hätte er auch in einem Ligaspiel absitzen können. Rutemöller damals: "Ich finde, man sollte ihm die Chance nicht nehmen, und da hab ich gesagt: 'Mach et, Otze!'" © dpa
Willy Sagnol: Kult, weil er der Spieler mit den meisten Ypsilons im Namen ist. Die große Karriere des "Willyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy" nahm ein tragisches Ende - der Außenverteidiger konnte wegen einer Verletzung nicht weitermachen. © Sampics
Edgar Schmitt: Kult, weil der KSC-Angreifer 30 Jahre alt werden musste, um eine Nacht zu erleben, die sein Leben verändern sollte. Am 2. November 1993 erzielte der damalige Stürmer des KSC beim 7:0-Sieg im Uefa-Pokal gegen Valencia vier Tore. Eine Woche zuvor hatte Schmitt einen schweren Autounfall, bei dem sich sein Wagen vier Mal überschlagen hatte, unverletzt überstanden. Nach diesen beiden einschneidenden Ereignissen erhielt Schmitt zwei Spitznamen: Edgar Looping Schmitt und Euro-Eddy. © dpa
Asgeir Sigurvinsson: Kult, weil man auch mit einem schwer auszusprechenden Vornamen in der Bundesliga Karriere machen kann. Uli Hoeneß lockte den Isländer 1981 zum FC Bayern. Noch ehe er dort richtig angekommen war, wurde ihm ein "deutscher" Spitzname verpasst: Sigi. Nach einem Jahr wechselte Sigi zum VfB, wo er in acht Jahren auf insgesamt 194 Bundesliga-Spiele kam. Ach ja, geboren wurde Sigurvinsson in Vestmannaeyar. Oder sagen wir' s doch einfach so: Er ist ein Vessi. © AP
Uli Stein: Kult, weil er der unverwüstlichste Keeper der jüngeren deutschen Fußballgeschichte ist. Er nannte Teamchef Franz Beckenbauer bei der WM 1986 in Mexiko einen "Suppenkasper" und verdiente sich damit das sofortige Heimflugticket. Im zarten Alter von 49 Jahren feierte Stein 2003 ein Comeback beim Oberligisten VfB Fichte Bielefeld (Foto). © dpa
Thomas Strunz: Kult, weil es, um es mit Giovanni Trappatoni zu halten, über den ehemaligen Bayern-Stars nur eines zu sagen gibt: "Was erlaube Struuuuuuuuuuuunz?" © dpa
Alain Sutter: Kult, weil selten ein Bayern-Spieler wallenderes Haar hatte. Bei Bayern habe er den Spaß am Fußball verloren, so der Schweizer. Auch die Bayern verloren schnell den Spaß an Alain Sutter. Unter Giovanni Trapattoni war er 1994/95 nur Ergänzungsspieler und flüchtete anschließend nach Freiburg. Sutter trägt noch heute wallendes Haupthaar, einen mystischen Bart und lebt auf Mallorca. © dpa
Carlos Valderrama: Kult, weil ihn viele für den besten kolumbianischen Spieler aller Zeiten halten. Und weil wir seine Frisur für die beste Fußballer-Tolle aller Zeiten halten. Deswegen bekommt auch er als "internationaler" Spieler eine Wild Card für diese Zusammenstellung. In seiner Heimatstadt Santa Maria hat man ihm ein Denkmal gebaut - mit gelbem Haar, versteht sich. © AP
Fritz Walter: Kult, weil er der schwäbischste Schwabe der Bundesliga-Geschichte ist. "Fritzle" schoss sich in die Herzen der Fans des VfB Stuttgart. Nach ihm wurde sogar später das Vereinsmaskottchen Fritzle benannt. Im Toreschießen war er eine Granate, im Rechnen eher ein Rohrkrepierer. Walter: "Der Jürgen Klinsmann und ich, wir sind ein gutes Trio. Ich meinte: ein Quartett." © AP
Uwe Wassmer: Kult, weil er drei Treffer in einem Spiel gegen den FC Bayern erzielte. Dafür lieben ihn die Bayern-Hasser und hassen ihn die Bayern-Lieberden. Der 27. November 1993 war der große Tag des damaligen Freiburgers. © dpa
Jürgen Wegmann: Kult, weil Wegmann laut eigener Aussage als Stürmer "giftiger als die giftigste Kobra" war. Sein Spruch "Erst hatten wir kein Glück, und dann kam auch noch Pech hinzu" wurde ebenso berühmt wie sein kassierter Faustschlag von Uli Stein. Nachdem er eine Zeit lang von Hartz IV lebte, fand er einen Job im Fanshop des FC Bayern in Oberhausen. © dpa
Marc Wilmots: Kult, weil die Bezeichnung "Kampfschwein" (Wilmots' Spitzname: Willi, das Kampfschwein)von großem Einsatz zeugt. Er war einer der großen Euro-Fighter, die Schalke 1996/1997 zum UEFA-Pokal-Gewinn führten. Nach seiner aktiven Karriere versuchte er sich als Politiker und war von 2003 bis 2005 Mitglied im belgischen Senat. © AP
Wolfram Wuttke: Kult, weil der kleine Dribbler eines der größten deutschen Talente der vergangenen Jahrzehnte war - und es doch nicht so richtig nach oben schaffte. "Seine charakterlichen Defizite standen ihm aber für eine größere Karriere im Weg", analysierte Experte Günter Netzer später. Wuttke hatte während seiner Karriere Probleme mit nahezu all seinen Trainern. So bezeichnete er Jupp Heynckes beispielsweise als "Osram", womit sich der Kicker über die Gesichtsfarbe seines Gladbach-Trainers lustig machen wollte. © AP
Wynton Rufer: Kult, weil er neue Maßstäbe im Elfmeterschießen setzte. Wie er den Keeper verladen konnte, beeinflusste kommende Fußballer-Generationen. Natürlich war "Kiwi" bei Werder und dem FCK auch wegen seiner fußballerischen Klasse ein Fan-Liebling. © dpa
Axel Kruse: Kult, weil sich der Hitzkopf laut eigener Aussage während seiner Karriere in jedem Spiel "den A*** aufgerissen" hat. Passend dazu meinte er nach einem 13-Sekunden-Einsatz auf die Frage, ob sich sein Einsatz gelohnt habe: “Für mich war es wichtig zu sehen, dass ich konditionell mithalten konnte…“ Nach seiner Fußball-Karriere machte er Karriere im American Football. Kruse: „Beim Football muss man nicht ins Tor schießen, sondern oben drüber. Das konnte ich immer ganz gut…“ © dpa
Franco Foda: Kult, weil er einmal ein ganzes Stadion zum Lachen brachte. Am 12. Dezember 1987 wurde Foda während der Südamerika-Reise der Nationalmannschaft in Brasilien eingewechselt. Als der Stadionsprecher den Wechsel ansagte, brachen die 20.000 Zuschauer in lautes Gelächter aus. Der Grund: Franco Foda heißt auf Portugiesisch in etwa soviel wie "gratis schnackseln". Randnotiz: Das Spiel in Brasilia war Fodas "erstes Mal"... Gemeint ist sein erstes von insgesamt zwei Länderspielen. © dpa
Hans Sarpei: Der Publikumsliebling wurde dank Facebook zum Kult-Kicker. Dort tauschten die Fans Sprüche in Chuck-Norris-Manier aus. Sarpei kann aus einem Wasserhahn auf Ex trinken, heißt es. © dpa

