Bei deutscher Hymne gebuht

Britische Twitter-Nutzer verärgert über Landsleute

Abspielen der Hymnen
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Die Spieler von Deutschland und England stehen bei den Nationalhymnen vor dem Spiel auf dem Rasen.

Nach dem Achtelfinale zwischen England und Deutschland haben sich viele britische Twitter-Nutzer über Buhrufe im Stadion beim Abspielen der deutschen Nationalhymne geärgert.

London - Auch der Jubel beim Anblick eines kleinen Mädchens, das bei der 0:2-Niederlage Deutschlands bei der Fußball-Europameisterschaft im Stadion weinte und zeitweise im Fokus der Kameras stand, stieß bei vielen auf Unverständnis.

Der ehemalige Chefberater von Ex-Premierminister Tony Blair, Alistair Campbell, ärgerte sich über „erwachsene Männer“, die sich an dem Anblick eines weinenden deutschen Mädchens erfreuten „und die es zuvor genossen haben, die deutsche Nationalhymne auszubuhen“. Demgegenüber stehe ein deutscher Nationaltrainer, eine deutsche Mannschaft, ein deutscher Botschafter und (BBC-Kommentator) Jürgen Klinsmann, die durch ihre Reaktion auf die Niederlage Deutschlands Klasse gezeigt hätten. „Größe in der Niederlage zu zeigen, ist eine ganz besondere Qualität. Größe im Triumph sollte sehr viel einfacher sein“, so Campbell.

Der Moderator des Frühstückfernsehens „BBC Breakfast“, Dan Walker, bezeichnete die Buhrufe als „erbärmlich“.

Die Sky-News-Moderatorin Samantha Washington, deren deutscher Mann mit den gemeinsamen Kindern zu dem Spiel im Wembley-Stadion war, schrieb: „Was ihnen überhaupt nicht gefallen hat, waren offenkundige (rassistische) Schmähungen gegenüber (dem schwarzen englischen Nationalspieler) Raheem Sterling von England-Fans und das laute Ausbuhen der deutschen Nationalhymne. Das sollte unter unserer Würde sein.“ dpa

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