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Ex-Schiedsrichter wollte sich einst im Hotel umbringen: Zehn Jahre später zeigt sich Rafati überglücklich

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Von: Christoph Klaucke

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Ex-Bundesliga-Schiedsrichter Babak Rafati mit seinem neugeborenen Sohn.
Ex-Bundesliga-Schiedsrichter Babak Rafati mit seinem neugeborenen Sohn. © Instagram/Babak Rafati

Nach versuchtem Selbstmord erfreut er sich nun an neuem Leben: Der frühere Bundesliga-Schiedsrichter Babak Rafati ist frischgebackener Vater eines Jungen.

München - Vor zehn Jahren wollte Babak Rafati seinem Leben ein vorzeitiges Ende bereiten. Am 19. November 2011 versuchte sich der Ex-Schiedsrichter vor dem Bundesliga-Spiel Köln gegen Mainz umzubringen. Seine beiden Assistenten hatten Rafati nach dem Suizidversuch im Hotel gefunden und erste Hilfe geleistet.

Rafati litt damals nach eigenen Angaben unter Depressionen. Der gebürtige Hannoveraner war zuvor in den halbjährlichen Umfragen des Fachmagazins Kicker von den Bundesligaprofis viermal zum „schlechtesten Bundesligaschiedsrichter“ gewählt worden. Nach seiner versuchten Selbsttötung pfiff Rafati kein Ligaspiel mehr und erklärte seinen Rücktritt. Den Weg zurück ins Leben hat er aber geschafft und ist mittlerweile glücklicher Familienvater.

Babak Rafati: Ex-Schiedsrichter wird zehn Jahre nach Suizidversuch erstmals Vater

„Ich bin vor drei Wochen Papa geworden. Die Liebe zu unserem Sohn Etienne ist so stark. Meine Frau und ich sind superglücklich“, sagte Rafati zu Bild. Lachend fügte er hinzu: „Auch wenn wir kaum zum Schlafen kommen.“ Ehefrau Rouja war schon vor zehn Jahren seine große Stütze. Jetzt schenkte sie ihm das erste Kind. Rafati grinsend: „Und Wahnsinn, wie topfit sie schon wieder aussieht. Dabei hat sie gerade erst unseren Sohn zur Welt gebracht.“

Die kleine Familie schmiedet bereits große Zukunftspläne. In vier Wochen wollen die Rafatis nach Dubai auswandern – erst mal für ein Jahr. Rafati arbeitet seit Jahren erfolgreich als Mentalcoach und Keynote-Speaker. „Wir wollen unser Geschäftsfeld auf Dubai ausweiten, wollen das erst mal ein Jahr ausprobieren, aber auch immer mal wieder zwischendurch in Deutschland sein“, erzählt Rafati. Ehefrau Rouja unterstützt ihn als Managing Director mit ihrer Agentur.

Ich kenne da keine Tabus. Dieser Tag gehört zu meinem Leben dazu.

Babak Rafati über seinen Suizidversuch

Babak Rafati: Ex-Bundesliga-Schiedsrichter spricht offen über Selbstmordversuch

Den dunklen Tag vor zehn Jahren, als sein Suizidversuch scheiterte, hat Rafati nicht verdrängt – ganz im Gegenteil: er will nun anderen Menschen bei ihren Problemen helfen. „Mir geht’s sehr gut. Ich habe aktuell viele Interview-Anfragen aus dem In- und Ausland bekommen, habe überhaupt kein Problem damit. Ich finde es sehr positiv, wenn ich über diesen Tag spreche – weil ich der Öffentlichkeit und jedem Menschen zeigen kann, wie man aus Krisen rauskommt. Ich kenne da keine Tabus. Dieser Tag gehört zu meinem Leben dazu“, erklärt Rafati.

Mehr als drei Jahre nach seiner letzten offiziellen Partie als Fußballschiedsrichter leitete Rafati im September 2014 das Abschiedsspiel des früheren Bundesliga-Torschützenkönigs Ailton und ein Jahr später auch das Abschiedsspiel von Dede im Dortmunder Westfalenstadion vor 81.359 Zuschauern, womit ein neuer Europarekord für Abschiedsspiele aufgestellt wurde.

Wie Rafati oftmals zu seiner aktiven Zeit als Schiedsrichter stand nun am Mittwochabend beim Champions-League-Spiel zwischen Dortmund und Ajax Amsterdam ein Unparteiischer im Kreuzfeuer der Kritik. (ck)

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