Breitner war Europameister 1972, schoss im WM-Finale 1974 per Elfmeter den wichtigen Ausgleich, als eines der emotionalsten Spiele seiner Karriere bezeichnet er aber den Sieg mit Bayern München im Europapokal der Landesmeister. “4:0 gegen Atletico Madrid. Rein vom Spektakel her war das unvorstellbar“, sagt Breitner. Der gebürtige Kolbermoorer trug das rote Münchner Trikot in der ersten Blütezeit des heutigen Rekordmeisters, spielte zusammen mit Uli Hoeneß, Franz Beckenbauer, Sepp Maier, Gerd Müller und Co. - und hatte den Bayern von heute schon als 22-Jähriger genau diesen einen Titel voraus.

“Ich habe nichts versäumt“

“Wir sind auf einem guten Weg, in ein, zwei, drei Jahren zum FC Barcelona aufzuschließen“, sagt Breitner über die Bayern-Mannschaft von Trainer Jupp Heynckes, ein Sieg am 19. Mai 2012 im eigenen Stadion sei aber nur möglich, “wenn wir auf einen FC Barcelona treffen, der nicht 80 oder 85 Prozent seiner Leistungsfähigkeit erreicht. Das ist Realität.“ Den Weg dorthin hat Breitner seinen Bayern nicht unbedingt leicht gemacht: Bei der Champions-League-Auslosung in Monte Carlo loste er Manchester City, FC Villareal und den SSC Neapel in die “Hammergruppe A“.

Sein ratloser Blick sprach Bände, auch jetzt glaubt er, dass die Bayern ihn nur noch als Glücksfee einsetzen, “wenn sie wieder interessante Reisen haben und nicht irgendwo in den Osten fliegen wollen“, sagt Breitner schmunzelnd.

Die schrägsten Fußballer-Frisuren

Die Geschichte des Fußballs ist auch eine Geschichte merkwürdiger Frisuren. Klicken Sie sich hier durch eine Auswahl aus der jüngeren Fußballzeit. Foto: Abel Xavier © Getty
David Beckham © Getty
Werner Günthör © Getty
Alain Sutter © Getty
Carlos Valderrama © Getty
Elvis Brajkovic © Getty
Franz Beckenbauer © Getty
Dante © Getty
Ruud Gullit © Getty
Lothar Matthäus © Getty
Francisco Copado © Getty
Marcelinho © Getty
Otto Addo © Getty
Steffen Freund © Getty
Marek Lesniak © Getty
Peter Közle © Getty
Walter Frosch © Getty
Oliver Kahn © Getty
Awudu Issaka © Getty
Jörg Böhme © Getty
Olaf Thon © Getty
Christian Wörns © Getty
Manfred Schwabl © Getty
Olaf Marschall © Getty
Bertram Beierlorzer (v.r.) © Getty
Karl del Haye © Getty
Ewald Lienen © Getty
Eike Immel © Getty
Cristiano Ronaldo © Getty
Joachim Löw © Getty
Bernd Schuster © Getty
Stefan Effenberg © Getty
Paul Breitner und Kevin Keegan © Getty
Uli Stein © Getty
Serkan Calik © Getty
Günther Schäfer © Getty
Ralf Zumdick © Getty
Gernot Alms © Getty
Lothar Wölk © Getty
Toni Schumacher © Getty
Kevin Kuranyi © Getty
Djibril Cisse © Getty
Serdar Tasci © Getty
Ronaldo © Getty
Kevin Großkreutz © Getty
Marouane Fellaini © Getty
Mohamed Zidan © Getty
Vagner Love © Getty
Und natürlich: Günter Netzer © dpa
Rudi Völler © Getty
Vorher und nachher: Dante © 
Mustafa Amini (Borussia Dortmund) © getty
Neymar vom FC Santos. Sein Wechsel zu Real Madrid scheiterte angeblich an seiner Frisur. © dpa

So positiv gestimmt war der Allrounder - ursprünglich Stürmer, dann Abwehr-, dann Mittelfeldspieler - zu seiner aktiven Zeit nicht immer. Breitner galt als unbequemer Profi und Revoluzzer, er verzichtete aufgrund eines Streits sieben Jahre lang auf Spiele mit der Nationalmannschaft. “Es war einfach so interessant, gegen etwas zu sein“, sagt er heute, und beschreibt manche seiner Fehltritte sogar als Kalkül. “Ich habe viel Blödsinn gemacht, was mir wiederum geholfen hat, dass sich die Leute mit mir selber nicht mehr beschäftigt haben. Die haben Stoff gekriegt, ich hab Schlagzeilen geliefert, und hab dann meine Ruhe gehabt“. Den legendären Afro bereut der dreifache Familienvater genauso wenig wie das Posieren mit der Mao-Bibel: “Ich möchte nichts missen. Denn dann hätte ich viel versäumt. Und ich habe nichts versäumt.“

Breitner rüffelt Buchautor Lahm

Auf dem Platz galt Breitner bei all seinen Stationen in München, bei Real Madrid und Eintracht Braunschweig stets als der Leitwolf, der Kritikern wie Oliver Kahn im heutigen Fußball fehlt - Breitner aber nicht. “Im heutigen Fußball ist kein Platz mehr für Typen wie mich“, sagt er. Prototypen des heutigen “Lenkungsspielers“ seien Xavi und Iniesta, und auch “Lahm und Schweinsteiger machen es wunderbar, genauso, wie es der heutigen Generation entspricht“, sagt Breitner. Mahnende Worte findet der ehemalige Chefkritiker allerdings für Lahms Autobiographie: “Philipp hat schlicht und ergreifend gegen einen ungeschriebenen Kodex in diesem Geschäft verstoßen.“

Breitner hat zu seiner aktiven Zeit gegen Vieles verstoßen, sich gestritten, “dass die Fetzen geflogen sind“, hat letztendlich aber immer auf sein Herz gehört. 23 Jahre nach seinem Karriereende heuerte er als “Markenbotschafter“ wieder beim Verein an und liebt sein “Zigeunerleben“.

Seinen Geburtstag feiert er trotzdem lieber zuhause, ohne Kollegen, aber “mit der Familie, wie jeden Geburtstag“ - und wünscht sich nur Eines: “Bitte nicht diese dümmliche, ausgelutschte Überschrift: Paul Breitner jetzt auch ein Sechzger...“

dapd

Auch interessant

Meistgelesen

Bundesliga: So endete Borussia Mönchengladbach gegen Borussia Dortmund 
Bundesliga: So endete Borussia Mönchengladbach gegen Borussia Dortmund 
Union mit guter Ausgangslage - Stuttgarts Gomez trifft und ist sauer auf einige Fans
Union mit guter Ausgangslage - Stuttgarts Gomez trifft und ist sauer auf einige Fans
Nach Herzinfarkt von Iker Casillas: Auch Frau Sara schwer erkrankt
Nach Herzinfarkt von Iker Casillas: Auch Frau Sara schwer erkrankt
VfB Stuttgart - 1. FC Union Berlin: So endete das Hinspiel der Bundesliga-Relegation 
VfB Stuttgart - 1. FC Union Berlin: So endete das Hinspiel der Bundesliga-Relegation 

Kommentare